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Juke & The Blue Joint zum 30-Jährigen mit neuem Album
Auf Blues-Wurzeln gewachsen

Juke & The Blue Joint feiern in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Die aktuelle Besetzung mit Sänger Joi Dreisbach, Drummer Frank Hüsch, Bassist Klaus Stahlschmidt, Gitarrist Klaus Hirschfeld und Keyboarder Stefan Schlosser (v. l.) spielt seit 2013 zusammen. Jetzt hat das Quintett ein neues Album mit 15 Eigenkompositionen veröffentlicht: „Thanks For Both“.
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  • Juke & The Blue Joint feiern in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Die aktuelle Besetzung mit Sänger Joi Dreisbach, Drummer Frank Hüsch, Bassist Klaus Stahlschmidt, Gitarrist Klaus Hirschfeld und Keyboarder Stefan Schlosser (v. l.) spielt seit 2013 zusammen. Jetzt hat das Quintett ein neues Album mit 15 Eigenkompositionen veröffentlicht: „Thanks For Both“.
  • Foto: Band
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

aww Weitefeld. 30 Jahre geerdeter, bodenständiger Blues mit einem gerüttelt Maß an Funk-, Soul- und Rock-Einflüssen. 30 Jahre Groove, Groove und noch mal Groove. Das steht synonym für 30 Jahre Juke & The Blue Joint. Einen geeigneteren Zeitpunkt für die 1990 gegründete heimische Band, ihre Stärken ein weiteres Mal zu „konservieren“ und auf einem Silberling zu verewigen, kann es wohl kaum geben! Zumal die bis vor Kurzem jüngste CD-Produktion, „Wrong Tool To Get Paid“ (2008), auch schon ein rundes Dutzend Jahre auf dem Buckel hat.
„Thanks...

aww Weitefeld. 30 Jahre geerdeter, bodenständiger Blues mit einem gerüttelt Maß an Funk-, Soul- und Rock-Einflüssen. 30 Jahre Groove, Groove und noch mal Groove. Das steht synonym für 30 Jahre Juke & The Blue Joint. Einen geeigneteren Zeitpunkt für die 1990 gegründete heimische Band, ihre Stärken ein weiteres Mal zu „konservieren“ und auf einem Silberling zu verewigen, kann es wohl kaum geben! Zumal die bis vor Kurzem jüngste CD-Produktion, „Wrong Tool To Get Paid“ (2008), auch schon ein rundes Dutzend Jahre auf dem Buckel hat.
„Thanks For Both“ heißt das inzwischen fünfte Album, das die Handvoll Musiker aus Leidenschaft kürzlich in die Welt entlassen, besser gesagt: auf die Welt losgelassen hat, vollgepackt mit 15 Stücken, die für das stark strapazierte Attribut „handgemacht“ im Grunde eine neue Definition verlangen. Das meiste gemeinsam als Band „live in the studio“ eingespielt, vermisst der/die Zuhörer/-in eigentlich nur den Jubel eines enthusiasmierten Publikums am Ende der Songs, bei denen es sich übrigens erstmals ausschließlich um Eigenkompositionen handelt.

Stilistisch vielfältig und doch homogen

Schwere Rocker in bester Deep-Purple-Manier wie der den Titel des Vorgängeralbums zitierende Opener „Wrong Tool To Get Paid“, locker-flockig Poppiges wie das eingängige „Rise With The Son“ und Atmosphärisch-Balladeskes wie der Titelsong „Thanks For Both“ treffen auf den treibenden Funk-Rocker „Our Groove (Will Make You Move)“ oder das entspannt-jazzige „Don’t Go“ – die seit 2013 in der aktuellen Besetzung spielende Combo zeigt sich 2020 stilistisch vielfältig, gießt das alles aber in einen Retro-Sound, der der gesamten Platte sein Gepräge gibt und die Homogenität über Genregrenzen hinaus garantiert. Während Bandkopf und Schlagzeuger Frank Hüsch (Weitefeld) und Bassist Klaus Stahlschmidt (Altenbrendebach) ein tightes, sattes Fundament legen, können sich Klaus Hirschfeld (Lüdenscheid) mit grundehrlichen Gitarrensoli und Stefan Schlosser (Herdorf) mit teils jazzigen, teils rockigen, teils dissonant-abgefahrenen Ausflügen auf den Tasten in abwechslungsreichem Soundgewand (Piano, Orgel, Rhodes, Synth) nach Lust und Laune darauf austoben. Das Topping: die kraftvolle Röhre von Joi Dreisbach (Trupbach), die aber auch wunderbar sanft schimmern kann.

Drummer Frank Hüsch im Interview

30 Jahre Juke & The Blue Joint sind Anlass genug, auch einmal Frank Hüsch selbst zu Wort kommen zu lassen – in nachfolgendem Interview, für das der Drummer einige Fragen per E-Mail beantwortete:

Wie lange habt ihr mit der Produktion von „Thanks For Both“ zu tun gehabt?

  • Wir haben vier volle Aufnahmetage gehabt. Dazu noch einen Tag fürs Drehen der Videos plus den Abschlusstag für ein paar kleine Reparaturen bzw. Overdubs.

Wo wurde das Album aufgenommen?

Einige Stücke hat Gitarrist Klaus Hirschfeld und ein paar auch Keyboarder Stefan Schlosser komponiert. Daneben gibt es Songs, die du mit Klaus Hirschfeld gemeinsam geschrieben hast – wie lief dabei der Songwriting-Prozess ab? Wer ist für was verantwortlich?

  • Klaus Hirschfeld und auch Stefan Schlosser haben Möglichkeiten, gute Demos und Leadsheets von ihren Songideen zu erstellen. Somit sind alle gut vorbereitet. Bei mir ist es so, dass ich entweder Melodie und Basic-Lines vorsinge (so gut es geht) oder mal bei Keyboarder Stefan vorbeifahre und wir das dort am Piano oder Keyboard auschecken. Die Texte schreibe ich in der Regel autark zu Hause. Oftmals wachsen die Songs auch im Zuge der Proben, verändern sich stark – also insgesamt ein recht organischer Prozess.

Juke & The Blue Joint haben sich früher selbst immer als „Modern Blues Band“ gesehen. Die neue Platte lässt hingegen eine recht große stilistische Bandbreite vom Riffrocker bis zur melodiösen Gute-Laune-Nummer hören, wobei das klassische „Blues-Schema“ die absolute Ausnahme ist. Seid ihr den reinen Blues etwa leid?

  • Das ist ist eine tolle Frage! Ich hoffe doch stark, dass man die „Blues-Roots“ immer noch deutlich spürt und hört, denn die sind ganz tief in uns drin und bleiben immer die Grundlage für unsere Musik. Auf diesem Fundament steht bei uns alles, aber es ist ja eigentlich nur gut, dass man sich über die Jahre weiterentwickelt, sowohl musikalisch als auch jetzt endlich mit eigenen Texten.

Mit welchen Themen beschäftigt ihr euch in euren Texten?

  • Klaus Hirschfeld ist jemand, der stark in seinem Glauben lebt. Das spiegelt sich in „Rise With The Son“ wider. Mit „The Good Things Twice“ beschreibe ich meinen Blick auf das Leben und den teils bizarren Werteverfall, während der Titelsong „Thanks For Both“ die Dankbarkeit für meine Ehe zum Ausdruck bringt, die auch in schwierigen Zeiten Halt und Kraft gab.

Ihr habt euch für „Thanks For Both“ ja selbst ein ziemlich sportliches Studio-Programm auferlegt. Neben den 15 Titeln auf der Scheibe habt ihr in der kurzen Zeit noch sechs weitere Stücke live, also mit kompletter Band, eingespielt. Das ist eine riesige Anstrengung, vor allem für den Sänger, was hier und da auch zu hören ist. Habt ihr euch rückblickend vielleicht ein bisschen zu viel vorgenommen?

  • Das könnte man so sagen. Wir haben versucht, gut mit unserer Energie hauszuhalten, uns das gut einzuteilen, aber es war wirklich unglaublich, was gerade Sänger Joi Dreisbach da geleistet hat, der alle Takes jeweils immer mit voller Power mitgesungen hat.

Die Produktion hat ein ziemlich raues, erdiges 70er-Feeling. Was hat euch dazu bewogen, in diese Richtung Vintage-Sound zu gehen?

  • Wieder eine gute Frage. Ich muss zugeben, dass wir uns darüber eigentlich gar keine Gedanken gemacht haben. Wir wollten in allem authentisch und echt klingen, direkt und live. So ergab sich der Sound von selbst, wobei Frank Röcher im Mix und Mastering einen fantastischen Job gemacht und die Energie vom Einspielen voll im Mix transportiert hat.

Was war das schönste oder im positiven Sinne beeindruckendste Erlebnis der Bandgeschichte?

  • Ganz schwierige Frage: In 30 Jahren intensiver Bandgeschichte gab es wirklich viele besondere Erlebnisse und Begegnungen mit beeindruckenden Musikerkollegen, aber auch leidenschaftlichen Veranstaltern und vielen Unterstützern. Da nur ein Highlight zu nennen, ist praktisch unmöglich, wäre fast ungerecht. Besonders intensiv waren auf jeden Fall immer die Studioaufnahmen. Wenn alle die perfekte Hörsituation haben und auf diesen einen Take konzentriert sind, das ist schon immer ganz besonders, hat eine besondere Intensität. Ansonsten können wir einzig die Begegnung mit B. B. King hervorheben, im Anschluss an das gemeinsame Konzert 1994 in Siegen, ohne ungerecht zu werden. Der König des Blues hatte schon Ausnahmestatus und war auch genauso eine Ausnahmeerscheinung als Mensch. Beeindruckend, wie nett, aufgeschlossen, anerkennend und unterstützend er uns gegenüber war.

Und was war der größte Reinfall?

  • Da fällt mir spontan ein Konzert ein, wo wir echt die falsche Band am falschen Ort waren. Ein Festival in der Nähe von Hannover, wo vor uns eine Reggae-Band spielte, die derart abgeräumt hat, dass die Leute danach nichts anderes mehr hören wollten. Kann passieren, aber diese Band war wirklich dermaßen irre gut, wir hätten denen am liebsten selbst weiter zugehört.

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.jukeandthebluejoint.de. Dort geht’s auch zu Bonustracks und Videos zum neuen Album.

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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