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Abfall-Zweckverband sieht keinen Handlungsbedarf
Ärzte fordern kostenlose Entsorgung des Corona-Mülls

Die Ärzteschaft fordert eine kostenlose Entsorgung des durch die Corona-Pandemie entstandenen Mülls. Der Olper Abfall-Zweckverband sieht keinen Handlungsbedarf.
  • Die Ärzteschaft fordert eine kostenlose Entsorgung des durch die Corona-Pandemie entstandenen Mülls. Der Olper Abfall-Zweckverband sieht keinen Handlungsbedarf.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

win Olpe. Die Corona-Krise hat weitaus mehr Auswirkungen, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Gestern hatten sich die Mitglieder der Verbandsversammlung von ZAKO (Zweckverband Abfallentsorgung Kreis Olpe) mit einem Problem zu befassen, das als Folge der Pandemie entstanden ist.
Ärzte wählen scharfen TonGregor Becker, neuer Verbandsvorsteher, informierte die Mitglieder in seiner ersten Sitzung, dass nach einer ersten Anfrage zum Beginn der Pandemie ein zweites Schreiben des Ärzteverbunds Südwestfalen beim ZAKO eingegangen sei, diesmal „deutlich schärfer im Ton“ und fordernder. Erneut habe die Ärzteschaft darin gefordert, der Zweckverband solle eine kostenlose Entsorgung des in Arztpraxen durch die Corona-Pandemie verstärkt anfallenden Abfalls ermöglichen.

win Olpe. Die Corona-Krise hat weitaus mehr Auswirkungen, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Gestern hatten sich die Mitglieder der Verbandsversammlung von ZAKO (Zweckverband Abfallentsorgung Kreis Olpe) mit einem Problem zu befassen, das als Folge der Pandemie entstanden ist.

Ärzte wählen scharfen Ton

Gregor Becker, neuer Verbandsvorsteher, informierte die Mitglieder in seiner ersten Sitzung, dass nach einer ersten Anfrage zum Beginn der Pandemie ein zweites Schreiben des Ärzteverbunds Südwestfalen beim ZAKO eingegangen sei, diesmal „deutlich schärfer im Ton“ und fordernder. Erneut habe die Ärzteschaft darin gefordert, der Zweckverband solle eine kostenlose Entsorgung des in Arztpraxen durch die Corona-Pandemie verstärkt anfallenden Abfalls ermöglichen. Becker: „Es geht hier nicht um belastete Materialien, sondern beispielsweise um den Mundschutze oder Einweg-Schutzkleidung, die bei Abstrichen getragen wird.“

Abfall in die Tonne für Restmüll

Der ZAKO sei bei der ersten Anfrage dem Anliegen der Ärzteschaft entgegengekommen und habe die Möglichkeit eingeräumt, derartigen Abfall in der normalen Restmülltonne zu entsorgen. Von der Art des Abfalls her sei dies satzungsgemäß, auch wenn es sich streng genommen um eine Art Gewerbemüll handle, für dessen Entsorgung nicht der Zweckverband zuständig sei. Nun aber habe der Verbund vom ZAKO verlangt, auch darüber hinaus Möglichkeiten zu schaffen, diesen Abfall kostenlos zu entsorgen.

Nicht auf die Allgemeinheit verteilen

Das stieß bei den Verbandsmitgliedern auf wenig Verständnis. Uli Berghof (CDU), Bürgermeister von Drolshagen: „Dafür fehlt mir jedes Verständnis, dass dieser Müll auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden soll.“ Becker bestätigte: Eine Zusage auf die Anfrage würde den ZAKO, damit alle Bürger der sechs angeschlossenen Kommunen, Geld kosten und die Ärzte entlasten. Kreisdirektor Theo Melcher fand: „Das Ziel einer Gewinnmaximierung ist nicht verwerflich. Das hier ist aber kein singuläres Problem einer Gebietskörperschaft. Wenn Land oder Bund der Ansicht wären, dass die Entsorgung Sache der Allgemeinheit ist, dann müsste das so gemacht werden. So ist das aber nicht und daher nicht mit der derzeitigen Gebührensituation in Einklang zu bringen.“

"Pragmatischen Ansatz" finden

Anders sah dies Dietmar Heß (CDU), Bürgermeister von Finnentrop: „Ich kann nicht verstehen, wie wir hier mit unseren Ärzten umgehen wollen. Land und Bund haben doch andere Sorgen, als sich mit so einer Frage zu befassen. Die Ärzte erfüllen eine öffentliche Aufgabe, und da sollten wir hier einen pragmatischen Ansatz signalisieren.“
Berghof entgegnete, pragmatisch sei die Reaktion des ZAKO gewesen, die Restmülltonnen freizugeben, aber was darüber hinausgehe, müsse mit der Bestellung einer weiteren Tonne oder dem Kauf von zusätzlichen Abfallsäcken bezahlt werden.

Auch Friseure haben mehr Müll

Das sah auch Heribert Burghaus (CDU) so. Er gab zu bedenken, dass eine ganz ähnliche Situation wie bei den Ärzten auch bei anderen Berufsgruppen, etwa Friseuren, herrsche, die seit Ausbruch der Pandemie in großer Menge Einweg-Umhänge entsorgen müssten. Auch Ausschussvorsitzender Markus Bröcher (CDU) fand, das Freigeben der Restmülltonne sei schon ein großes Entgegenkommen gewesen. Als Dietmar Heß erkannte, dass er allein auf weiter Flur stand, erklärte er: „Dann werden wir in Finnentrop den Ärzten entsprechende Säcke kostenlos zur Verfügung stellen.“

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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