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Mutwillig zerstörter Korpus mit 3-D-Druck repariert
Jesus-Figur bekommt neuen Fuß

Markus Bröcher, Walter Rademacher, Rolf Frank Römhild, Uwe Schneider und Winfried Quast sind stolz, dass die Gebetsstätte wieder vollständig ist.
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  • Markus Bröcher, Walter Rademacher, Rolf Frank Römhild, Uwe Schneider und Winfried Quast sind stolz, dass die Gebetsstätte wieder vollständig ist.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

win Rüblinghausen. Noch immer ist der Zorn groß in Rüblinghausen und bei vielen, die auf ihrem Sonntagsspaziergang Halt an „Kebbekus’ Kreuz“ machen. Denn vor einigen Wochen haben unbekannte Täter die Gebets- und Gedenkstätte, die auf dem Bratzkopf hoch über Olpe und Rüblinghausen zum Innehalten einlädt, verwüstet. Während indes die Hoffnung wächst, dass die beiden entrindeten Bäume den Anschlag dank des fachmännischen Einsatzes spezieller „Pflaster“ durch den städtischen Baubetriebshof überstehen könnten, wurde der abgebrochene und entwendete Fuß der Jesus-Figur am Kreuz wieder hergestellt, und dies auf eine Art und Weise, dass der Eingriff wirklich spurlos bleibt. Am Freitag wurde der Korpus wieder ans Kreuz montiert.

win Rüblinghausen. Noch immer ist der Zorn groß in Rüblinghausen und bei vielen, die auf ihrem Sonntagsspaziergang Halt an „Kebbekus’ Kreuz“ machen. Denn vor einigen Wochen haben unbekannte Täter die Gebets- und Gedenkstätte, die auf dem Bratzkopf hoch über Olpe und Rüblinghausen zum Innehalten einlädt, verwüstet. Während indes die Hoffnung wächst, dass die beiden entrindeten Bäume den Anschlag dank des fachmännischen Einsatzes spezieller „Pflaster“ durch den städtischen Baubetriebshof überstehen könnten, wurde der abgebrochene und entwendete Fuß der Jesus-Figur am Kreuz wieder hergestellt, und dies auf eine Art und Weise, dass der Eingriff wirklich spurlos bleibt. Am Freitag wurde der Korpus wieder ans Kreuz montiert. Ortsvorsteher Walter Rademacher und Kirchenmaler Rolf Frank Römhild assistierten Modellbaumeister Uwe Schneider, bis die etwa 80 Jahre alte Figur richtig ausgerichtet war und ihren ursprünglichen Platz zurückhatte. Gemeinsam mit dem zuständigen Ratsherrn, Markus Bröcher, sowie Ortsheimatpfleger Peter Maiworm und Winfried Quast als Geschäftsführer der Interkommunaler Gewerbepark Hüppcherhammer GmbH (IGH) sind die drei verantwortlich dafür, dass ab sofort wieder ein vollständiges Kruzifix auf der Rüblinghauser Höhe mahnt.

Suche nach Fuß blieb erfolglos

Das Kreuz war von der Familie Kebbekus in den dunklen Jahren des sogenannten „Dritten Reichs“ errichtet worden und war nach dem Krieg jahrzehntelang das Ziel vieler, die um gefallene oder vermisste Angehörige trauerten – oder derer, die für das Überleben ihrer Lieben dankten. Als das Gewerbegebiet Hüppcherhammer entstand, musste die Gebetsstätte weichen, und die IGH sorgte für den Umzug an den neuen Platz. Das geplante Neubaugebiet „Rüblinghauser Höhe“ soll das Kreuz und die davor entstandene Gedenkstätte integrieren und Bestandteil des neuen Ortsteils werden.
Umso empörter die Reaktion vieler, als Ortsvorsteher Rademacher über den zerstörerischen Akt informierte. Viele machten sich auf die Suche nach dem von der Jesus-Figur abgebrochenen Fuß, doch alles Durchkämmen der Umgebung blieb vergebens. Quast wandte sich an Uwe Schneider, der im Langen Feld einen Modellbaubetrieb leitet. Dieser nahm sich der „Baustelle“ an. Er ließ den linken, intakten Fuß des Korpus dreidimensional einscannen, spiegelte das Ergebnis am Computer und nutzte einen 3-D-Drucker, um Ersatz für den gebrochenen Fuß zu schaffen. Diesen setzte er an der Bruchstelle an und spachtelte das Ganze bei. Gleichzeitig nutzte Schneider die Gelegenheit, kleine Risse und Abplatzungen an der Statue zu reparieren.

Reparatur passt zum Kunststoffguss

Dann kam Rolf Frank Römhild ins Spiel. Der Kirchenmaler, Inhaber der Firma Rademacher, überarbeitete den Korpus komplett und ließ das aus Schlesien stammende Stück Kunsthandwerk in neuem Glanz erstrahlen. „Ich war ganz erstaunt, dass die Figur nicht aus Holz ist“, so der Fachmann für die Restaurierung sakraler Kunst. „Aber das ist ein Kunststoffguss.“ Daher passe die von Uwe Schneider vorgenommene Reparatur hervorragend. Die Firma Rademacher, die Rolf Frank Römhild von seinem einstigen Chef übernahm, begleitet das Kruzifix schon von Anbeginn, die Familie Rademacher war mit den Stiftern des Kreuzes, der Familie Kebbekus, befreundet. Und sobald das Wetter es zulässt, wird der Rüblinghauser Malermeister Jürgen Fleischer auch das Kreuz selbst überarbeiten.

Passanten sollen aufmerksam sein

Walter Rademacher hofft, dass die Zerstörungsaktion ein einmaliger Akt war und bittet alle Passanten, die zu Fuß oder mit dem Auto am Kreuz vorbeikommen, darauf zu achten, ob sich dort Menschen aufhalten, die sich ungebührlich verhalten. „Das ist ja kein Grillplatz hier oben“, so Rademacher, der auch schon einen Jugendlichen gestellt hat, der sein öltropfendes Mofa auf die Natursteinplatten am Kreuz abgestellt hatte.

Markus Bröcher, Walter Rademacher, Rolf Frank Römhild, Uwe Schneider und Winfried Quast sind stolz, dass die Gebetsstätte wieder vollständig ist.
Der rechte Fuß wurde mithilfe von 3-D-Druck als Spiegelbild des linken neu erschaffen und später farblich angeglichen.
Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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