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Höebs-Haus in Wahlbach
Vision nimmt Gestalt an

Frank und Britta Hinkers mit ihren Söhnen, Christoph Klein und Michael Diehl (hinten), sind vom Entwurf des Architekten Michael Arns begeistert. Das verformungsgerechte Aufmaß der Scheune nahmen Architekturstudenten.
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  • Frank und Britta Hinkers mit ihren Söhnen, Christoph Klein und Michael Diehl (hinten), sind vom Entwurf des Architekten Michael Arns begeistert. Das verformungsgerechte Aufmaß der Scheune nahmen Architekturstudenten.
  • Foto: Tim Lehmann
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

tile Wahlbach. Käthe Diehl wäre wohl entzückt. Als die 2018 verstorbene Wahlbacherin vor ihrem Tod verfügte, ihr Haus dem Heimatverein zu übertragen, um es der Öffentlichkeit zugängig zu machen, hatte sie nur hoffen können, dass ihr Erbe in solch behutsame Hände fällt. Der eigens gegründete Trägerverein Höebs-Haus hat große Pläne mit dem 200 Jahre alten Gebäude, das sich zwischen Häusern der Triftstraße und dem Bahndamm versteckt – ohne dabei Käthes Geist zu vertreiben.
Der Wohnbereich, das erklären Frank und Britta Hinkers, Christoph Klein sowie Michael Diehl vom Vorstand, bleibt nahezu unangetastet. Hier ist das Leben in einem Bauernhaus authentisch erlebbar.

tile Wahlbach. Käthe Diehl wäre wohl entzückt. Als die 2018 verstorbene Wahlbacherin vor ihrem Tod verfügte, ihr Haus dem Heimatverein zu übertragen, um es der Öffentlichkeit zugängig zu machen, hatte sie nur hoffen können, dass ihr Erbe in solch behutsame Hände fällt. Der eigens gegründete Trägerverein Höebs-Haus hat große Pläne mit dem 200 Jahre alten Gebäude, das sich zwischen Häusern der Triftstraße und dem Bahndamm versteckt – ohne dabei Käthes Geist zu vertreiben.
Der Wohnbereich, das erklären Frank und Britta Hinkers, Christoph Klein sowie Michael Diehl vom Vorstand, bleibt nahezu unangetastet. Hier ist das Leben in einem Bauernhaus authentisch erlebbar. Das i-Tüpfelchen, der Dachboden, in dem die einstige Hausbesitzerin ihrer schrulligen Sammelleidenschaft buchstäblich großen Raum eingeräumt hat, wird zugänglich bleiben, wenn auch nicht mehr über das Wohnhaus.

Haus bereits in acht Ebenen unterteilt

Womit der Trägerverein die SZ in die angrenzende Scheune mitnimmt. Hier soll sich einiges ändern, aber „unter weitestgehender Schonung der vorhandenen Bausubstanz“. Wie passt das zusammen? Das Ständerwerk und die Fachwerkwände sollen erhalten und erkennbar bleiben. Vom untersten Niveau im kleinen „Schafstall“ (alte Miste) bis zum Dachboden ist dieser Teil des Hauses bereits jetzt in acht Ebenen unterteilt. Diese Struktur wird aufgegriffen, das Gebäude so vertikal spiralförmig mit jeweils nur wenigen Stufen erschlossen werden (Barrierefreiheit wird hier nicht erreicht). Schmale Dachfenster in Sparrenbreite sorgen für viel natürliches Licht. Direkt hinter den Flügeltoren der Scheune sowie der Miste sind große Glasfronten angedacht, um helle aber geschützte Räume zu schaffen, sobald die Tore offenstehen.

Käthe Diehl ließ das 200 Jahre alte Bauernhaus zunächst dem Heimatverein übertragen. Ihr Wunsch: Ihr Zuhause sollte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
  • Käthe Diehl ließ das 200 Jahre alte Bauernhaus zunächst dem Heimatverein übertragen. Ihr Wunsch: Ihr Zuhause sollte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
  • Foto: Tim Lehmann
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Hauptzutritt über Schafstall

So ergibt sich folgendes Raum- und Nutzungskonzept (von unten nach oben): Der Hauptzutritt erfolgt über den Schafstall, dort sollen Garderobe und Sanitärbereich untergebracht werden. Über zwei, drei Stufen gelangt man in die Scheune, wo auf Bodenniveau eine Fläche zur Bestuhlung zur Verfügung steht. Dort, so die Vision, entsteht ein multifunktionaler Bereich. Am Kopfende soll eine schmale Plattform (Bühne) entstehen, von wo aus man in eine kleine Teeküche gelangen kann. Über der Miste liegt eine erste Empore, von dort aus werden zwei weitere Ebenen gegen den Uhrzeigersinn rund um den zentralen Luftraum oberhalb des Scheunenbodens miteinander verbunden. Die zurzeit „schwebende“ Ebene soll auf das Niveau der achten angehoben werden, damit dort eine komfortable Ausstellungsfläche entsteht. Dort wird der neue Zugang zu Käthe Diehls Dachboden liegen.
Der Trägerverein ist vom Entwurf des Architekten Michael Arns begeistert.

Eine vielfältige Begegnungststätte

Er passt zum inhaltlichen Konzept, das das Gebäude mit Leben füllen soll. Einerseits schwebt dem Vorstand eine Begegnungststätte für den Ort vor, der aber auch für Familienfeiern und (kulturelle) Veranstaltungen bis zu 88 Personen genutzt werden kann. Auf der ersten Empore würden die Ehrenamtler gerne eine Gemeinschafts- oder Lehrküche einrichten, um u. a. so dem Anspruch, außerschulischer Lernort zu sein, gerecht zu werden. Den Bauerngarten vor dem Haus, in dem Zutaten fürs Kochen angebaut werden können, hat der Verein schon wieder urbar gemacht. Gleich unter dem Scheunendach wird ausreichend Platz für Dauer- und Wechselausstellung eingeplant.
In der Jahreshauptversammlung erhielt der Vorstand kürzlich grünes Licht, in diese Richtung weiter zu planen. Gespräche mit der unteren sowie der oberen Denkmalbehörde und dem Landschaftsverband für die angestrebte Unterschutzstellung sind weit vorangeschritten, die Signale sind positiv. Auch mit der Kommune ist man im Dialog, um Höebs Haus in das touristische und kulturelle Gesamtkonzept der Gemeinde einzubinden.

Finanzierung eine Hürde

Eine Herausforderung wird der Brandschutz sein. Klar ist, an der nördlichen Giebelseite wird es eine Feuerschutztreppe geben müssen. Ein brandschutztechnisches Fragezeichen steht noch über der Wand, die Wohnbereich und Scheune voneinander trennt.
Eine weitere Hürde: die Finanzierung. Der jährliche Mitgliedsbeitrag reicht, um die Unterhalts- und Betriebskosten zu decken, nicht aber, um ein solches Vorhaben zu stemmen. Aber: Die Chancen auf eine 90-prozentige Förderung stünden nicht schlecht, sagt der Vorstand. Ein entsprechender Antrag inklusive Konzept und Kalkulation soll Ende Juli bei der Bezirksregierung Arnsberg vorgelegt werden. Mit welchem finanziellen Gesamtvolumen der Verein rechnen muss, stehe noch nicht abschließend fest. Der Fördertopf „Heimatzeugnis“, den man anzapfen möchte, beginne bei einer Investitionssumme von 100 000 Euro. „Da sind wir locker drüber“, verrät Christoph Klein nur.
Ziel ist es, die Planungen samt Baugenehmigung und Finanzierung bis zur nächsten Jahreshauptversammlung im März 2021 abgeschlossen zu haben, um dann sofort starten zu können. Wann dann die ersten Veranstaltungen organsiert werden können, ist aber noch ungewiss.

Frank und Britta Hinkers mit ihren Söhnen, Christoph Klein und Michael Diehl (hinten), sind vom Entwurf des Architekten Michael Arns begeistert. Das verformungsgerechte Aufmaß der Scheune nahmen Architekturstudenten.
Käthe Diehl ließ das 200 Jahre alte Bauernhaus zunächst dem Heimatverein übertragen. Ihr Wunsch: Ihr Zuhause sollte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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