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Martin Butzkamm ist einer der bekanntesten Krippenbauer in der Region
Vierstellig in vier Jahrzehnten

Der Bau von Krippen im alpenländischen Stil erfordert viel Zeitaufwand
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yve Olpe. „Der Stall dieser Krippe ist aus jahrhundertealter Eiche“, sagt Martin Butzkamm und erzählt weiter, wie wertvoll dieses Material heutzutage ist. Die oberste Schicht eines ausgedienten Fachwerkbalkens – geformt und gegerbt von meteorologischen Elementen des Wetters – verwendet der 64-jährige Thieringhausener für den Bau von rustikalen Krippen. „Die sind seit einigen Jahren im Trend.“ Ebenso wie Kreationen, die von schlichter Eleganz und leichter Farbigkeit zeugen.
Doch die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Daher baut Butzkamm Krippen unterschiedlichster Art – alpenländische und orientalische oder Wurzelkrippen sowie gar ganze Landschaften. Und das genau seit vier Jahrzehnten. Der 64-Jährige ist einer der bekanntestes Krippenbauern in der Region.

yve Olpe. „Der Stall dieser Krippe ist aus jahrhundertealter Eiche“, sagt Martin Butzkamm und erzählt weiter, wie wertvoll dieses Material heutzutage ist. Die oberste Schicht eines ausgedienten Fachwerkbalkens – geformt und gegerbt von meteorologischen Elementen des Wetters – verwendet der 64-jährige Thieringhausener für den Bau von rustikalen Krippen. „Die sind seit einigen Jahren im Trend.“ Ebenso wie Kreationen, die von schlichter Eleganz und leichter Farbigkeit zeugen.
Doch die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Daher baut Butzkamm Krippen unterschiedlichster Art – alpenländische und orientalische oder Wurzelkrippen sowie gar ganze Landschaften. Und das genau seit vier Jahrzehnten. Der 64-Jährige ist einer der bekanntestes Krippenbauern in der Region. Im Alter von zwölf Jahren entdeckte er im Wald eine große Wurzel. „Die habe ich auf dem Fahrrad mit nach Hause genommen.“ An diesem Tag begann Butzkamms Leidenschaft für das Arbeiten mit Naturmaterialien, daheim im elterlichen Schuppen.
Die Wurzel besitzt der 64-Jährige, der bis zum Renteneintritt als Industriekaufmann beschäftigt war, heute noch. Sie ist Teil einer Landschaft, die in der ehemaligen „Schwanen-Apotheke“ an der Westfälischen Straße in Olpe ausgestellt ist. 56 Krippen stehen dort – jede ein handgemachtes Unikat. Wie immer Anfang Dezember, zieht es den 64-Jährigen vom Dorf in die Stadt. Der „echte“ Ort für die Präsentation seiner Werke ist der Historische Weihnachtsmarkt, auf den schon Wochen zuvor die Vorfreude groß ist. Gemütlich in der geschmückten Taverne zusammenstehen, an den urigen Hütten vorbeischlendern oder am wärmenden Feuer sitzen. Seit mehr als 15 Jahren ist Krippenbauer Martin Butzkamm eine feste Institution des festlichen Treibens im Herzen der Kreisstadt. Kunden von nah und fern, für die eine Krippe kein zwingendes Accessoire, sondern Passion ist, kommen an seinen Stand, erwerben Zubehör und Erweiterungen. „Für diese Menschen ist das ein fester Termin im Kalender und liebgewonnene Tradition“, weiß Butzkamm.

„Schwanen-Apotheke“ als Alternativ-Standort

In diesem Jahr bleibt der Marktplatz leer – statt Weihnachtsdorf erinnert hier ein Banner an das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Dennoch bringt der Stadtmarketingverein „Olpe Aktiv“ vorweihnachtliche Atmosphäre in die Kreisstadt. Die Beleuchtung weist auf die Festtage hin, und auch für Butzkamm ist mit der „Schwanen-Apotheke“ ein Alternativ-Standort gefunden worden.
Der Thieringhausener habe den Historischen Weihnachtsmarkt von Beginn an bereichert, so Peter Enders, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins. Er sei froh, dass sich nun mit der Nutzung eines leerstehenden Ladenlokals eine Möglichkeit ergeben habe, Kunsthandwerk zu präsentieren. „Auch wenn es in diesem Jahr auf eine etwas andere Art und Weise ist – Herr Butzkamm sorgt wieder einmal für ein Highlight in Olpe in der Adventszeit.“
Sowie eigentlich seit zwei Jahren auch in Scheiderwald. Aber das Krippenmuseum, das er in dem kleinen Wendener Örtchen eingerichtet hat, ist derzeit verwaist. Der Weihnachtsbaumverkauf auf dem Hof Quast findet wie üblich an den Adventswochenenden statt, doch auf die sonstigen Annehmlichkeiten wie Glühwein, Waffeln, Bratwurst und den Besuch des Museums muss aktuell verzichtet werden.
Dabei hatte der 64-Jährige in diesem Winter dort Großes vor. „Mein fester Plan war, neben den historischen Krippen, 250 bis 300 weitere zu zeigen“– ein gewaltiges Vorhaben, durchkreuzt von der Pandemie. Das Museum sei in den vergangenen zwei Jahren sehr gut angenommen worden, erzählt Butzkamm. „Viele Siegerländer waren hier, aber auch Menschen aus anderen Kreisen.“ Der Thieringhausener befindet sich zurzeit in Gesprächen und hofft, am dritten und am vierten Adventsamstag einige Krippen in der umgebauten Scheune in Scheiderwald anbieten zu können. Bei Voranmeldung sei es vielleicht auch möglich, kleine Gruppen unter Beachtung der Corona-Schutzmaßnahmen durch das Museum zu führen.
Bis dahin lohnt sich der Besuch der Krippenlandschaft in Olpe, die in der Vorweihnachtszeit donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet ist. Feinstes Kunsthandwerk ist hier zu bestaunen. Die Rohstoffe für Ställe, Brunnen, Wegweiser, Gatter, Tränken, funktionstüchtige Wasserräder Brücken, Feuerstellen und vieles mehr findet Butzkamm in den heimischen Wäldern.

„Zu mir kommen besonders viele junge Familien“

Die Figuren in diversen Stilrichtungen – überwiegend aus Ahorn und Linde – bietet er ebenfalls an, stellt sie aber nicht selbst her. „Ich konzentriere mich lieber voll und ganz auf den Bau von Krippen und Landschaften.“ Etliche tragen Butzkamms Handschrift. Die Zahl der Exemplare, die er hergestellt habe, sei auf jeden Fall vierstellig, und die Nachfrage steige stetig. „Zu mir kommen besonders viele junge Familien.“ Das Aufstellen des Miniaturstalles von Bethlehem ist und bleibt also ein beliebter Brauch, der in dieser veränderten Zeit einmal mehr die Bedeutung des Weihnachtsfestes vor Augen führen dürfte.

Autor:

Yvonne Clemens (Redakteurin) aus Stadt Olpe

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