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AK-Grundschulen bereiten sich vor
Ab nächster Woche wird getestet

Die Handhabung des Schnelltests ist kein Hexenwerk: Das wurde bei der Schulung vom Daadener DRK deutlich. Trotzdem bringt die Teststrategie einige Herausforderungen für die Schulen mit sich – aber vor allem Chancen.
  • Die Handhabung des Schnelltests ist kein Hexenwerk: Das wurde bei der Schulung vom Daadener DRK deutlich. Trotzdem bringt die Teststrategie einige Herausforderungen für die Schulen mit sich – aber vor allem Chancen.
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damo Daaden. „Wir wurden selbst ins kalte Wasser geworfen worden. Und jetzt helfen wir anderen, schwimmen zu lernen“: Das sagt Lukas Schweitzer nicht nur – er tut es auch. Gemeinsam mit seiner Schwester Klara-Zoe hat der Rotkreuzler am Mittwoch die Grundschulen im Daadener Land abgeklappert. Der Job der Geschwister: den Lehrern erklären, wie ein Corona-Selbsttest funktioniert. Denn genau das müssen die Pädagogen in der kommenden Woche ihren Schülern vermitteln.

Nach den Osterferien stellt das Land Rheinland-Pfalz reichlich Schnelltests zur Verfügung. Alle Schüler und Lehrer können sich dann zweimal pro Woche selbst testen.

damo Daaden. „Wir wurden selbst ins kalte Wasser geworfen worden. Und jetzt helfen wir anderen, schwimmen zu lernen“: Das sagt Lukas Schweitzer nicht nur – er tut es auch. Gemeinsam mit seiner Schwester Klara-Zoe hat der Rotkreuzler am Mittwoch die Grundschulen im Daadener Land abgeklappert. Der Job der Geschwister: den Lehrern erklären, wie ein Corona-Selbsttest funktioniert. Denn genau das müssen die Pädagogen in der kommenden Woche ihren Schülern vermitteln.

Nach den Osterferien stellt das Land Rheinland-Pfalz reichlich Schnelltests zur Verfügung. Alle Schüler und Lehrer können sich dann zweimal pro Woche selbst testen. Laut Mainzer Bildungsministerium sollen diese anlasslosen Tests eine wichtige Säule im Kampf gegen das Coronavirus sein: So können Infizierte ohne Symptome entdeckt werden, und zwar im Idealfall so frühzeitig, dass sie keine anderen Menschen anstecken.

„Die Tests werden helfen, asymptotisch Positive zu erkennen“, ist auch Lukas Schweitzer von der Strategie überzeugt. Genau auf diesem Prinzip fußt ja auch das Schnelltestzentrum im Daadener Bürgerhaus, das täglich von rund 100 Menschen aufgesucht wird. „Das wird sehr gut angenommen“, sagt Schweitzer.

"Eine Testpflicht gibt es nicht"

Ob das auf die Tests in den Schulen auch zutreffen wird, steht noch in den Sternen. Denn klar ist: „Eine Testpflicht gibt es nicht“, stellt die Leiterin der Daadetal-Grundschule, Silke Modestowicz, klar. „Wir sehen das Testen als Instrument, das ein Stück mehr Sicherheit in die Schulen bringt. Deshalb bin ich froh, dass wir diese Möglichkeit haben.“

Testen sollen sich die Kids selbst, und zwar mit einem Teststäbchen, das nur zwei bis drei Zentimeter tief ins Nasenloch eingeführt werden muss. Nach einer Viertelstunde liefert der Test das Ergebnis, das aber noch lange nicht in Stein gemeißelt ist: Im Falle eines positiven Ergebnisses folgt ein weiterer Schnelltest, und erst dann, wenn dieser ebenfalls eine Viruslast nachweist, würde die übliche Kette von PCR-Test und Quarantäne in Gang gesetzt.

Einige Fragen noch offen

Dass das eigentliche Testen kein Hexenwerk ist, haben die Lehrer beim Besuch des DRK erfahren – aber trotzdem bleiben natürlich Fragen offen. Sind Erstklässler motorisch in der Lage dazu, den Test wirklich korrekt durchzuführen? Wie groß wird der bürokratische Aufwand, das Testen zu dokumentieren? Und – wohl die größte Herausforderung – wie gehen die Lehrer mit einem Kind um, dessen Corona-Test zwei Striche zeigt?

„Das ist in der Tat nicht ganz einfach“, sagt Silke Modestowicz. Klar sei zwar, dass das betreffende Kind dann rasch von seinen Eltern abgeholt werden müsse – aber jenseits von diesen organisatorischen Abläufen stellt ein positiver Test im Klassenraum natürlich eine pädagogische Herausforderung dar. Je nachdem, ob das Kind ängstlich oder peinlich berührt reagiert, werden die Lehrer es auffangen müssen. Und offen ist auch, ob die Klassenkameraden sensibel reagieren.

Sensibilität ist gefragt

All das hat Silke Modestowicz natürlich auf dem Schirm: „Es ist wichtig, dass wir uns abstimmen und die Kinder wirklich gut vorbereiten. Wir müssen darüber sprechen und die Ängste der Kinder aufnehmen“, sagt sie. Soll heißen: Vor dem ersten Test werden die Lehrer lange mit den Kindern reden und ihnen verdeutlichen, dass ein positiver Selbsttest keineswegs bedeutet, „dass man jetzt Corona hat und schwer krank wird“.

Getestet werden die Kinder nur, wenn ihre Eltern eine Einverständniserklärung abgegeben haben. Noch ist die Zahl der Rückläufer überschaubar, aber man darf davon ausgehen, dass viele Kinder das entsprechende Formular im Ranzen haben, wenn sie wieder in die Schule zurückkehren. Und Silke Modestowicz denkt auch, dass die Akzeptanz im Laufe der Zeit steigen wird: „Ich kann mir gut vorstellen, dass die Zahlen der Tests nach zwei, drei Wochen steigen werden. Wir haben uns an so vieles gewöhnt“, ergänzt sie: „Ans Händewaschen oder Masketragen muss man die Kinder schon lange nicht mehr erinnern.“ Und das wird auch so bleiben, stellt die Schulleiterin klar: Selbst wenn eine ganze Klasse negativ getestet wäre, „bleiben die AHA-Regeln und das Lüften natürlich weiterhin“.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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