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Harter Winter steht bevor
Besucherflaute im Niederfischbacher Tierpark

In Schönheit erstarrt? Ob sich dieser Pfau an den  einbrechenden Besucherzahlen im Corona-Jahr stört, ist nicht überliefert.
  • In Schönheit erstarrt? Ob sich dieser Pfau an den einbrechenden Besucherzahlen im Corona-Jahr stört, ist nicht überliefert.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

damo Niederfischbach.  Bislang hätte jeder durchschnittlich begabte Drittklässler die Besucher-Entwicklung des Tierparks als Diagramm darstellen können: Die Kurve zeigt einfach nur steil bergauf. Denn seit das „Ebertseifen“-Team den Tierpark übernommen hat, ist es mit dem kleinen Dorfzoo stetig nach oben gegangen. Aus rund 15.000 Besuchern wurden über die Jahre 45.000. Und in diesem Jahr hätte sogar die 50.000er-Marke geknackt werden können. Aber: Statt strahlend einen neuen Rekord zu vermelden, muss Vereinsvorsitzender Peter Merzhäuser in diesen Tagen ganz andere Nachrichten verkünden. „Wir müssen uns irgendwie bis zum Februar hangeln, wenn die Mitgliedsbeiträge eingezogen werden. Das hilft uns dann nochmal zwei Monate.

damo Niederfischbach.  Bislang hätte jeder durchschnittlich begabte Drittklässler die Besucher-Entwicklung des Tierparks als Diagramm darstellen können: Die Kurve zeigt einfach nur steil bergauf. Denn seit das „Ebertseifen“-Team den Tierpark übernommen hat, ist es mit dem kleinen Dorfzoo stetig nach oben gegangen. Aus rund 15.000 Besuchern wurden über die Jahre 45.000. Und in diesem Jahr hätte sogar die 50.000er-Marke geknackt werden können. Aber: Statt strahlend einen neuen Rekord zu vermelden, muss Vereinsvorsitzender Peter Merzhäuser in diesen Tagen ganz andere Nachrichten verkünden. „Wir müssen uns irgendwie bis zum Februar hangeln, wenn die Mitgliedsbeiträge eingezogen werden. Das hilft uns dann nochmal zwei Monate.“

Seit Anfang des Monats geschlossen

Denn Fakt ist: Wieder ist auch der Tierpark von den Corona-Restriktionen betroffen, seit Anfang des Monats ist er geschlossen. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme will Merzhäuser gar nicht anzweifeln: „Das liegt wohl daran, dass hier der Apotheker Zoodirektor ist“, verweist er auf seinen eigentlichen Beruf. Aber auch, wenn er den Lockdown nachvollziehen kann: Die Folgen schmerzen trotzdem.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass dem Tierpark am Ende des Jahres knapp 20.000 Besucher fehlen werden – fast die Hälfte also. Denn der Tierpark hat wirklich Pech gehabt: Obwohl die Zwangspausen alles in allem kaum mehr als 15 Wochen ausmachen werden, sind überdurchschnittlich viele Besucher ausgeblieben. „Die erste Schließung ist in unsere besten Monate gefallen, nämlich in den März und den April“, erklärt Merzhäuser. Und wenn das Wetter im November halbwegs mitspielt, wären auch in diesem Monat nochmal „400, 500 Leute an einem einzigen Wochenende möglich gewesen“.
Aber dass die Kassenhäuschen verwaist sind, ist nur eine Hälfte des Problems: Richtig bitter wird es, wenn man die Ausgaben betrachtet. Ein Großteil der 350 000 Euro Fixkosten, die pro Jahr anfallen, geht nämlich fürs Personal darauf – und da kann der Tierpark auch im Lockdown nicht sparen. „Die Arbeit, die für die Tiere erledigt werden muss, bleibt identisch. Also kann es nicht die Lösung sein, die Tierpfleger in Kurzarbeit zu schicken.“ Die haben nämlich sogar noch ein bisschen mehr zu tun als üblich: „Sie müssen ja auch noch die Tiere bespaßen – was sonst die Besucher übernehmen.“

 „Wir werden mit allen sprechen, die helfen können"

Und was ist mit dem aktuellen Nothilfeprogramm? Merzhäuser zuckt mit den Schultern: Ausgerechnet der November 2019 – und das ist der Vergleichsmonat – war verregnet, die Einnahmen waren also sehr überschaubar. Es lohne sich kaum, den Verwaltungsaufwand für einen 75-prozentigen Ausgleich zu betreiben.
Also wäre der Tierpark auch im zweiten Lockdown für externe Unterstützung dankbar – nach wie vor sind auf der Homepage die Daten des Spendenkontos abrufbar. Allerdings: Merzhäuser weiß auch, dass die Spendenbereitschaft in den ersten Tagen der Pandemie noch deutlich größer war. „Das war ein tolles Gefühl, zu sehen, wieviele Menschen uns unterstützt haben. Denn es zeigt, dass ihnen der Tierpark am Herzen liegt“, sagt Merzhäuser. Und tatsächlich haben die Spenden während des ersten Lockdowns gereicht, um die laufenden Kosten zu decken. „Aber es war nicht genug, um davon Rücklagen für den Winter bilden zu können.“
Also ahnt Merzhäuser, dass bald eine Aufgabe auf ihn zukommen wird, die ihm wenig Freude bereiten wird: Spenden zu sammeln. „Wir werden mit allen sprechen, die helfen können, uns durch den Winter zu bringen.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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