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Bürgerkneipe soll im Mai 2020 eröffnen
Wanersch wird wachgeküsst

Seit Jahren liegt das Haus Wanersch im Dornröschenschlaf. Ab Mai soll dort einmal in der Woche eine Bürgerkneipe öffnen.
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  • Seit Jahren liegt das Haus Wanersch im Dornröschenschlaf. Ab Mai soll dort einmal in der Woche eine Bürgerkneipe öffnen.
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tile Burbach-Holzhausen. Das Kneipensterben hat gerade im ländlichen Raum Spuren hinterlassen. Sichtbare in Form leerstehender Gebäude, unsichtbare (aber spürbare) im Dorfleben und der -gemeinschaft. Gegen diesen Trend krempeln mancherorts Bürger die Ärmel hoch, um die Kneipenkultur in ihren Orten ehrenamtlich am Leben zu erhalten bzw. wiederzubeleben. Erfolgreiche Beispiele finden sich etwa in Niederdielfen („Zur alten Linde“) und Burbach („Feierabend“ im Gasthof zum Römer/Haus Dilthey), wo hier ein eigens gegründeter Bürgerverein und dort der Heimatverein „Alte Vogtei“ Burbach die Bewirtschaftung in die Hand genommen haben. In Holzhausen steht ein ähnliches Projekt in den Startlöchern.

tile Burbach-Holzhausen. Das Kneipensterben hat gerade im ländlichen Raum Spuren hinterlassen. Sichtbare in Form leerstehender Gebäude, unsichtbare (aber spürbare) im Dorfleben und der -gemeinschaft. Gegen diesen Trend krempeln mancherorts Bürger die Ärmel hoch, um die Kneipenkultur in ihren Orten ehrenamtlich am Leben zu erhalten bzw. wiederzubeleben. Erfolgreiche Beispiele finden sich etwa in Niederdielfen („Zur alten Linde“) und Burbach („Feierabend“ im Gasthof zum Römer/Haus Dilthey), wo hier ein eigens gegründeter Bürgerverein und dort der Heimatverein „Alte Vogtei“ Burbach die Bewirtschaftung in die Hand genommen haben. In Holzhausen steht ein ähnliches Projekt in den Startlöchern.

Keine Alternativen für junge Leute

Von seiner Chefin Annette Hering erfuhr Tim Heinrich, dass die Chance bestand, das Haus Wanersch, einst ein beliebter Dorftreff in der Ortsmitte, für einen Kneipenbetrieb anzumieten. Nach dem Ende des Schankbetriebs wurde das Gebäude zunächst als Wohnhaus genutzt, ehe es in den vergangenen Jahren leer stand. Theke samt Zapfanlage, ja der gesamte Tresenbereich, wurden jedoch nie zurückgebaut. Ein Glücksgriff für Heinrich und einige Kollegen und Freunde, denn gerade die jüngeren Holzhausener vermissen eine Kneipe im eigenen Dorf, in der man das Wochenende einläuten kann.
Bisher fahre man nach Siegen oder Dillenburg, um sich irgendwo zusammenzusetzen, sagt der 19-Jährige. Selbst in Haiger gebe es keine wirkliche Alternative für die jüngere Generation. Und in Holzhausen? Klar, Imbiss und Pizzeria würden gern besucht, auch im Vereinsheim des SG Hickengrund schaue man natürlich regelmäßig vorbei. Damit habe es sich aber auch schon. Somit reifte in einem Arbeitskreis, in dem auch Vertreter des Heimatvereins und der Gemeinde am Tisch saßen, der Gedanke, das Wanersch als LEADER-Projekt aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. „Einen Versuch ist es wert“, meint Tim Heinrich.

LEADER fördert Projekt mit 50.000 Euro

Die Idee ist, die Kneipe einmal in der Woche, vermutlich freitags (ca. 18 Uhr bis Mitternacht), zu öffnen. Der Ausschank soll, ähnlich wie im Haus Dilthey in Burbach, ehrenamtlich durch wöchentlich wechselnde Thekenteams organisiert werden. Entsprechende Gespräche mit den Holzhausener Vereinen seien schon geführt worden. Das Angebot soll zunächst schmal gehalten werden: Bier vom Fass, Cola und Limonaden, Wasser sowie ein paar Kaffeespezialitäten – fertig. Snacks und Co. sind vorerst nicht geplant, dafür müssten weitergehende Voraussetzungen erfüllt werden, erklärt Heinrich.
Um alles auf solide Füße zu stellen, streben der 19-Jährige und seine Mitstreiter die zeitnahe Gründung eines „Fördervereins Wanersch“ an. Finanziell ist der Start auf Rosen gebettet. Der LEADER-Regionalverein „3-Länder-Eck“ hat beschlossen, die Dorfkneipe mit rund 50 000 Euro zu fördern. Damit sind 65 Prozent der notwendigen Investitionen in Höhe von kalkulierten 77 600 Euro bereits gedeckt. Zudem leisteten u. a. Hering Bau und die Sparkassen-Stiftung Starthilfe in Form von Spenden. Auch Crowdfunding sei eine Option, so Heinrich.

Sonntags möglicherweise Café-Betrieb

Das Geld fließt in die Renovierung der Räume. Nutzen wolle man den Schank-/Tresenraum sowie zwei angrenzende kleinere Zimmer. 30 bis 40 Gäste sollen dort Platz haben. Außerdem müssen die Sanitäranlagen erneuert werden. Die Haustechnik muss nicht angepackt werden, wohl aber eine Außentreppe am Seiteneingang saniert werden. Wie das Interieur aussehen soll, ist noch unklar. Verrückte Dinge sind nicht zu erwarten, schließlich wird darüber nachgedacht, sonntags für ein älteres Publikum zur Kaffeezeit zu öffnen. Graffiti an den Wänden werde es daher wohl nicht geben, sagt Tim Heinrich. Denkbar sei aber ein Lounge-Bereich. Im Sommer könne sicher auch im Garten etwas passieren. Doch das sind vorerst ungelegte Eier.

Keine Konkurrenz

Ziel ist es, das Wanersch im Mai wiederzueröffnen. In Konkurrenz zu den genannten Gastro-Betrieben, dem SG Hickengrund oder gar dem Dorf-Café des Heimatvereins wolle man nicht treten, betont Tim Heinrich. Im Ort herrsche ein starker Zusammenhalt, den man mit der Bürgerkneipe gerade unter jüngeren Holzhausenern weiter intensivieren wolle.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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