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Linda Heinz trifft und trifft und trifft
Die „Torminatorin“ aus dem Hickengrund

Linda Heinz lässt es auf dem Fußball-Platz gerne krachen – und zwar im gegnerischen Gehäuse. Die 19-jährige Angreiferin der SG Hickengrund ist seit Jahren die „Torminatorin“ der Frauen-A-Kreisliga Siegen-Wittgenstein.
  • Linda Heinz lässt es auf dem Fußball-Platz gerne krachen – und zwar im gegnerischen Gehäuse. Die 19-jährige Angreiferin der SG Hickengrund ist seit Jahren die „Torminatorin“ der Frauen-A-Kreisliga Siegen-Wittgenstein.
  • Foto: Uwe Bauschert
  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Holzhausen. Der 20. Oktober des vergangenen Jahres wird Linda Heinz wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur, weil das Frauen-Team der SG Hickengrund den SV Feudingen mit 31:0 (17:0) vom „Hoorwasen“ fegte. Sondern auch, weil die junge Angreiferin aus Holzhausen in diesem Spiel der Fußball-A-Kreisliga Siegen-Wittgenstein den Ball sage und schreibe 19 Mal im Netz der Wittgensteinerinnen versenkte. 19 Tore in einem Spiel! Gibt’s nicht? Gibt’s doch!

Linda Heinz – die „Torminatorin“. Schon in den vergangenen Jahren bestach die Stürmerin mit einer Knaller-Quote. In der Saison 2016/17, als sie noch samstags bei den A-Juniorinnen und tags darauf bei den Frauen der SG Hickengrund spielte, erzielte sie sagenhafte 216 Tore (!) in 31 Partien.

ubau Holzhausen. Der 20. Oktober des vergangenen Jahres wird Linda Heinz wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur, weil das Frauen-Team der SG Hickengrund den SV Feudingen mit 31:0 (17:0) vom „Hoorwasen“ fegte. Sondern auch, weil die junge Angreiferin aus Holzhausen in diesem Spiel der Fußball-A-Kreisliga Siegen-Wittgenstein den Ball sage und schreibe 19 Mal im Netz der Wittgensteinerinnen versenkte. 19 Tore in einem Spiel! Gibt’s nicht? Gibt’s doch!

Linda Heinz – die „Torminatorin“. Schon in den vergangenen Jahren bestach die Stürmerin mit einer Knaller-Quote. In der Saison 2016/17, als sie noch samstags bei den A-Juniorinnen und tags darauf bei den Frauen der SG Hickengrund spielte, erzielte sie sagenhafte 216 Tore (!) in 31 Partien. Und auch danach ließ es Linda Heinz krachen. 42 „Buden“ in der Saison 2017/18 (in zehn Spielen) und 66 Tore in der Spielzeit 2018/19 (in 16 Spielen) zeugen von der beeindruckenden Treffsicherheit der jungen „Hickin“, die seit ihrem zehnten Lebensjahr dem runden Leder hinterher jagt und vorher als  Trampolinturnerin und Leichtathletin aktiv war. In der aktuellen Runde hat Linda Heinz schon wieder 71 Mal das gegnerische Tornetz erzittern lassen (in 15 Spielen). Zahlen, die imponierender kaum sein könnten – um die die Holzhausenerin aber gar nicht viel Aufheben machen möchte.

Torjäger-Talent vererbt

„Ich stehe nicht so gerne im Mittelpunkt“, sagt die 19-Jährige. „Natürlich freue ich mich, wenn ich viele Tore schieße. Aber das persönliche Erfolgserlebnis steht für mich nicht im Vordergrund. Das war mir noch nie so wichtig. Entscheidend ist, dass wir als Mannschaft Erfolg haben“, betont Linda Heinz, der das Torjäger-Talent in die Wiege gelegt wurde. Papa Andreas stürmte einst ebenfalls für die SG Hickengrund und lehrte so manchen gegnerischen Abwehrspieler das Fürchten.

„Ohne mein Team läuft nichts“

Diesen Part hat nun seine Tochter übernommen. Die zeichnet neben ihrem ausgewiesenen Torriecher vor allem ihre Schnelligkeit aus. „Dadurch kann ich schon viel rausholen“, sagt Linda Heinz, um dann noch ein Erfolgsgeheimnis preis zu geben. „Als wir vor Jahren mal in einem Spiel viele Chancen vergeben haben, hat unser Trainer in der Halbzeit zu uns gesagt: Schießt den Ball lieber überlegt flach in die Ecke anstatt einfach drauf zu hauen. Das war kein schlechter Tipp“, schmunzelt die „Knipserin“, die im SZ-Gespräch immer wieder herausstellt, dass die Spiele ihrer Mannschaft keine „One-Woman-Shows“ seien. „Ohne mein Team läuft nichts“, betont Linda Heinz. „Meine Mannschaftskameradinnen kennen mich und meine Spielweise. Sie wissen, wie sie mich am besten einsetzen können. Das gibt mir auch Sicherheit für mein Spiel.“

"Sie hat einfach alles, was eine gute Spielerin auszeichnet“

Dass Linda Heinz eine Ausnahmespielerin für die Frauen-A-Kreisliga ist, das weiß natürlich auch Coach Marvin Diehl, der das Team der „Hickinnen“ gemeinsam mit Yannic Brück trainiert. „Auf Linda ist Verlass. Sie würde wahrscheinlich auch bei uns in der Ersten noch zehn bis 15 Tore schießen“, sagt Diehl mit einem Augenzwinkern. „Linda ist aber nicht nur äußerst treffsicher, sie spielt auch sehr mannschaftsdienlich und arbeitet gut gegen den Ball. Sie ist schnell, verbissen, ehrgeizig, zweikampfstark – sie hat einfach alles, was eine gute Spielerin auszeichnet“, lobt Diehl. Er sagt aber auch: „Selbstverständlich macht Linda einen großen Teil unseres Erfolges aus, aber wir haben auch noch andere gute Spielerinnen im Team.“

Erst Fachabitur, dann Ausbildung zur Physiotherapeutin

Der Blick auf die Tabelle untermauert diese Aussage. Denn nach 15 Spielen rangiert die SG Hickengrund auf Platz 1 (39 Punkte). Dahinter folgen der FC Ebenau 2. (36), die SG Lütringhausen/Oberveischede/Kleusheim und der SV Setzen (beide 33). Wann und ob die Saison fortgesetzt wird, weiß in Zeiten der Corona-Pandemie derzeit niemand. „Es wäre jedenfalls extrem schade, wenn es wieder nicht mit dem Aufstieg klappen würde“, sagt Linda Heinz, die derzeit im Rahmen ihres Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) im Altenheim in Lützeln ihren Dienst verrichtet. Im August will sie das Fachabitur in der Tasche haben, um dann eine Ausbildung zur Physiotherapeutin zu beginnen.

Einmal "Hickin", immer "Hickin"

Aber egal wie die laufende Saison auch endet: Linda Heinz wird auch in der kommenden Spielzeit ihre Schussstiefel für die SG Hickengrund schnüren. Gedanken, zu einem höherklassigen Verein zu wechseln, hegt die Torjägerin nicht. Anfragen habe es zwar immer wieder mal gegeben, erzählt sie, doch die habe sie bislang stets abschlägig beschieden. „Auch wenn es viele nicht verstehen können: Ich habe keine Lust auf Abenteuer. Ich bin sehr heimatverbunden und liebe meinen Heimatort Holzhausen. Bei der SG Hickengrund weiß ich, was ich habe. Ich kenne die meisten meiner Teamkolleginnen schon seit Jahren und bin auch mit vielen befreundet. In diesem Umfeld fühle ich mich wohl, hier macht mir das Fußballspielen Spaß“, sagt sie.

Ganz klar: Linda Heinz trägt ihren Heimatverein in ihrem Herzen. Getreu dem Motto: einmal „Hickin“, immer „Hickin“. Eine derart ausgeprägte Vereinstreue ist in der heutigen schnelllebigen Fußballwelt eher die Ausnahme als die Regel. Umso wohltuender ist es!

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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