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Modebranche im Corona-Loch
„Viele meiden den Gang in die Geschäfte“

Hier war früher das Modegeschäft „Marco Polo“ beheimatet. Aufgrund der guten Lage hofft der Stadtmarketingverein auf eine baldige Vermietung.
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  • Hier war früher das Modegeschäft „Marco Polo“ beheimatet. Aufgrund der guten Lage hofft der Stadtmarketingverein auf eine baldige Vermietung.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

mari Olpe.  „In Mittelzentren wie Olpe gibt es viele Stammkunden. Das hat geholfen. Die Kunden bleiben eher am Ort und fahren nicht weg“, bringt Peter Enders, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins „Olpe Aktiv“, die Lage des Einzelhandels vor dem zweiten Lockdown auf den Punkt. „Im Frühjahr hat zunächst der Online-Handel sehr von den Schließungen profitiert. Danach war es umgekehrt. Als die Geschäfte wieder öffneten, gab es einen Aufschwung. Es war wieder Leben in der Stadt. Die Menschen waren froh, dass sie wieder in die Läden konnten. Sie suchten das Einkaufserlebnis und Kontakte.“
Doch nun sei festzustellen, dass trotz der geöffneten Geschäfte weniger Leute in der Stadt seien. „Die Kaufkraft der Kunden ist stark eingeschränkt, vor allem im Bekleidungsbereich.

mari Olpe.  „In Mittelzentren wie Olpe gibt es viele Stammkunden. Das hat geholfen. Die Kunden bleiben eher am Ort und fahren nicht weg“, bringt Peter Enders, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins „Olpe Aktiv“, die Lage des Einzelhandels vor dem zweiten Lockdown auf den Punkt. „Im Frühjahr hat zunächst der Online-Handel sehr von den Schließungen profitiert. Danach war es umgekehrt. Als die Geschäfte wieder öffneten, gab es einen Aufschwung. Es war wieder Leben in der Stadt. Die Menschen waren froh, dass sie wieder in die Läden konnten. Sie suchten das Einkaufserlebnis und Kontakte.“
Doch nun sei festzustellen, dass trotz der geöffneten Geschäfte weniger Leute in der Stadt seien. „Die Kaufkraft der Kunden ist stark eingeschränkt, vor allem im Bekleidungsbereich. Die Modebranche leidet unter den Einschränkungen. Die Kunden kaufen viel weniger, weil es ja keine Anlässe gibt, wo sie die neuen Sachen tragen können. Viele Menschen sind auch einfach verängstigt und meiden den Gang in die Geschäfte. Andere haben keine Lust, mit Maske etwas anzuprobieren. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von Menschen derzeit durch Kurzarbeit weniger Geld zur Verfügung hat“, so Enders.

Einige Branchen mit guten Umsätzen

Einige Branchen wie der Buch-, Elektronik-, Sport- und Fahrradhandel hätten aber auch gute Umsätze. Ebenso die Möbel- und Wohnungsausstattungsbranche. Viele Menschen hätten in ihr Zuhause investiert, da der Urlaub und viele andere Dinge weggefallen seien. Und natürlich die Lebensmittel- und die Getränkebranche, weil die Leute ja mehr zuhause seien.
Der Stadtmarketingvereinsvorsitzende ist froh, dass es trotz der Pandemie derzeit nur wenige Leerstände im Zentrum der Kreisstadt gibt. „Ich hoffe, dass das auch so bleibt. Noch sind wir ordentlich und gut belegt.“ Zur Vermietung stehen momentan ein Ladenlokal an der Frankfurter Straße (vorher „Vom Fass“), drei Ladenlokale an der Westfälischen Straße (zuvor „Komplott“ und zuletzt „My Market“, Schuhgeschäft „Blue Corner“ und das der früheren Drogerie Wurm, in dem bis vor Kurzem ein Sportshop untergebracht war) sowie ein Ladenlokal an der Martinstraße neben „Simocom-Computer“, das zuletzt von einer Krankenkasse angemietet war.
„Es war eine gute Idee, dass Ulla Kost ihre beiden Modegeschäfte mit den Labels Benetton und Marco Polo in das ehemalige Ladenlokal von ‚Moden am Markt‘ zusammengelegt hat. Durch die gelungene Einrichtung und Dekoration haben sie einen neuen Stil gefunden.

"Kein Ladenlokal, eher eine Höhle“

In den Räumlichkeiten des ehemaligen „Benetton-Store“ hat kürzlich die ‚Krämerei‘ mit ihrem Unverpackt-Angebot eröffnet. Das ist eine Bereicherung für die Kreisstadt. Für das frühere Ladenlokal ‚Vom Fass‘ gibt es inzwischen einen Mieter, der aber noch geheim bleiben will“, berichtet Enders.
Er ist sich sicher, dass sich durch die gute Lage in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz sowie das Fachwerk-Ambiente auch schnell ein Mieter für das ehemalige „Marco-Polo“-Ladenlokal finden wird. Schwierig sei es, für das Kellerlokal unter der Pizzeria „L’isoletta“ einen Nachmieter zu finden, in dem vor dem Schuhgeschäft eine Werbeagentur untergebracht war. „Das ist kein Ladenlokal, das ist eher eine Höhle“, meinte Enders. In der Tat. Die kleinen Fenster für die Auslage befinden sich in Kniehöhe.
Der Vorsitzende von „Olpe Aktiv“ glaubt, dass die Einkaufszentren in den Großstädten die durch die Pandemie verhängten Einschränkungen derzeit eher spüren als die Geschäfte in den mittelgroßen Städten.
Er ist sehr gespannt, wie sich die Lage weiter entwickeln wird. „Das wird sich im Dezember zeigen. Der Einzelhandel hat keine Möglichkeit, selbst Kunden zu akquirieren. Es ist stark davon abhängig, ob wieder Leben in die Städte kommt.“ Froh ist er über den Beschluss des Bundes, dass die Gastronomiebetriebe, die ja alle schließen mussten und durch die ‚To-Go-Angebote‘ nur wenig vom verpassten Umsatz auffangen können, 75 Prozent des zurückliegenden November-Umsatzes erhalten sollen. „Das ist eine gute Hilfe.“

Autor:

Marianne Möller

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