Weltklasse-Niveau

Große Posaunisten und wahre Showtalente: Armin Bachmann, Branimir Slokar, Wassil Christov und György Gyivicsan (v. l.).  Foto: rög
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rög Burbach. Über zwei Stunden musikalisches Entertainment auf Weltklasse-Niveau bot am Freitagabend das umjubelte Konzert des Slokar-Quartets in der ev. Kirche Burbach. Und dazu brauchte es nicht viel mehr als vier Posaunen. Die Instrumentalisten dahinter jedoch verstehen ihr Handwerk wie nur wenige ihrer Zunft. Seit 35 Jahren bereist Professor Branimir Slokar mit seiner Truppe erstklassiger Posaunisten die Konzerthäuser der Welt. Bass-Posaunist Armin Bachmann spielt bereits seit 25 Jahren an seiner Seite, Wassil Christov ist seit 13 und György Gyivicsan seit fünf Jahren dabei. Das Burbacher Publikum konnte sich über eines von nur zwei Deutschland-Gastspielen dieses bestens eingespielten Quartetts in diesem Jahr freuen. Und es war eines, an das man sich gerne erinnern wird, denn es bot nicht nur musikalische Klasse, sondern auch manch unvermutete Showeinlage.

Schon mit dem Eröffnungsstück, das der Komponist Jean-François Michel dem in der Schweiz beheimateten Quartett zum 35. Jubiläum geschrieben hatte, war spürbar, dass Slokar und seine Posaunisten nicht nur exzellente Musiker sind, sondern auch etwas von Bühnenpräsentation verstehen. Aus allen vier Ecken traten sie ein, um sich zum effektvollen Finale des modernen Werkes in der Kirchenmitte zu treffen. Mit viel Witz und Charme moderierte Armin Bachmann in der Folge das ebenso abwechslungsreiche wie anspruchsvolle Programm. Dabei erfuhren die Zuhörer nicht nur etwas über das Slokar-Quartet, über Werke und Komponisten, obendrein gab es Instrumentenkunde zur Anfang des 15. Jahrhunderts entwickelten Posaune, von der Bachmann scherzhaft behauptete, es sei auch nach Jahrhunderten noch immer reine Glücksache, damit den richtigen Ton zu treffen.

Vielseitig und wandlungsfähig, mit einem bestechenden Sound, übersetzten die Posaunisten ihre individuelle Klasse in einen begeisternden Ensembleklang – dazu spielte das Quartett sein Programm komplett auswendig. Nach barocken Klängen von Georg Christoph Wagenseil und Michael Praetorius, gespielt auf getreuen Kopien ursprünglicher Barockposaunen, bewiesen die Instrumentalisten unter anderem bei der brillant vorgetragenen Ouvertüre zu Mozarts „Zauberflöte“ ihre technischen Fertigkeiten. Aber auch die Ouvertüre zur Verdi-Oper „La Forza del Destino“, die mit rasanten Passagen gespickt ist, war unüberhörbarer Beleg für die Virtuosität des Quartetts.

Ein Medley bekannter Melodien aus der Feder von Wagner, Dvoák, Liszt, Mozart oder auch „Star-Wars“-Komponist John Williams leitete über in den besonders unterhaltsamen Schlussspurt eines außergewöhnlichen Konzertes. Ganz cool mit Sonnenbrille interpretierte das Quartett Bernsteins „West Side Story“ oder die Gershwin-Oper „Porgy And Bess“. Und selbst die Titelmusik der „James-Bond“-Reihe klang so, als ob sie eigens für Posaunen geschrieben wäre. Als Armin Bachmann als Pink Panther seinen großen Auftritt hatte und wenig später die Posaune gar mit dem Alphorn tauschte, waren stehende Ovationen nicht mehr zu verhindern. Erst nach drei Zugaben entließ das Publikum das Slokar-Quartet.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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