SZ

Kinderwünsche für das neue Jahr
Hauptsache, Corona ist weg

Amalia Bichtas (l.) und ihr Bruder Phivos (r.) freuten sich, nach dem ersten Schneefall gemeinsam mit den Schwestern Klara (2. v. l.) und Anna Römer Schlitten zu fahren.
3Bilder
  • Amalia Bichtas (l.) und ihr Bruder Phivos (r.) freuten sich, nach dem ersten Schneefall gemeinsam mit den Schwestern Klara (2. v. l.) und Anna Römer Schlitten zu fahren.
  • Foto: mari
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

mari Olpe.  Glück, Gesundheit, Erfolg, Zufriedenheit – das sind obligatorische Wünsche zum neuen Jahr. Zum Jahreswechsel 2020/21 kommen noch zwei wichtige Aspekte hinzu: Dass endlich das Corona-Virus besiegt wird und wieder Normalität einkehrt.
Das wünschen sich auch die Kinder, die wie die Erwachsenen seit März erhebliche Einschränkungen hinnehmen müssen. Sich während des ersten oder zweiten „Lockdowns“ und ebenso in Zeiten der Lockerungen einfach spontan mit Freunden zu treffen, in Schule, Kita oder zum Spielplatz, Sport oder Musikunterricht zu gehen, mit den Eltern in Urlaub zu fahren – all diese normalen Dinge waren plötzlich vorbei. Und damit auch ein Stück Unbekümmertheit und sorgloses Heranwachsen, wie es Kleo Kaliwa auf den Punkt bringt.

mari Olpe.  Glück, Gesundheit, Erfolg, Zufriedenheit – das sind obligatorische Wünsche zum neuen Jahr. Zum Jahreswechsel 2020/21 kommen noch zwei wichtige Aspekte hinzu: Dass endlich das Corona-Virus besiegt wird und wieder Normalität einkehrt.
Das wünschen sich auch die Kinder, die wie die Erwachsenen seit März erhebliche Einschränkungen hinnehmen müssen. Sich während des ersten oder zweiten „Lockdowns“ und ebenso in Zeiten der Lockerungen einfach spontan mit Freunden zu treffen, in Schule, Kita oder zum Spielplatz, Sport oder Musikunterricht zu gehen, mit den Eltern in Urlaub zu fahren – all diese normalen Dinge waren plötzlich vorbei. Und damit auch ein Stück Unbekümmertheit und sorgloses Heranwachsen, wie es Kleo Kaliwa auf den Punkt bringt. „Unsere Kinder Amalia und Phivos sind erst sieben und fünf Jahre alt und haben nun schon fast das ganze Jahr mit Corona verbracht.“
Und das nicht nur mit den AHA-Regeln, sondern auch mit Quarantäne. „Amalia, die die erste Klasse der Hohensteinschule besucht, hat mit einem Jungen aus der zweiten Klasse, der positiv getestet wurde, Griechisch-Unterricht. Sie musste für zehn Tage in Quarantäne. Ihren Bruder Phivos durften wir weiter in den Kindergarten schicken, was wir aber erst nach Amalias negativem Testergebnis gemacht haben“, so Kleo Kaliwa. Während der „Lockdowns“ und der Quarantäne war es nicht einfach für sie, im Homeoffice zu arbeiten und ihre Kinder zu betreuen, zumal ihr Mann, Kosmas Bichtas, weiter arbeiten ging. „Zum Glück ist Amalia sehr pfiffig und hat ihre Schulaufgaben alleine erledigt, während ich am PC gearbeitet habe. Doch eine neue Grundrechenart mussten wir gemeinsam erlernen. Phivos musste sich vormittags alleine beschäftigen, es war ihm oft langweilig. Normale Dinge – wie ins Schwimmbad oder ins Kino gehen – fielen weg. Es fehlte an Abwechslung. Es war auch nicht einfach, den Kindern die Einschränkungen begreifbar zu machen. Sie fragen oft, wann fahren wir wieder in Urlaub, vor allem nach Griechenland zu den Großeltern, und sie wünschen sich, mit anderen Kindern zu spielen. Es dreht sich alles um Corona. Als ich sie am Montag zum Schlittenfahren raus schickte, haben sie sogar gefragt, ob das wegen Corona geht.“

"Vieles fiel weg, was ansonsten normal war"

„Ich wünsche mir, dass das Schwimmbad wieder aufmacht und ich mein ,Seepferdchen’-Abzeichen machen kann“, sagt die vierjährige Evelyn Dietzmann. „Und dass ich wieder mit meiner Freundin Franziska, die im ,Pusteblume’-Kindergarten in einer anderen Gruppe ist, spielen kann.“ „Ich fände es schön, wenn wir endlich wieder zur Schule gehen und uns mit Freunden treffen können“, meint ihr Bruder Eric (6). Er hat während der ganzen Zeit nur seinen Freund Robert getroffen, neben dem er auch in der Gallenbergschule sitzt. „Ich wünsche mir, dass Corona bald weg ist und wir wieder zur Schule gehen und zusammen spielen können. Und dass wir keine Masken mehr tragen müssen, das ist nicht so angenehm“, meint die große Schwester Amelie (8). Sie ist froh, dass ihre beiden Freundinnen, zwei Schwestern, gleich in der Nachbarschaft wohnen. Mit ihnen durfte sie sich treffen.
Claudia Dietzmann, geschäftsführende Gesellschafterin bei Beyer & Wilmer Seminare in Olpe, ist froh, dass sie ab Beginn der Pandemie von Zuhause arbeiten konnte. So konnte ihr Mann Martin seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt und Notar ungehindert nachgehen. „Wir wohnen in einer schönen Region, die wir jetzt noch mehr sehr zu schätzen wissen. Wir waren viel im Garten, an der Bigge und im naheliegenden Wald, in dem wir öfter Picknick gemacht und den wir mehr als sonst erkundet haben. Die Kinder hatten mehr Zeit, miteinander zu spielen, ansonsten hat ja jedes eigene Freunde und Termine. Jedoch hatten sie durch die fehlenden Sportangebote weniger Bewegung und Förderung. Das bekommt man mit drei Kindern gleichzeitig leider nicht ausgeglichen. Und vieles fiel weg, was ansonsten normal war. Die Kinder sind immer mitgefahren, wenn wir in die Stadt zum Einkaufen fuhren. Doch wir haben sie rausgehalten aus dem sozialen System“, so Claudia Dietzmann.
Sie ist froh, dass ihr Sohn einen normalen Schulstart erleben konnte. „Hätte es da schon den Distanzunterricht gegeben, hätten die Kinder keine Beziehung zur Lehrerin aufbauen und keine Klassengemeinschaft bilden können.“ Dass ihre jüngste Tochter den Schwimmunterricht abbrechen und die ,Seepferdchen’-Prüfung verschieben musste, findet sie schade. „Es stand nur noch das Tauchen aus, doch da wurden die Schwimmbäder geschlossen.“ Doch insgesamt hätten ihre Kinder die Lage gut gemeistert. Tochter Amelie, die Volleyball spielt und tanzt, und Sohn Eric, der Handball spielt, hätten fleißig online trainiert. Der zweite „Lockdown“ habe jedoch größere Herausforderungen mit sich gebracht. „Die Vereinbarkeit von Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung für eine Vierjährige war schwierig. Zum Glück hatte ich Unterstützung durch unser Kindermädchen“, erzählt Claudia Dietzmann.

 „Ich bin froh, wenn Corona endlich weg ist“

„Nur zu Hause und im Garten zu sein, ist langweilig. Zum Glück haben wir den Wald vor der Tür“, meint die achtjährige Jule Schmitz-Hertzberg. Dass sie und ihre Mitschüler in der Schule Masken tragen mussten, sobald sie ihren Platz verlassen, findet sie nicht so schön. „Wir müssen die Maske sogar aufsetzen, wenn wir einen runtergefallenen Stift aufheben wollen. Man kann die Leute auch nicht gut verstehen, wenn sie hinter der Maske reden, und man muss oft nachfragen.“ Jule wünscht sich sehr, dass die Corona-Zeit vorbeigeht. „Ich möchte wieder ins Schwimmbad, ins Kino und zur Leichtathletik.“ Die Achtjährige spielt im Musikschul-Ensemble „Concertino“ Geige. Der derzeitige Online-Unterricht macht ihr jedoch längst nicht so viel Spaß wie die gemeinsamen Proben. „Doof ist auch, dass wir nicht in Urlaub fahren konnten. Denn wir wären jetzt im Skiurlaub in Österreich“, bedauert sie. „Ich bin froh, wenn Corona endlich weg ist“, sagte Jules kleine Schwester Smilla (4). „Der Nikolaus ist deshalb dieses Jahr nicht in den Kindergarten gekommen. Er hat den Sack einfach vor die Tür gestellt.“ Smilla hat nur einen kleinen und bescheidenen Wunsch: „Ich möchte endlich wieder bei meiner Freundin Anni übernachten.“
Die Eltern von Jule und Smilla konnten die Maßnahmen durch ihre flexiblen Berufe gut umsetzen und hatten deshalb Zeit für die Betreuung ihrer Kinder. „Doch es waren viele Absprachen erforderlich“, so Ines Schmitz-Herzberg, Leiterin der Musikschule Attendorn. Dass die Familie den Sommer- und auch den Winterurlaub wegen der Pandemie absagen musste, fanden Eltern und Kinder gleichermaßen schade. Doch Papa Sascha Schmitz-Hertzberg, selbstständiger Schadensregulierer, hat versprochen: „Wenn die Pandemie vorbei ist, holen wir alles nach. Dann fahren wir drei bis vier Wochen an einem Stück in den Urlaub, zuerst in die Berge und dann mit dem Flieger ans Meer.“

Autor:

Marianne Möller

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen