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Wern Group übernimmt die Kosten
VWS hilft Großenbacher Familie aus der Patsche

Verkehrsexperte Otto Wunderlich und Stephanie Amos setzten sich mit Unterstützung der SZ-Redaktion monatelang für die Schülerbeförderung der zehnjährigen Lena Schneider vom Großenbach ein. Jetzt übernimmt die VWS die Kosten der Fahrt.
  • Verkehrsexperte Otto Wunderlich und Stephanie Amos setzten sich mit Unterstützung der SZ-Redaktion monatelang für die Schülerbeförderung der zehnjährigen Lena Schneider vom Großenbach ein. Jetzt übernimmt die VWS die Kosten der Fahrt.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

howe Großenbach. Die Lösung fürs Beförderungsproblem schien so nahe – und war dann doch so weit. Denn als die Siegener Zeitung Anfang August über das Dilemma der Realschülerin Lena Schneider vom Großenbach berichtete, da tauchte plötzlich die Lösung mit dem Abstecher ins Siegerland auf. Das zehnjährige Mädchen wäre von Großenbach mit der „normalen“ Buslinie SB 5 unten an der Großenbacher Straße nach einem ordentlichen Fußmarsch zunächst nach Walpersdorf gefahren worden.
Dann hätte das Kind die Straßenseite gewechselt, um von dort mit der Taxibuslinie L 200 zum Sammelpunkt „Wendeplatz Benfe“ transportiert zu werden. Von da wiederum wäre Lena um 6.51 Uhr am Erndtebrücker Bahnhof gewesen.

howe Großenbach. Die Lösung fürs Beförderungsproblem schien so nahe – und war dann doch so weit. Denn als die Siegener Zeitung Anfang August über das Dilemma der Realschülerin Lena Schneider vom Großenbach berichtete, da tauchte plötzlich die Lösung mit dem Abstecher ins Siegerland auf. Das zehnjährige Mädchen wäre von Großenbach mit der „normalen“ Buslinie SB 5 unten an der Großenbacher Straße nach einem ordentlichen Fußmarsch zunächst nach Walpersdorf gefahren worden.
Dann hätte das Kind die Straßenseite gewechselt, um von dort mit der Taxibuslinie L 200 zum Sammelpunkt „Wendeplatz Benfe“ transportiert zu werden. Von da wiederum wäre Lena um 6.51 Uhr am Erndtebrücker Bahnhof gewesen. Aber, Pustekuchen: Die Taxibuslinie, das ist aus dem Plan des Linienbündel Ost nicht ersichtlich, fährt ausschließlich in den Ferien. 

 „Dieter Wern hat es gestreckt"

Das erfuhren die Akteure, inklusive SZ-Redaktion, erst nach Veröffentlichung der Berichterstattung. Wobei jede andere Lösung als dieser weite Umweg für ein zehnjähriges Mädchen sicher besser gewesen wäre. Also setzte sich die SZ-Redaktion zunächst mit der betroffenen Großenbacher Familie Schneider in Verbindung und führte dann Gespräche mit Otto Wunderlich als Vorsitzender des Arbeitskreises Schienenverkehr Südwestfalen – mit dem Ziel, abseits von einer weiteren Berichterstattung, zuvorderst dem Mädchen zu helfen. Mit Erfolg: Denn am Montag kam die erfreuliche Nachricht: „Die VWS übernimmt ab sofort die gesamten Kosten der Familie für die Beförderung ihrer Tochter vom Großenbach in die Schule nach Erndtebrück. „Dieter Wern hat es gestreckt. Und zwar im Stillen. Und er hat es für die Region getan“, freut sich Otto Wunderlich, der in den zurückliegenden Monaten so manche Fäden gezogen hat.

 Familie spart 100 Euro Eigenbeteiligung für Schulbus 

„Dieter Wern von der Wern Group hatte mir vor vier Monaten zugesagt, er wolle sich um eine Lösung im Sinne der Familie Schneider bemühen. Das ist ihm gelungen. Ich bin ihm dafür sehr dankbar.“ Jetzt haben sich die Schneiders die 100 Euro Eigenbeteiligung für den Schulbus gespart. Aber von vorn: Denn nach der gescheiterten Abstecher-Route über Walpersdorf kontaktierte Otto Wunderlich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Stephanie Amos zuerst die Schneiders. Danach zapfte er die wichtigsten Kanäle an, um Bewegung in die Sache hereinzubringen. Sofort erhielt der ehemalige Frisörmeister aus Bad Laasphe die Zusage von Dieter Wern von der VWS, sich um eine Lösung bemühen zu wollen.
Hier mussten in dem Verfahren Fachleute herangezogen werden, um den Sonderfall effektiv bearbeiten zu können. Gespräche mit VWS und der Gemeinde Erndtebrück, mit der Hessischen Landesbahn und der Kurhessenbahn waren erforderlich. Im Grunde stand die Idee der Beförderung des Kindes – fahrplantechnisch zumindest. Parallel hierzu machte Otto Wunderlich Dampf im Erndtebrücker Rathaus, schaltete Karl-Ludwig Völkel und Bürgermeister Henning Gronau ein, die wiederum gemeinsam mit Kämmerer Thomas Müsse eine erste Lösung präsentierten.

Gute Zusammenarbeit

Die Gemeinde würde sich mit 100 Euro beteiligen, den gleichen Betrag sollte die Familie Schneider beisteuern – immerhin noch weitaus weniger als ganz zu Anfang gedacht. „Hier haben Politik und Presse sehr gut zusammengearbeitet“, lobt Otto Wunderlich. Die Verantwortlichen seien „eine Zeitlang still geblieben“, um die Leute im Hintergrund in Ruhe arbeiten zu lassen. Letztlich habe die Gemeinde Erndtebrück dazu beigetragen, dass der zehnjährigen Lena eine aus finanzieller Sicht noch erträgliche Beförderung ermöglicht wurde.
Dennoch machte sich bei Otto Wunderlich Unzufriedenheit breit – über die Tatsache, dass alle Kinder in Siegen-Wittgenstein von einer kostenlosen Beförderung in die Schule profitierten, nur Lena nicht. Da wog besonders die Aussage des Zweckverbands Personennahverkehr Westfalen-Süd schwer, der Familie Schneider schriftlich mitteilte, dass mit der Wahl des Wohnortes Großenbach erhebliche Vorteile wie etwa die Wohnqualität einhergingen.
Auf der anderen Seite müssten dann auch die Nachteile einer eingeschränkten Infrastruktur getragen werden. Und schließlich sei Großenbach mit 50 Einwohnern wegen der geringen Zahl nicht in das System des ÖPNV integriert. „Aufgrund dieser Festlegungen besteht auch kein Anspruch darauf, dass Ihr Wohnort in den ÖPNV eingebunden wird.“ Damit wollte sich Otto Wunderlich nicht zufrieden geben. Er hakte noch einmal bei Dieter Wern nach, der sich ein weiteres Mal bemühte. Jetzt haben die Schneiders Gewissheit: Die VWS übernimmt die Kosten für die Schülerbeförderung von Lena, die jeden Morgen mit dem Taxibus nach Erndtebrück gebracht wird.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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