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Trial-Fahrerin Sophia ter Jung aus Wahlbach
Die hohe Kunst der Motorrad-Akrobatik

Jens ter Jung (links), seines Zeichens siebenmaliger Deutscher Trial-Meister, begeisterte seine Tochter Sophia (rechts) schon früh für den Motorradsport. Heute unterstützt er die 21-jährige Wahlbacherin als Trainer.
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  • Jens ter Jung (links), seines Zeichens siebenmaliger Deutscher Trial-Meister, begeisterte seine Tochter Sophia (rechts) schon früh für den Motorradsport. Heute unterstützt er die 21-jährige Wahlbacherin als Trainer.
  • Foto: Jan Peters
  • hochgeladen von Silas Münker

sila Wahlbach. Bereits mit vier Jahren stand Sophia ter Jung das erste Mal auf einem Motorrad. Auf der Wiese des elterlichen Hauses unternahm die Wahlbacherin die ersten Anläufe, um ihren Vater Jens in der Ausübung des sogenannten Trialsports zu beerben. „Als Vierjährige kann man sich eben noch nicht so richtig wehren“, scherzt die 21-Jährige mit Blick auf ihre Anfänge heute. Ihr erstes Kleinmotorrad, eine 50er Automatic der spanischen Marke GasGas, das sie von ihrem Vater und heutigen Trainer als Weihnachtsgeschenk bekam, legte den Grundstein für eine jetzt schon beachtliche Karriere in der Nischensportart.

sila Wahlbach. Bereits mit vier Jahren stand Sophia ter Jung das erste Mal auf einem Motorrad. Auf der Wiese des elterlichen Hauses unternahm die Wahlbacherin die ersten Anläufe, um ihren Vater Jens in der Ausübung des sogenannten Trialsports zu beerben. „Als Vierjährige kann man sich eben noch nicht so richtig wehren“, scherzt die 21-Jährige mit Blick auf ihre Anfänge heute. Ihr erstes Kleinmotorrad, eine 50er Automatic der spanischen Marke GasGas, das sie von ihrem Vater und heutigen Trainer als Weihnachtsgeschenk bekam, legte den Grundstein für eine jetzt schon beachtliche Karriere in der Nischensportart.

„Die meisten Menschen können mit dem Begriff ,Motorrad-Trial’ leider nicht viel anfangen“, weiß Sophia ter Jung um die weitgehende Unbekanntheit der Sportart, die in den 1910er Jahren ihren Ursprung in England nahm. Beim Trial handelt es sich um einen Geschicklichkeitssport, dessen Ziel es ist, ein speziell dafür vorgesehenes Motorrad durch unwegsames Gelände zu manövrieren. Es ist der Versuch (englisch: Trial), dies möglichst fehlerfrei zu schaffen und dabei stets beide Beine auf dem Motorrad zu behalten.

Geschick ist gefragt

Ob auf zwei Rädern oder auf einem Rad, in der Halle oder unter freiem Himmel – gefragt sind Körperbeherrschung, Konzentration und technische Versiertheit. „Viele denken, dass es, wie bei den meisten Motorsportarten, um Geschwindigkeit gehen würde. Beim Trial geht es aber vielmehr darum, die Balance zu halten. Es ist besonders reizvoll, dass man sich immer neue Tricks und Herausforderungen einfallen lassen kann, weil die Möglichkeiten praktisch unbegrenzt sind“, schwärmt die Motorrad-Artistin.

Jens ter Jung, seines Zeichens siebenmaliger Deutscher Trial-Meister in den 1990er Jahren, gab die Begeisterung für „die hohe Schule auf zwei Rädern“ an seine Tochter weiter. Mit zehn Jahren bestritt diese ihr erstes offizielles Rennen, den Ladies Cup 2010 in Kerzenheim in der Pfalz. Schnell folgten für die Fahrerin des MSC Freier Grund die nächsten überregionalen Wettbewerbe. Was mit der Teilnahme an den Meisterschaftsläufen im Westdeutschen Trialpokal begann, fand 2015 mit der Beteiligung an den Deutschen Meisterschaften und der Weltmeisterschaft im tschechischen Sokolov einen weiteren Höhepunkt. „Ich habe bei meiner ersten WM einen Lauf mit zwei Runden und jeweils 15 Sektionen absolviert. Im darauffolgenden Jahr bin ich dann die komplette WM-Saison gefahren“, erinnert sich die 21-Jährige zurück.

Erste Podestplätze 2017

Die ersten Podestplätze bei der Trial-Weltmeisterschaft ließen nicht lange auf sich warten – 2017 war es bei den Strecken in Frankreich und Italien soweit. Auch im innerdeutschen Ranking wusste sich die Wahlbacherin stetig zu verbessern. Während 2018 noch die achte Gesamtplatzierung bei den Deutschen Meisterschaften der Frauen heraussprang, holte sie im Jahr 2019 in selbiger mit dem 3. Rang Bronze.

Das weitere Medaillensammeln fand – wie bei so vielen Sportlern im Jahr 2020 – durch die Corona-Pandemie vorerst ein jähes Ende. Der Trainingsbetrieb auf dem Motorrad war über mehrere Monate stark eingeschränkt, auch auf Leistungsvergleiche musste die Nachwuchsathletin verzichten. „Wettkämpfe sind immer das beste Training. Insofern war es schwierig, dass das eine Zeit lang nicht möglich war“, berichtet ter Jung, die 2021 allerdings wieder angriff. Bei den Deutschen Meisterschaften landete sie in der Gesamtwertung erneut auf dem 3. Rang, freute sich bei den DM-Wertungsläufen über einen Sieg und zwei 2. Plätze.

Auch das Training, das trotz Wind und Wetter zumeist unter offenem Himmel stattfindet, war wieder regelmäßig möglich. „Man muss die Fahrweise dann an die jeweiligen Witterungsbedingungen anpassen“, erzählt die 21-Jährige, auf die in den kommenden Monaten gleich mehrere Highlights zukommen.

Mehrere Höhepunkte warten

Neben der im April beginnenden Europameisterschaft sowie der im Juni beginnenden Deutschen Meisterschaft steht auch wieder eine Weltmeisterschafts-Saison auf der Agenda. Das Besondere: Einer der insgesamt sechs dazugehörigen Läufe findet vom 8. bis zum 10. Juli erstmals in Neunkirchen statt. Etwa 100 Fahrerinnen und Fahrer werden dann auf dem Gelände der ortsansässigen PWS Offroad GmbH gastieren.

Für Sophia ter Jung, die seit 2019 Teil des PWS-Rennteams ist und aktuell eine Ausbildung beim Siegerländer Unternehmen absolviert, steht das „Heimspiel“ deshalb in doppelter Hinsicht unter außergewöhnlichen Vorzeichen: „Es gab noch nie einen Weltmeisterschafts-Lauf in Neunkirchen, deshalb ist das für mich etwas Besonderes. Konkrete Ziele möchte ich für das Jahr 2022 aber nicht ausgeben, weil ich mich damit selber zu sehr unter Druck setzen würde. Die Hauptsache ist, dass ich mein Bestes gebe und mit der gezeigten Leistung zufrieden bin.“

Autor:

Silas Münker aus Siegen

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