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Schon zahlreiche Veranstaltungen abgesagt
Karnevalisten im Kreis Olpe rechnen mit Totalausfall

Ausgelassene Stimmung wie im Februar 2020 beim Altweiberzug in Drolshagen wird es in der kommenden Session aller Voraussicht nach nicht geben.
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  • Ausgelassene Stimmung wie im Februar 2020 beim Altweiberzug in Drolshagen wird es in der kommenden Session aller Voraussicht nach nicht geben.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

mari Olpe.  Nach dem Gespräch der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit den Vertretern der vier großen Karnevalsgesellschaften aus Köln, Düsseldorf, Mainz und Aachen warten die heimischen Vereine nun auf eine offizielle Verordnung. Bislang hat die Landesregierung den kommunalen Ordnungsbehörden empfohlen, am „11. 11.“ ein Alkohol- sowie gegebenenfalls ein Verweilverbot an neuralgischen Stellen im öffentlichen Raum auszusprechen. Fest steht außerdem, dass wegen der Corona-Pandemie Karnevalsbälle, Umzüge, Partyformate und gesellige Veranstaltungen nicht stattfinden dürfen. Kulturveranstaltungen, die den Vorgaben de Coronaschutzverordnung sowie den gebilligten Hygienekonzepten entsprechen, können dagegen durchgeführt werden.

mari Olpe.  Nach dem Gespräch der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit den Vertretern der vier großen Karnevalsgesellschaften aus Köln, Düsseldorf, Mainz und Aachen warten die heimischen Vereine nun auf eine offizielle Verordnung. Bislang hat die Landesregierung den kommunalen Ordnungsbehörden empfohlen, am „11. 11.“ ein Alkohol- sowie gegebenenfalls ein Verweilverbot an neuralgischen Stellen im öffentlichen Raum auszusprechen. Fest steht außerdem, dass wegen der Corona-Pandemie Karnevalsbälle, Umzüge, Partyformate und gesellige Veranstaltungen nicht stattfinden dürfen. Kulturveranstaltungen, die den Vorgaben de Coronaschutzverordnung sowie den gebilligten Hygienekonzepten entsprechen, können dagegen durchgeführt werden. Die SZ sprach mit den Vertretern der Karnevalsvereine aus Attendorn, Drolshagen, Olpe und Schönau.
„Das Herz ist noch nicht da, wo der Verstand ist“, meinte Marc Rohrmann, Präsident der Karnevalsgesellschaft Attendorn und Prinz in der Session 2018/19. „Wir hoffen insbesondere wegen der Verträge mit Büttenrednern, Tanz- und Musikgruppen auf eine klare Regelung durch die Landesregierung, damit wir nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Wenn von (Ministerpräsident Armin, die Red.) Laschet diesbezüglich nichts kommt, gibt es immer noch die Stadt Attendorn, die ein Verbot aussprechen kann.“ Rohrmann geht von einer gänzlichen Absage aller geplanten Veranstaltungen aus. „Gerade an Karneval achten die Menschen nicht auf Abstand. Sie sind auf engstem Raum zusammen, trinken, schunkeln und fallen sich in die Arme. Bei unserem Veilchendienstagszug stehen 20- bis 30 000 Menschen an den Straßenrändern. Das ist auch mit Blick auf die Freiwillige Feuerwehr und die Zugbegleiter, von denen der überwiegende Teil zur Risikogruppe gehört, nicht zu bewerkstelligen. Gesundheit geht vor.“
Bislang wurde in Attendorn noch kein Wagen gebaut und es wurden keine Orden bestellt. Mit dem amtierenden Prinzen Felix I. (Manzano) wurde vereinbart, dass er bis zum nächsten Jahr im Amt bleibt.
Rohrmann befürchtet, dass die „Hardcore“-Karnevalisten trotzdem feiern werden. Für daraus entstehende Folgen übernehme er auf keinen Fall die Verantwortung. „Für unsere 1200 Mitglieder besteht eine klare Anweisung. Keiner darf die Uniform anziehen, um so mit der Karnevalsgesellschaft in Verbindung gebracht zu werden.“
„Wir sind selbst noch am Schwimmen. Doch nach einem Gespräch mit dem Ordnungsamt der Stadt Drolshagen sieht es so aus, dass wir alles absagen“, sagte Jutta Nebeling, von 1992 bis 2019 Präsidentin der Dräulzer Weiberfastnacht. Beim Altweiberzug im vergangenen Jahr winkte sie zum letzten Mal dem Narrenvolk vom Präsidiumswagen aus zu.
„Vom Kreisverbund haben wir uns vor einigen Wochen getroffen und wir haben alle den 11. 11. abgesagt“, so Markus Pokoj, Präsident der Bürgergesellschaft Olpe. „Doch nun brauchen wir Rechtssicherheit.“ Wie Rohrmann geht auch er von einer gänzlichen Absage aus, deshalb habe die BGO auch die Stadthalle noch nicht für den Bürgerball gebucht. Ebenso habe man noch keine Musikgruppe verpflichtet. „Wer würde denn kommen, wenn es die Politik doch erlaubt?“, ist er sicher, dass die Leute sich zurückhalten. Mit den neuen Senatoren, die in der Regel am 11. November vorgestellt und beim Bürgerball „getauft“ werden, habe er die Zusage, dass sie in der nächsten Session zur Verfügung stehen. Pokoj hofft, dass die Landesregierung auch bestehende Förderprogramme auflegt, um die karnevalistische Kulturszene für die Zukunft zu erhalten. „Uns ist dieses Jahr, auch durch die Absage des Waldfestes, bereits ein fünfstelliger Betrag durch die Lappen gegangen.“
Auch beim Elferrat der Kolpingsfamilie Olpe bleibt Prinz Dirk I. (Thöne) bis zum nächsten Jahr im Amt. „Wenn wir feiern, dann im kleinen Rahmen ohne Zuschauer“, sagte Präsident Bertold Brüser. „Man darf nicht vergessen, dass das Virus beim Karneval in Heinsberg verbreitet worden ist.“ Sessionsorden habe man noch nicht bestellt. „Was sollen wir 3- bis 4000 Euro ausgeben, wenn kein Karneval gefeiert wird?“ Da der Kolping-Elferrat sein Programm fast ausschließlich durch eigene Akteure zusammenstellt, hat er keine vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen. „Wir haben nur einen auswärtigen Redner zusammen mit der KG Ihnetal gebucht. Mit ihm haben wir schon gesprochen. Er kommt dann nächstes Jahr.“ Dennoch sei Rechtssicherheit erforderlich, damit größere Vereine, die die Tanzgruppen und Büttenredner schon lange Zeit vorher buchen, aus den Verträgen kommen.
Das Prinzenpaar des Karnevalsvereins Schönau/Altenwenden, Bernd und Iris Jung, hat sich bereiterklärt, bis zur nächsten Session im Amt zu bleiben. Der Verein hat fünf eigene Tanzgarden, die pro Session zu 60 Terminen ausrücken. „Da sie durch Corona nicht in dem Maße wie sonst trainiert haben, wären Auftritte ohnehin schwierig“, so Präsident Rüdiger Lazar. Die auswärtigen Akteure bucht der Verein mit seinen knapp 600 Mitgliedern, davon 140 aktive, bereits zwei Jahre im Voraus. Deshalb hoffe er auf eine Verordnung vom Lande, um aus den Verträgen herauszukommen.
Wagen für den Rosenmontagszug wurden von den heimischen Akteuren bislang noch nicht gebaut. „Damit wird immer erst nach dem ,11. 11.’ begonnen, da die Wagenbauhalle für den Sessionsauftakt genutzt wird“, erklärte der Präsident. Dass die Landesregierung den Kulturkarneval erlauben will, unterstützt er. „Das betrifft Sitzungen, die vom Fernsehen übertragen werden, wo die Leute mit Abstand an den Tischen sitzen, und kleine karitative Veranstaltungen. Dafür kann man Sonderregelungen finden.“ Lazar möchte wie sein Kollege Rohrmann aus Attendorn für negative Folgen aus dem Faschingstreiben keine Verantwortung übernehmen. „Karneval feiern wäre das Schlechteste, was man derzeit machen kann. Und es wird im Frühjahr nicht besser sein. Eine Session können wir schon verkraften. Die Schützenvereine hatten im Sommer das gleiche Problem und sie haben es auch geschafft.“

Autor:

Marianne Möller

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