Fachtagung zu Kardinal Lorenz Jaeger
"Kein unpolitischer Bischof"

Im Rahmen der Fachtagung wurde das Buch „Lorenz Jaeger als Ökumeniker“ von den beiden Herausgebern Dr. Arnold Otto und Prof. Dr. Nicole Priesching vorgestellt. Es beinhaltet die Beiträge der zweiten Fachtagung der Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn.
  • Im Rahmen der Fachtagung wurde das Buch „Lorenz Jaeger als Ökumeniker“ von den beiden Herausgebern Dr. Arnold Otto und Prof. Dr. Nicole Priesching vorgestellt. Es beinhaltet die Beiträge der zweiten Fachtagung der Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn.
  • Foto: Dr. Georg Pahlke/Erzbistum Paderborn
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

sz Olpe/Schwerte. „Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger war kein unpolitischer Bischof“, stellt Prof. Dr. Nicole Priesching als Vorsitzende der Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn nach der vierten Fachtagung zu Kardinal Jaeger (1892 – 1975), dem früheren Erzbischof des Erzbistums Paderborn, fest. Rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland hatten sich auf Einladung der Kommission in der Katholischen Akademie in Schwerte zum Thema „Lorenz Kardinal Jaeger als Kirchenpolitiker“ getroffen. Ihr Austausch ist Bestandteil eines umfassenden Forschungsprojektes, das die wissenschaftliche Auswertung des Nachlasses von Kardinal Jaeger unter unterschiedlichen Gesichtspunkten erarbeitet.
In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg habe Lorenz Kardinal Jaeger als Vermittlungsinstanz bei den britischen Besatzern agiert, konkretisiert Nicole Priesching, Professorin für Kirchengeschichte und Religionsgeschichte an der Universität Paderborn, das politische Wirken des ehemaligen Paderborner Erzbischofs, der in Olpe im Kinderheim der Olper Franziskanerinnen aufwuchs.
Jaeger habe sich zudem „nicht unproblematisch bei diversen Entnazifizierungsverfahren“ engagiert, regen Kontakt zu Politikern der Bundesrepublik Deutschland gepflegt und sich für gesellschaftspolitische Anliegen der Kirche eingesetzt. „Er war immer wieder als Informationsbeschaffer, Vermittler, Ansprechpartner und Netzwerker gefragt“, fasst die Kirchenhistorikerin die Ergebnisse der Fachtagung zusammen.
Im Hinblick auf die Frage nach der Rolle von Lorenz Jaeger im Nationalsozialismus erklärt die Vorsitzende der Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn: „Seine Rolle im Nationalsozialismus ist aufgrund einer lückenhaften Quellenlage schwer zu bestimmen. Die Diskussion bei der Fachtagung zeigte, dass hier nach wie vor große Interpretationsspielräume vorhanden sind. Es fiel allerdings auf, dass Jaeger in den 60er- und 70er-Jahren, als er selbst diesbezüglich häufiger angefragt wurde, wenig selbstkritisches Bewusstsein zeigte.“
Bestandteil der Fachtagung war auch eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Lorenz Jaeger im Nationalsozialismus“. Prof. em. Dr. Jaochim Kuropka (Vechta) und Prof. Dr. Klaus Große Kracht (Münster) diskutierten kontrovers die Rolle Jaegers im Nationalsozialismus. Während Prof. Kuropka zum Gesamturteil kam, Jaeger habe seine Aufgabe gut gemacht, sprach Prof. Große Kracht Kritikpunkte zu Jaegers Nationalismus und Antibolschewismus an. Insbesondere seine Äußerungen zum Krieg wurden von den Gesprächsteilnehmern unterschiedlich bewertet.
Im Rahmen der Fachtagung wurde das Buch „Lorenz Jaeger als Ökumeniker“ vorgestellt. Es beinhaltet die Beiträge der zweiten Fachtagung der Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn.

Autor:

SZ Redaktion aus Siegen

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