Zustand des Übergangs

Unter dem Titel „Shikasta – Poesie des Erinnerns“ stellt Harald Wiegers in der Alten Vogtei in Burbach aus.  Foto: aww
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sz Burbach. In der Alten Vogtei wurde jetzt die Ausstellung „Shikasta“ von Harald Wiegers eröffnet. Die sehr moderne Kunst, die am Computer entsteht, begeisterte das Publikum, das sich zur Vernissage in Burbach eingefunden hatte. Katrin Mehlich vom Kulturbüro begrüßte die Anwesenden, und Markus Schon, selbst Künstler aus Mudersbach, der im vergangenen Jahr mit seiner Ausstellung „Wenn schon, dann Schon“ faszinierte, führte gekonnt in die Ausstellung ein. Er betonte die unterschiedlichsten Schichten in den Arbeiten von Wiegers, in denen seine Erfahrungen und Erinnerungen gemischt werden.

Hier entsteht eine „Inbetween-Gegenwart“ – ein Zustand des Übergangs, ein Zustand von Zeit- und Ortlosigkeit. So erscheinen die Bilder eher wie Bild-Räume, Räume, in denen Gegenwart und Vergangenheit miteinander verschmelzen: Shikasta. Das aus dem Persischen stammende Wort „Shikasta“ steht sinngemäß für etwas Zerstörtes, Zerbrochenes. Dieses Zerbrechen bedeutet zugleich ein Öffnen, ein Aufbrechen tieferer Schichten der Erinnerung.

Dass die Ausstellung diesen Titel trägt, liegt an den vielen Reisen z. B. durch Amerika, Australien, Neuseeland, Afrika und Asien und Wiegers Erinnerungen daran. Im Bild blitzen Sequenzen des Vergangenen und Fragmente der Erinnerung auf. Erlebtes, Erfahrenes oder Gedachtes wird hervorgeholt, neu beleuchtet, neu erblickt.

Im Reich der Erinnerung gibt es keine streng chronologische Reihenfolge. Das Heute verbindet sich mit dem Früher, die Erinnerungsebenen vermischen sich. Es entsteht ein neues Bild, eine neue Geschichte. Für den Betrachter stellt so jedes einzelne Bild ein Faszinosum dar. Die Geschichte im Bild erscheint entdeckt, doch plötzlich gibt es einen neuen Aspekt. Der Betrachter erkennt eine neue Sichtweise auf das Gezeigte, die Sicherheit der eigenen Interpretation wird in Frage gestellt.

Dem Künstler Wiegers geht es nicht um die Abbildbarkeit von Wirklichkeit. Durch Inszenierung, Verfremdung und malerische Verschleierung anstelle der Wiedergabe des Gesehenen entstehen Erinnerungs-Metamorphosen, es entsteht eine Zeit zwischen den Zeiten. Zeitlos schön in den über 500 Jahre alten Räumen der Alten Vogtei.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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