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Altenkirchener Autorin Sonja Roos veröffentlicht zweiten Roman
„Der Windhof“ erzählt eine Familiengeschichte

Die gebürtige Westerwälderin Sonja Roos stellte im Gespräch mit der SZ neuen Roman „Der Windhof“ vor.

gum Altenkirchen/Hachenburg. Eine glücksstrahlende Sonja Roos hat es geschafft. Nachdem 2019 im Hamburger Acabus-Verlag das erste Buch der Altenkirchener Schriftstellerin „Für immer und ein viertel Jahr“ veröffentlicht und im Verlag unter „unsere Besteller“ angeboten worden ist, erscheint am Montag, 19. Juli, ihr zweiter Roman: „Der Windhof“. Darin lässt Roos, die Germanistik und Anglistik studierte, ihre Leserschaft eintauchen in die Welt ihrer Kindertage im Westerwald, in eine Landschaft die geprägt ist durch waldreiche Hochlandschaften und in der ein ausgeprägt raues Klima herrscht.
Schon seit der Schulzeit wusste die Autorin, dass sie mit Wörtern gut umgehen kann, und auch in der Abi-Zeitung ist nachzulesen, dass sie auf jeden Fall beruflich schreiben wolle. „Der Traum war immer da.

gum Altenkirchen/Hachenburg. Eine glücksstrahlende Sonja Roos hat es geschafft. Nachdem 2019 im Hamburger Acabus-Verlag das erste Buch der Altenkirchener Schriftstellerin „Für immer und ein viertel Jahr“ veröffentlicht und im Verlag unter „unsere Besteller“ angeboten worden ist, erscheint am Montag, 19. Juli, ihr zweiter Roman: „Der Windhof“. Darin lässt Roos, die Germanistik und Anglistik studierte, ihre Leserschaft eintauchen in die Welt ihrer Kindertage im Westerwald, in eine Landschaft die geprägt ist durch waldreiche Hochlandschaften und in der ein ausgeprägt raues Klima herrscht.
Schon seit der Schulzeit wusste die Autorin, dass sie mit Wörtern gut umgehen kann, und auch in der Abi-Zeitung ist nachzulesen, dass sie auf jeden Fall beruflich schreiben wolle. „Der Traum war immer da.“ Der Tod einer guten Freundin sei ein Wendepunkt gewesen, da habe sie zum ersten Mal über das nachgedacht, was sie eigentlich schon immer tun wollte.

Schreib-Ermutigung durch die Familie

Das mit dem Buchschreiben habe sie allerdings erst einmal weit weggeschoben, schließlich hat die berufstätige Mutter von drei Mädchen einen stressigen Alltag. Dass die Kinder Emily, Carolina und Matilda und Ehemann Tom versuchen, sie nach Kräften zu entlasten, darüber ist sie sehr froh. Ideen habe sie viele, vor allem die eigene Familie inspiriere sie.
Den neuen Roman „Der Windhof“ hatte sie schon länger fertig, immer noch in der Schublade liegen und ab und an überarbeitet. Ihr Ehemann, ihr größter Fan, strengster Kritiker und in puncto Recherchen bester Berater, ermunterte sie dazu, das Buch über eine Literaturagentur zu vermarkten. Es sei doch viel zu schade für die Schublade. Ihr Literaturagent stellte das Werk unter dem damaligen Titel „Die Distelfrauen“ auf der Buchmesse in Frankfurt vor, woraufhin Roos acht Angebote von großen Verlagen bekam. Sie entschied sich für den Goldmann Verlag, weil die Lektorin in einer netten Mail ihr Interesse am Westerwald bekundete.

"Der Windhof" passt zum Westerwälder Klima

Der Titel „Die Distelfrauen“ klang der Lektorin allerdings zu literarisch, weshalb er in „Der Windhof“, passend zur rauen und windigen Landschaft, geändert wurde. Das Cover zeigt die ansprechende typische Westerwaldlandschaft mit Fachwerkhaus, ähnlich dem Elternhaus ihres Vaters in Walterschen, in dem der Roman, sowohl in den 30er-Jahren als auch in der Gegenwart spielt. Ihre Tante Hetti, die bis zu ihrem Tode dort zu Hause war, hat die Autorin oft besucht.
Im Roman leben die beiden Protagonisten, Großmutter Lene und Enkeltochter Mel, in dem alten Bauernhaus in Walterschen. Beide haben bisher kaum Kontakt zueinander gehabt. Die 30-jährige Mel hat durch einen Fahrradunfall ihren Mann verloren und sich seitdem total zurückgezogen. Auf Bitten der Eltern fährt sie zur Großmutter, die sich bei einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hat, um diese zu unterstützen.

Eigene Familiengeschichte eingewoben

Hier hat Sonja Roos die eigene Familiengeschichte in ihr Buch eingebunden. In der Familie ihres Ehemannes starb die ältere Schwester im Kindbett, und die jüngere musste deren Pflichten und Aufgaben übernehmen, was wohl zur damaligen Zeit in den Familien nicht unüblich war.

„Da habe ich mich gefragt, was macht das mit einem Menschen, wenn er als Ersatz für jemanden leben muss?“

Da sie der Zweite Weltkrieg immer noch beschäftige, sie aber keinen rein historischen Roman schreiben wollte, kam ihr die Idee der zweiten Zeitebene.
In der Vergangenheitsebene fängt Oma Lene irgendwann einmal an, Mel ihre Lebensgeschichte zu erzählen. 1936 kommt sie im Alter von 17 Jahren als „Ersatzbraut“ nach dem Tod der Schwester zu Paul in den Westerwald und ist mit der neuen Aufgabe völlig überfordert. Zur Seite steht ihr die jüdische Magd Ruth. Lene findet sich nach und nach ein und versteht letztendlich auch, weshalb sich ihre Schwester in Paul verliebt hat. Als der Krieg ausbricht, muss Paul an die Front, Ruth verschwindet in der Reichspogromnacht.

Wie ist das, das Leben eines anderen zu leben?

In der Jetzt-Ebene findet Mel durch die Geschichte der Großmutter Halt in ihrem Leben. Sie verliebt sich neu und stellt fest, dass der Arzt Noah verbandelt ist mit ihrer Lebensgeschichte. Der nächste Roman, der ebenfalls mit der Familiengeschichte zu tun hat, ist bereits fertig und erscheint im September 2022 im Goldmann-Verlag.
Am Dienstag, 20. Juli, stellt Sonja Roos ihren Roman „Der Windhof“ ab 19.30Uhr in der Stadthalle in Hachenburg und am Samstag, 24. Juli, ab 17 Uhr im Martin-Luther-Saal in Altenkirchen vor.

Autor:

Gaby Wertebach (Freie Mitarbeiterin) aus Betzdorf

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