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Allenbach Rock-Radio
Dietmar Schwaak auf den Spuren von Mal Sondock

Die Frage nach Dietmar Schwaaks Lieblingskünstler erübrigt sich beim Blick auf das LP-Cover: Bruce Springsteen!
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  • hochgeladen von Peter Helmes (Redakteur)

ph Allenbach.  Er könnte glatt als der Mal Sondock vom Allenbacher Bühl durchgehen. Zwar verzichtet Dietmar Schwaak auf das flotte Mundwerk des amerikanischen Hörfunk-Moderators (1934 – 2009), dessen „Diskothek im WDR“ die Ü50-Generation zwischen 1967 und 1980 Woche für Woche mit ihren Tonbandgeräten oder Kassettenrekordern vors Radio lockte. Aber musikalisch liegen beide auf ähnlicher Wellenlänge. Mit einem Unterschied: Während seinerzeit eine jugendliche Jury bei Neuerscheinungen auf „Hit oder Niete“ tippte, braucht sich der Allenbacher über so etwas keine Gedanken zu machen. Zum einen beinhaltet seine Titelauswahl Hits ohne Ende, zum anderen sind die damaligen Neuerscheinungen längst gestandene Oldies.

ph Allenbach.  Er könnte glatt als der Mal Sondock vom Allenbacher Bühl durchgehen. Zwar verzichtet Dietmar Schwaak auf das flotte Mundwerk des amerikanischen Hörfunk-Moderators (1934 – 2009), dessen „Diskothek im WDR“ die Ü50-Generation zwischen 1967 und 1980 Woche für Woche mit ihren Tonbandgeräten oder Kassettenrekordern vors Radio lockte. Aber musikalisch liegen beide auf ähnlicher Wellenlänge. Mit einem Unterschied: Während seinerzeit eine jugendliche Jury bei Neuerscheinungen auf „Hit oder Niete“ tippte, braucht sich der Allenbacher über so etwas keine Gedanken zu machen. Zum einen beinhaltet seine Titelauswahl Hits ohne Ende, zum anderen sind die damaligen Neuerscheinungen längst gestandene Oldies.
Seit 2008 sitzt Dietmar Schwaak hinter den Reglern und stellt ein Programm zusammen, das in Dauerschleife auf laut.fm, einem Webportal zur Gestaltung eigener Online-Radioprogramme, läuft. In einer Zeitschrift hatte er eine Notiz gelesen, in der Interessierte zum Erstellen von Internet-Sendungen jenseits des allgemeinen Radio-Mainstreams ermuntert wurden. Der heute 62-Jährige befand sich unter den ersten 50 Bewerbern und bekam einen Sendeplatz auf der Serverplattform zur Verfügung gestellt.

Seither streamt „DJ Dee Dee“ („weil mich eh alle so nennen“) via „Allenbach Rock-Radio“ diverse Musikblöcke, denen er teils ebenso amüsante wie vielsagende Titel verpasst hat. So verbergen sich hinter „Rocking around Mount Kiddi“ – gemeint ist der Kindelsberg – ausnahmslos Interpreten aus der hiesigen Region.
Etliche Amateurbands und -solisten aus diversen Gegenden Deutschlands haben Material eingereicht und kommen ebenso zu Gehör wie Krautrocker, freitägliche „Bloodshot Drinking Songs“ (in deren Texten Getränke aller Art auftauchen) oder „Altmänner-Mucke“ (Künstler über 50). „Blaue Nacht am Hafen“ (Musik von der Küste) spiegelt Schwaaks Affinität zum hohen Norden wider. Montags erklingen alte Schlager, deren Motto Johannes Heesters lieferte: „Mein Herz müsste ein Rundfunksender sein“.
Jahr für Jahr über Pfingsten läuft nonstop ein „KulturPur“-Repertoire mit Akteuren, die im Laufe der Jahre auf der Ginsberger Heide aufgetreten sind. Hinzu gesellen sich themenbezogene Nachtprogramme von ca. 22 bis 6 Uhr, in denen der inzwischen pensionierte Polizeihauptkommissar entweder bestimmte Jahre oder kultige Künstler in den Fokus rückt.
Liegt der Schwerpunkt der Songauswahl auf den 1970er-Jahren, so umfasst die dargebotene Bandbreite zahlreiche Facetten populärer Musik ab den 1940er-Jahren aufwärts – von Rock und Pop über Schlager, Blues und Country bis hin zum Jazz und Soul. Diese Vielseitigkeit zeugt von Dietmar Schwaaks persönlicher geschmacklicher Bandbreite.
Auf Anmoderationen verzichtet der Nordsiegerländer. Stattdessen hat er zwei von Profis erstellte Jingles eingestreut: „Rock ’ n ’ Roll Is Here To Stay – Allenbach Rock-Radio“ erklingt wahlweise mit männlicher oder weiblicher Stimme.

"Das ist einfach ein Spaß"

„Das ist einfach ein Spaß“, beschreibt Dietmar Schwaak sein Hobby. Wobei er nicht verhehlt, dass er – insbesondere während der Startphase – enorm viel Freizeit hineingesteckt hat. Inzwischen ist eine gewisse Routine eingekehrt. Das Rahmenprogramm steht, aber selbstverständlich sind Aktualisierungen an der Tagesordnung. Sein Pool, aus dem er schöpfen kann, geht in die Tausende. Überdies kann er bei Bedarf auf eine Auswahl von laut.fm zurückgreifen.
In soziale Netzwerke hat sich der „Radiomacher“ bislang nicht einspannen lassen – und hat es eigentlich auch gar nicht vor. Reaktionen auf seine Songauswahl erhält „DJ Dee Dee“ in erster Linie über Statistiken des Web-Senders. Die geben Aufschluss, wer wo was bevorzugt hört. In der Spitze hatte Dietmar Schwaak demnach einmal rund 8600 Zuhörer im Dezember 2017. Solch hohe Zahlen sind freilich eher die Ausnahme. Gleichwohl besitzt er eine recht treue Hörerschar – etwa in Großstädten wie Hamburg, Berlin und München – aber auch in Wiesbaden, Wetzlar oder Rheinhausen (Niedersachsen). Siegen taucht erstaunlicherweise seltener auf.
Ist sein eigener Musikgeschmack durchaus breitgefächert, so hat der 62-Jährige doch einige Favoriten, ohne deren Scheiben er wohl nicht auf eine einsame Insel ziehen würde – allen voran Bruce Springsteen, Udo Lindenberg, Kris Kristofferson oder die Rolling Stones. Gestandene Kerle wie der dunkelhaarige Graubart selbst.
Bestens kann sich der Allenbacher Rockfan noch an seine ersten Schallplattenkäufe erinnern: CCR’s LP „Pendulum“ und „Molina“, eine nicht ganz so bekannte Single aus dem vorletzten Album der Hitfabrikanten aus dem kalifornischen Berkeley. 1970 war das bei Bender & Jäger in der Hilchenbacher Bruchstraße. Zeitlose „Mucke“ – genau wie die auf „Allenbach Rock-Radio“.

Autor:

Peter Helmes (Redakteur) aus Siegen

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