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Grüne monieren Ungenauigkeit im Begriff „Solaranlagen“
Wortklauberei oder Fehler im System?

Hier werden beide Formen der Sonnenenergienutzung gleichzeitig auf einem Dach praktiziert: unten und links mit Solarzellen, die Strom erzeugen, rechts oben mit Sonnenkollektoren, die Wasser erhitzen.
  • Hier werden beide Formen der Sonnenenergienutzung gleichzeitig auf einem Dach praktiziert: unten und links mit Solarzellen, die Strom erzeugen, rechts oben mit Sonnenkollektoren, die Wasser erhitzen.
  • Foto: KMJ (kurzelinks.de/3xuk), „Solarmodul Sonnenkollektor 01 KMJ“, kurzelinks.de/r79b)
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

win Olpe/Elspe. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Energie der Sonne zu nutzen. Da ist einmal das uralte Prinzip der Solarthermie – die Strahlen des Fixsterns werden dank recht simpler Physik in Wärme umgesetzt, die wiederum Heizungs- oder Duschwasser erwärmt und den Verbrauch von Gas, Öl oder Holz reduzieren hilft. Und da ist das viel jüngere Prinzip der Photovoltaik (PV): Solarzellen verwandeln Sonnenlicht in Elektrizität. Beide Verfahren sind klimafreundlich, senken den CO2-Ausstoß und sind technisch etabliert. Am Montag indes sorgte eine Definitionsfrage für eine strittige Debatte im Kreisausschuss, bei dem es um die Frage beider Nutzungsformen ging.

win Olpe/Elspe. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Energie der Sonne zu nutzen. Da ist einmal das uralte Prinzip der Solarthermie – die Strahlen des Fixsterns werden dank recht simpler Physik in Wärme umgesetzt, die wiederum Heizungs- oder Duschwasser erwärmt und den Verbrauch von Gas, Öl oder Holz reduzieren hilft. Und da ist das viel jüngere Prinzip der Photovoltaik (PV): Solarzellen verwandeln Sonnenlicht in Elektrizität. Beide Verfahren sind klimafreundlich, senken den CO2-Ausstoß und sind technisch etabliert. Am Montag indes sorgte eine Definitionsfrage für eine strittige Debatte im Kreisausschuss, bei dem es um die Frage beider Nutzungsformen ging.
Die Mitglieder des Kreisausschusses hatten über eine lange Liste von Zuschussanträgen abzustimmen, die aus dem Topf „Sportförderung“ gezahlt werden sollten. Alle wurden durchgewinkt – nur nicht der des SSV Elspe. Denn der Verein will auf seinem Clubhaus eine Photovoltaikanlage errichten – genau dies ist aber seit 2008 mit Kreismitteln nicht mehr möglich. Bis 2007 waren auch PV-Anlagen vom Kreis gefördert worden, dann war dies auf CDU-Antrag umgestellt worden: Explizit sollten nur noch thermische Solaranlagen aus der Sportförderung unterstützt werden.

PV-Anlage auch eine Solaranlage?

Wörtlich heißt es in der alten Beschlussvorlage, die Förderung sei „auf Solaranlagen zu beschränken und Photovoltaikanlagen von der Förderung auszuschließen“. Doch das sah nun Fred Hansen von den Grünen anders. Der Antrag dürfe nicht abgelehnt werden, denn auch eine PV-Anlage sei eine Solaranlage. Landrat Theo Melcher widersprach: Aus der Formulierung des seinerzeitigen Texts gehe eindeutig hervor, dass hier nur thermische Solaranlagen gemeint seien. Bislang habe das auch nie jemand anders verstanden, vielen Vereinen seien auf dieser Grundlage die Förderung von PV-Anlagen abgelehnt worden. Hansen widersprach: „Ein Verein darf nicht ausbaden, dass die Verwaltung etwas falsch versteht. Wenn da Solaranlage steht, ist damit auch Photovoltaik gemeint.“
Wiederum widersprach der Landrat. Er räumte ein, dass es Sinn habe, die Formulierung zu ändern, und auch die Förderung von Photovoltaik könne neu überdacht werden, „aber dann müssen wird uns gleichzeitig fragen, warum wir Photovoltaikanlagen bei Sportvereinen fördern sollten und ansonsten nicht. „Wir kämen zu einer Ungleichbehandlung, wir müssen doch berücksichtigen, dass da seinerzeit ausdrücklich PV drinstand und das rausgenommen wurde. Woran soll eine Verwaltung sich denn sonst halten?“
Auch Michael Hecken (CDU) fand, „würden wir jetzt heute anders verfahren, wäre es eine absolute Ungleichbehandlung. Mehrere Vereine haben mich dazu befragt, und ich habe allen, einschließlich meinem eigenen Heimatverein, gesagt, dass Photovoltaik nicht mitgemeint ist.“ Er finde es „absolut gut, darüber nachzudenken, wie wir die Photovoltaik fördern, da muss viel mehr gemacht werden. Aber hier passt es nicht zur Sportförderung“. Thermische Solaranlagen würden gefördert, weil diese konkret die laufenden Kosten der Vereine etwa für Duschwasser senkten. Bei der Photovoltaik gehe es um die Einspeisung ins Netz und damit um Einnahmen für die Vereine.
Bernd Banschkus (SPD) fand das Thema zur Unzeit angesprochen: „Wir diskutieren in Corona-Zeiten eine Viertelstunde über 2000 Euro bei einem Haushalt von 250 Millionen.“ Sein „pragmatischer Vorschlag“: Das Thema solle nicht abgestimmt werden, stattdessen solle man dem SSV Elspe signalisieren, dass die Richtlinien bald überarbeitet würden. Dem stimmte Landrat Melcher zu, ergänzt mit dem Hinweis, dem Verein einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn zu genehmigen. „Dann wäre nichts verloren.“

"Es geht Ihnen hier nicht mehr um die Sache"

Wolfgang Hesse nahm sich Fred Hansen vor: „Sie wollen die Mehrheitsfraktion treiben. Das ist Ihr gutes Recht. Aber es geht Ihnen hier nicht mehr um die Sache. Wir sind nahe beieinander, ich bin ein großer Sympathisant erneuerbarer Energien und ich will das ausbauen.“ Der „kleine, feine“ Topf der Sportförderung sei aber „zu kostbar“ dafür, weil es da um anderes gehe. „Ich bin sehr für eine Förderrichtlinie für alle möglichen Solaranlagen, gerne, auch im Sinne von Elspe, wie wir das in größerem Stil fördern können, aber nicht mit diesem Instrument, das Sportanlagen fördern soll. Das wäre kontraproduktiv. Wenn Sie was erreichen wollen, kommen Sie auf uns zu, dann machen wir das gemeinsam. Bleiben Sie bei dem Weg über die Sportförderung, dann wird das nichts.“
Mit den fünf Stimmen von SPD und Grünen wurde der von Melcher ergänzte SPD-Antrag beschlossen: Alle elf übrigen Mitglieder des Kreisausschusses enthielten sich der Stimme.

Autor:

Jörg Winkel (Redakteur) aus Stadt Olpe

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