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„Düsseldorf Masters“
Erst Topstar Boll stoppt Mengels Siegeszug

Steffen Mengel trumpfte beim „Düsseldorf Masters“ groß auf. Der aus Holzhausen stammende Tischtennis-Profi belegte beim ersten Turnier ohne Zuschauer während der Corona-Pandemie überraschend den 2. Platz hinter Rekord-Europameister Timo Boll.
  • Steffen Mengel trumpfte beim „Düsseldorf Masters“ groß auf. Der aus Holzhausen stammende Tischtennis-Profi belegte beim ersten Turnier ohne Zuschauer während der Corona-Pandemie überraschend den 2. Platz hinter Rekord-Europameister Timo Boll.
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  • hochgeladen von Uwe Bauschert (Redakteur)

ubau Düsseldorf. Neustart nach Maß für Steffen Mengel: Nach mehr als zweimonatiger Wettkampfpause ist dem Tischtennis-Profi aus Holzhausen auf Anhieb ein echter Achtungserfolg gelungen. Beim „Düsseldorf Masters“, dem ersten Turnier (ohne Zuschauer) während der Corona-Pandemie, wurde der Siegeszug des Südsiegerländers erst im Finale gestoppt. Hier musste sich der 31-Jährige dem für Borussia Düsseldorf spielenden Rekord-Europameister Timo Boll mit 1:3 Sätzen (10:12, 8:11, 12:10, 6:12) geschlagen geben.

„Ich bin mit meinem Abschneiden sehr zufrieden. Platz 2 bei diesem gut besetzten Turnier zu erreichen, ist ein Erfolg für mich, schließlich waren das gesamte Team von Borussia Düsseldorf und fast alle deutschen Topspieler am Start. Ich habe in allen vier Partien ganz gut gespielt.

ubau Düsseldorf. Neustart nach Maß für Steffen Mengel: Nach mehr als zweimonatiger Wettkampfpause ist dem Tischtennis-Profi aus Holzhausen auf Anhieb ein echter Achtungserfolg gelungen. Beim „Düsseldorf Masters“, dem ersten Turnier (ohne Zuschauer) während der Corona-Pandemie, wurde der Siegeszug des Südsiegerländers erst im Finale gestoppt. Hier musste sich der 31-Jährige dem für Borussia Düsseldorf spielenden Rekord-Europameister Timo Boll mit 1:3 Sätzen (10:12, 8:11, 12:10, 6:12) geschlagen geben.

„Ich bin mit meinem Abschneiden sehr zufrieden. Platz 2 bei diesem gut besetzten Turnier zu erreichen, ist ein Erfolg für mich, schließlich waren das gesamte Team von Borussia Düsseldorf und fast alle deutschen Topspieler am Start. Ich habe in allen vier Partien ganz gut gespielt. Auch im Finale kann ich mir nur wenig vorwerfen“, bilanzierte Mengel, der seit 2018 für den thüringischen Klub Post SV Mühlhausen in der Tischtennis-Bundesliga spielt.

"Ein bisschen wie auf einer Beerdigung"

In seiner Auftaktpartie feierte der an Position acht gesetzte Mengel am Pfingstmontag einen 3:1-Sieg gegen Dennis Klein vom 1. FC Saarbrücken (11:5, 5;11, 11:3, 11:7). „Das war eine ganz komische Atmosphäre. Kein Publikum, kein Beifall, keine Stimmen um einen herum – daran musste man sich erst mal gewöhnen. Es hat sich ein bisschen angefühlt wie auf einer Beerdigung. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so still war es. In diesem Umfeld Spannung aufzubauen, war gar nicht so einfach“, schilderte Mengel seine Eindrücke vom ersten „Geisterspiel“.

Halbfinal-Sieg gegen den an Position drei gesetzten Schweden Karlsson

Am Dienstag kam die aktuelle Nummer 140 der Weltrangliste besser mit den Gegebenheiten zurecht. Im Viertelfinale traf Mengel zunächst auf Benedikt Duda vom TTC Bergneustadt. Zwar waren alle Sätze hart umkämpft, doch am Ende stand ein glatter 3:0-Erfolg für den Mannschafts-Vizeweltmeister von 2014 zu Buche (11:8, 12:10, 11:9) – das Halbfinal-Ticket war gelöst. Doch es kam noch besser für Mengel: In der Runde der letzten Vier bezwang der Deutsche Einzel-Meister von 2013 und Deutsche Doppel-Meister von 2015 den an Position sechs gesetzten Dang Qiu vom ASV Grünwettersbach mit 3:1 (11:5, 8:11, 11:3, 11:7). Im zweiten Semifinale setzte sich Topfavorit Timo Boll gegen den an Nummer drei gesetzten Schweden Kristian Karlsson in vier Sätzen durch (11:4, 6:11, 11:5, 11:6).

Drei Sätze im Finale hart umkämpft

Im Finale bot Mengel dem erfolgreichsten deutschen Tischtennisspieler lange Zeit Paroli. Den ersten Satz musste der Siegerländer nur denkbar knapp mit 10:12 abgeben. Auch der zweite Durchgang ging mit 11:8 an den 39-jährigen Boll. Der dritte Satz war ebenfalls hart umkämpft. Doch diesmal hatte Mengel, der in der Region für den TV Holzhausen, den VfB Burbach und die DJK TuS 02 Siegen aufschlug, mit 12:10 das bessere Ende für sich. Aber die Hoffnung auf ein Happy End erfüllte sich nicht. Boll spielte in Durchgang vier seine ganze Klasse aus und machte den Turniersieg perfekt (11:6).

Kuriosum im Endspiel

„Ich denke, dass ich gut dagegen gehalten habe und trotz der Niederlage eine gute Leistung gezeigt habe. Kurios war, dass im Finale mit einem Ball gespielt wurde, mit dem bis dato nur die Spieler aus der anderen Tableau-Hälfte gespielt hatten, also auch Timo Boll. Da musste ich mich schon ein wenig umstellen. Aber unabhängig davon hat sich Timo Boll letztlich verdientermaßen durchgesetzt“, resümierte Mengel, der ein positives Fazit der Auftaktveranstaltung in Düsseldorf zog: „Wir haben zwar die ganze Zeit über normal trainiert, aber nach einer so langen Spielpause war es schön und auch wichtig, wieder einen seriösen Wettkampf mit Schiedsrichter und abgetrennter Box bestreiten zu können.“

Hintergrund:
Keine Bundesliga, keine Champions League, keine internationalen Turniere – die Tischtennis-Profis hatten aufgrund der Corona-Pandemie seit etlichen Wochen keine Wettkämpfe mehr bestritten. Da Not bekanntlich erfinderisch macht, wurde das „Düsseldorf Masters“ ins Leben gerufen. „Spiritus Rector“ der Veranstaltung ist Bundestrainer Jörg Roßkopf. Die aktuell weltweit einzige Turnierreihe auf diesem Niveau, die in den kommenden drei Monaten nahezu wöchentlich im ARAG-Center-Court durchgeführt wird, soll den deutschen Nationalspielern, den Spielern von Borussia Düsseldorf und den Akteuren der Trainingsgruppe am Deutschen Tischtennis-Zentrum in Düsseldorf Spielpraxis verschaffen. Das von Borussia Düsseldorf mit Unterstützung des Deutschen Tischtennis-Bundes veranstaltete Turnier wird zunächst als Zwei-Tages-Format angeboten, ab der dritten Turnierwoche soll an drei Wochentagen gespielt werden. Das „Düsseldorf Masters“ wird im K.o.-System mit bis zu 16 Teilnehmern durchgeführt. Den Abschluss der bis mindestens in den August geplanten Serie bildet ein Finalturnier mit acht Profis, für das sich die Athleten qualifizieren müssen bzw. über eine Wildcard zugelassen werden. Auch bei diesem Turnier müssen strenge hygienische und logistische Voraussetzungen erfüllt werden. Zuschauer sind nicht erlaubt. Alle Teilnehmer wohnen entweder in Düsseldorf oder trainieren dort im Deutschen Tischtennis-Zentrum. Während eines Matches gibt es keinen Seitenwechsel oder Handschlag zwischen den Spielern. Die Bälle werden regelmäßig ausgetauscht und desinfiziert.

Autor:

Uwe Bauschert (Redakteur) aus Siegen

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