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Judy Winter im SZ-Interview
Familie Bundschuh im Weihnachtschaos

Oma Susanne (Judy Winter) hat sich vor Weihnachten das Sprunggelenk gebrochen und ist pleite. Trotzdem lässt sie es sich gut gehen und bringt bei den Bundschuhs das Fass zum Überlaufen.
  • Oma Susanne (Judy Winter) hat sich vor Weihnachten das Sprunggelenk gebrochen und ist pleite. Trotzdem lässt sie es sich gut gehen und bringt bei den Bundschuhs das Fass zum Überlaufen.
  • Foto: ZDF/Volker Roloff
  • hochgeladen von Peter Helmes (Redakteur)

la Berlin. Wer wünscht sich das nicht: Friedliche Weihnachten im Kreise der Familie, mit Kerzenschein, wenn auch elektrisch, geschmücktem Tannenbaum und Harmonie untereinander. Gundula Bundschuh (Andrea Sawatzki) hängt diesem Traum nach. Doch auch in der fünften Folge der Reihe kracht es, dass die Tannenbaumspitzen wackeln. Da nützt auch Gatte Gerald (Axel Milberg) der treue „Dackelblick“ nichts. Der Haussegen hängt schief an diesem Montag ab 20.15 Uhr im ZDF.
Schwägerin Rose (Eva Löbau) und Baby Eddi Barak haben sich im Hause Bundschuh breitgemacht. Derweil Roses Gatte Hadi (Stephan Grossmann) mit der Vorstellung fremdelt, das Kind eines anderen Mannes aufzuziehen. Er lebt daher im Wohnwagen auf dem Grundstück von Mutter Ilse (Thekla Carola Wied).

la Berlin. Wer wünscht sich das nicht: Friedliche Weihnachten im Kreise der Familie, mit Kerzenschein, wenn auch elektrisch, geschmücktem Tannenbaum und Harmonie untereinander. Gundula Bundschuh (Andrea Sawatzki) hängt diesem Traum nach. Doch auch in der fünften Folge der Reihe kracht es, dass die Tannenbaumspitzen wackeln. Da nützt auch Gatte Gerald (Axel Milberg) der treue „Dackelblick“ nichts. Der Haussegen hängt schief an diesem Montag ab 20.15 Uhr im ZDF.
Schwägerin Rose (Eva Löbau) und Baby Eddi Barak haben sich im Hause Bundschuh breitgemacht. Derweil Roses Gatte Hadi (Stephan Grossmann) mit der Vorstellung fremdelt, das Kind eines anderen Mannes aufzuziehen. Er lebt daher im Wohnwagen auf dem Grundstück von Mutter Ilse (Thekla Carola Wied).
Doch das Fass zum Überlaufen bringt Oma Susanne (Judy Winter), die sich bei einem Sturz auf dem Weihnachtsmarkt das Sprunggelenk gebrochen hat und jetzt, nach OP und Krankenhaus, von Gundula gepflegt werden muss. Als Gerald dann auch noch die medizinischen Kosten seiner Mutter mit dem Ersparten für die Ausbildung der Kinder bezahlen möchte, platzt Gundula der Kragen. Fröhliche Weihnachten ade!
Judy Winter spielt die exaltierte, spitzzüngige Susanne Bundschuh, die gerade ihre Alkoholsucht überwunden hat. „Diese Rolle“, sagt die Berlinerin im SZ-Interview, „ist ein Geschenk, sie bietet so viele Facetten. Man muss Susanne einfach so nehmen, wie sie ist, und das muss die Familie akzeptieren, ob sie will oder nicht.“ Was ihr noch gefallen hat an der Rolle, die ihr Autorin Andrea Sawatzki geschrieben hat, ist: „Sie passt sich nicht an, sondern behält ihren individuellen Stil konsequent bei. Das ist heute selten, besonders bei älteren Damen.“

"Theaterspielen ist für mich erotisch." 

Die Berlinerin, geboren in Friedland (Oberschlesien), Grande Dame der Theaterbühnen – das Siegener Publikum wird sich noch an sie als Josephine in „Spätlese“ und als Charlotte in „Fisch zu viert“ erinnern – hat aber noch einer anderen Ikone Gesicht und Stimme gegeben: Marlene Dietrich. Mit ihrem Pianisten Harry Ermer wandelt sie auf deren Spuren. Sie liest, rezitiert, zitiert Zeitgenossen und lässt den Star durch die unvergesslichen Lieder wie „Lili Marleen“ und „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ wieder lebendig werden. Das Programm, längst ein Top-Bühnenhit, wird es auch weiter geben. „Es ist beachtlich“, sagt Judy Winter, „ wie sehr sich gerade das junge Publikum an Marlene Dietrich erinnert.“
Doch „Marlene“ ist nicht das einzige Solo-Programm der Frau mit der unverwechselbaren Stimme, die sie auch als Synchronsprecherin leiht – u. a. Jane Fonda, Bette Midler und Shirley MacLaine: In „Wenn ich mir was wünschen dürfte“ singt sie von der Liebe, von Hoffnungen, Wünschen und Sehnsüchten. Es sind Lieder von Hildegard Knef, eigene Chansons sowie Texte von Kästner bis Brecht und Kipling.
Judy Winter, die sich seit Jahren für die Berliner Aids-Hilfe engagiert und deren Kuratorin ist, die mit der Simmel-Verfilmung „Und Jimmy ging zum Regenbogen“ ihren Durchbruch auf der Filmleinwand hatte, ist dem Theater immer treu geblieben. Sie liebt diese unmittelbare Wechselwirkung von Publikum und Auftritt auf der Bühne. „Theaterspielen ist für mich erotisch, man bringt das Publikum zum Lachen, was nicht immer ganz einfach ist, und zum Weinen.“
Doch noch wichtiger ist für sie, die mit Regisseuren wie Kurt Hübner, Peter Palitzsch und Peter Zadek – mit dem sie als junge Schauspielerin sieben Jahre liiert war – die Zusammenarbeit, und nicht gegeneinander zu arbeiten, wie bei den Bundschuhs. Bei den Bundschuhs kracht es zu Weihnachten. Und wie wird das bevorstehende Fest der Liebe und Versöhnung begangen? Judy Winter: „Wir feiern ganz schlicht. Wir sind immer sechs Personen, und mit dem Bundschuh-Chaos hat das nicht das Geringste zu tun!“ – Da kann man nur wünschen: „Frohe Weihnachten.“

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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