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Von Ortsvorsteher und Arzt organisiert
Schützenhalle ist erst einmal Corona-Testzentrum

Dr. Holger Finkernagel testet Menschen in der Schützenhalle auf das Coronavirus, in diesem Fall Jennifer Weller.
  • Dr. Holger Finkernagel testet Menschen in der Schützenhalle auf das Coronavirus, in diesem Fall Jennifer Weller.
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  • hochgeladen von Sarah Panthel (Redakteurin)

vö Wunderthausen. Man muss sich an diesen Anblick erst noch gewöhnen: Normalerweise steht dieser Ort für Geselligkeit und Kameradschaft, für Zusammensein und Gemütlichkeit: Schützenfest, öffentliche Probe der Musikapellen, Chorkonzert – die Schützenhalle in Wunderthausen hat schon viele unvergessliche Veranstaltungen erlebt. Das scheint weit weg, ganz weit weg. Das Szenario jetzt: rot-weißes Absperrband, Beschilderung für ein Einbahnstraßensystem, Formulare, Fiebermessgerät.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Erinnerung an gesellige Veranstaltungen ist nur die an das, was sich alle auch wieder erhoffen. Das waren die Zeiten vor der Pandemie. Etwas Sehnsucht darf sein. Die Gegenwart ist indes eine andere: In der Schützenhalle wird getestet – auf das Coronavirus.

Wunderthausen. Man muss sich an diesen Anblick erst noch gewöhnen: Normalerweise steht dieser Ort für Geselligkeit und Kameradschaft, für Zusammensein und Gemütlichkeit: Schützenfest, öffentliche Probe der Musikapellen, Chorkonzert – die Schützenhalle in Wunderthausen hat schon viele unvergessliche Veranstaltungen erlebt. Das scheint weit weg, ganz weit weg. Das Szenario jetzt: rot-weißes Absperrband, Beschilderung für ein Einbahnstraßensystem, Formulare, Fiebermessgerät.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Erinnerung an gesellige Veranstaltungen ist nur die an das, was sich alle auch wieder erhoffen. Das waren die Zeiten vor der Pandemie. Etwas Sehnsucht darf sein. Die Gegenwart ist indes eine andere: In der Schützenhalle wird getestet – auf das Coronavirus. Was Ortsvorsteher Martin Schneider und seine Mannschaft hier in den vergangenen Tagen auf die Beine gestellt haben, ist beeindruckend. Der Wunderthäuser bringt es beim Besuch der SZ treffend auf den Punkt: „Ein Weg aus der Pandemie ist der, dass getestet wird, möglichst viel. Und dazu möchten wir unseren Beitrag leisten.“

Alles funktioniert im Fünf-Minuten-Takt

Am Gründonnerstag sind es 62 Menschen, die auf Nummer sicher gehen wollen. Und so viel sei verraten, ohne das Datenschutzgesetz zu vernachlässigen: Alle gehen mit einem negativen Testergebnis nach Hause. Es ist bereits der zweite Test-Tag in Wunderthausen. Das alles funktioniere im Fünf-Minuten-Takt, es seien Menschen im Alter von vier bis 81 Jahren dabei gewesen, verrät Martin Schneider.
Die Liste sei ganz schnell voll gewesen. Wer getestet sei, könne sich sein Ergebnis nach 15 Minuten mitnehmen, dann müssten im Anschluss keine E-Mails mehr verschickt werden. Das Angebot sei an die Menschen in Wunderthausen, Diedenshausen, Alertshausen und Christianseck adressiert. Das erfordere einen enormen Aufwand, der sich in den nächsten Wochen sukzessive auf mehrere Schultern verteilen solle: „Ich werde mir meine Ortsvorsteher-Kollegen noch dazu holen.“
Dass in Wunderthausen überhaupt in diesem Umfang getestet werden kann, ist auch dem Umstand zu verdanken, dass man mit Dr. Holger Finkernagel einen zugelassenen Tester mit ins Boot geholt hat. Der Allgemeinmediziner lebt seit 2020 in Wunderthausen „und fühlt sich bei uns pudelwohl“, freut sich Martin Schneider.

Enormer Zuspruch

Er könne zum jetzigen Zeitpunkt nur so viel sagen, dass die Bürger mit dem Angebot und dem Service sehr zufrieden seien. Der Zuspruch sei enorm. Das gelte nach seinen Informationen, so Martin Schneider, auch für das aktuell eröffnete Testzentrum in Arfeld. Dort habe es zunächst keine Genehmigung durch das Gesundheitsamt des Kreises Siegen-Wittgenstein gegeben – weil vermeintlich eine Frist versäumt worden sei. Diese Entscheidung sei zum Glück korrigiert worden, nachdem interveniert worden sei.
Martin Schneider lässt im SZ-Gespräch durchblicken, dass es der Ursprungsplan gewesen sei, mit Dr. Holger Finkernagel ein Impfzentrum für das Elsofftal in Wunderthausen zu etablieren. Das Pilotprojekt sei in trockenen Tüchern gewesen, allerdings aus einem entscheidenden Grund nicht zur Umsetzung gekommen: „Es stand nicht genügend Impfstoff zur Verfügung.“ Dennoch habe man, so der Ortsvorsteher, die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass man in Wunderthausen noch vom Testen zum Impfen übergehen könne. Und wie lange soll das Angebot Testzentrum in der Schützenhalle noch aufrechterhalten werden? „So lange, wie der Bedarf da ist und ausreichend Helfer zur Verfügung stehen.“ In den kommenden Wochen seien immer zwei oder drei Werktage geplant, für die Reservierungen entgegengenommen würden.
Und was ist mit der eigentlichen Nutzung für die Schützenhalle in Wunderthausen? Schützenfest, Konzert, Bürgerversammlung? „Da sehe ich uns noch nicht, auch wenn ich mir das anders wünschen würde“, erklärt der 1. Vorsitzende Bernd Schneider. Als die Idee von einem Testzentrum aufgekommen sei, habe der Vorstand nicht lange überlegen müssen: „Hier sind die Möglichkeiten gegeben und deshalb machen wir das so.“

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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