SZ

Geplante Seniorenresidenz in Weitefeld
Anwohner sind kritisch

Hier, auf einer Freifläche unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses in Weitefeld, soll nach dem Willen des Investors ein dreiteiliger Gebäudekomplex mit rund 80 Pflegeappartements entstehen.
  • Hier, auf einer Freifläche unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses in Weitefeld, soll nach dem Willen des Investors ein dreiteiliger Gebäudekomplex mit rund 80 Pflegeappartements entstehen.
  • Foto: Daniel Montanus
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Mehr als 80 Pflegeappartements in drei dreistöckigen Gebäuden: Das gefällt nicht allen Weitefeldern.

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Mehr als 80 Pflegeappartements in drei dreistöckigen Gebäuden: Das gefällt nicht allen Weitefeldern.

damo Weitefeld. Dass ein Gemeinderat ein nennenswert großes Publikum hat, ist in Zeiten der Pandemie selten geworden – aber in Weitefeld gibt es aktuell ein Thema, das etliche Menschen umtreibt: der geplante Bau einer Seniorenresidenz.

Dass die Pläne des Unternehmens Römerhaus nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen, wurde am Dienstagabend beim eigentlich eher unspektakulären Tagesordnungspunkt "Einwohnerfragen" deutlich. Und es war noch nicht einmal eine klare Frage, die die kurze, aber lebhafte Diskussion ausgelöst hat. 

Einer der Einwohner hatte lediglich zu bedenken gegeben, dass die hübsche Visualisierung des neuen Dorfgemeinschaftshauses, mit der sich der Rat zuvor ausgiebig beschäftigt hatte, nicht so ganz der Realität entsprechen werde: "Da wird's deutlich dunkler sein", gab der Mann zu bedenken. Was er damit sagen wollte, liegt auf der Hand: Nach seiner Einschätzung tut sich die Gemeinde keinen Gefallen damit, im Wohngebiete nahe des neuen Dorfgemeinschaftshauses drei dreistöckige Seniorenresidenzen bauen zu lassen.

Privater Betreiber will Seniorenresidenz schaffen

Genau das aber ist der Plan des Investors Römerhaus. Die Firma mit Sitz im rheinland-pfälzischen Schifferstadt ist vor einiger Zeit an die Ortsgemeinde herangetreten und hat ihr Interesse signalisiert, inmitten der Ortslage eine Seniorenresidenz mit mehr als 80 Pflegeappartements zu schaffen.

Investor hat bereits mehr als 20 Seniorenresidenzen gebaut

Die Investoren bewegen sich bereits seit knapp 40 Jahren auf diesem Terrain, und in diesen vier Dekaden haben sie bereits mehr als 20 Seniorenresidenzen gebaut. Der weitaus größte Teil davon befindet sich im südlichen Rheinland-Pfalz, aber auch in Hessen und im Saarland ist Römerhaus präsent. Die geografisch am nächsten liegende Immobilie entsteht gerade in Herschbach: Das "Haus Laurentius" soll Anfang Mai in Betrieb gehen und 96 Pflegeplätze bieten. 

Der Weitefelder Gemeinderat hat sich noch nicht mit der Thematik befasst  – lediglich im Bauausschuss hatte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler die Pläne des Investors vor einigen Wochen vorgestellt.

Dort hatte sich eine Diskussion entwickelt, in der Pro und Contra gegenübergestellt worden sind: Im Ausschuss war einerseits Skepsis laut geworden, dass die dreistöckige Bauweise und die recht großzügige Anzahl der geplanten Appartements mitten im Wohngebiet stören könnten. Andererseits aber wurde betont, dass der Gemeinde bislang ein Wohnangebot für Senioren fehle  – und das führe dazu, dass alte Menschen ihren Lebensabend eben nicht in ihrem Heimatort verbringen könnten.

Der Rat muss entscheiden

Der Ausschuss hatte sich schließlich dazu entschieden, die Pläne des Investors weiter zu verfolgen  –  allerdings: Entscheiden kann er nichts, das muss der Rat. Denn für die Realisierung des Projekts bedarf es der förmlichen Aufstellung eines Bebauungsplans, und die kann nur der Rat anstoßen. Grundsätzlich gilt: Die Fläche, auf der das Wohnprojekt entstehen soll, gehört der Gemeinde  – und sie ist konzeptionell für genau diese Zwecke vorgesehen.

Trotzdem ist der Weg bis zum Bebauungsplan noch weit. "Die Bettenanzahl und die Größe des Gebäudes sind noch lange nicht durch", verdeutlichte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler. Und er stellte auch klar: "Man muss beide Seiten sehen. Ein seniorengerechtes Wohnen fehlt in der Gemeinde  – aber uns ist natürlich auch bewusst, dass so ein Bauvorhaben Einfluss auf die Umgebung hat."

Die Bettenanzahl und die Größe des Gebäudes sind noch lange nicht durch.
Karl-Heinz Keßler
Ortsbürgermeister

Im nächsten Schritt soll das Bauvorhaben im Gemeinderat offiziell vorgestellt werden  – geplant ist das für den 15. März. An diesem Abend soll eine Delegation von Römerhaus nach Weitefeld kommen und den Ratsmitgliedern genaue Einblicke in die Planungen gewähren. Und natürlich wird die Ratssitzung öffentlich sein: Alle Interessierten können zuschauen und selbst Fragen stellen.

Zuvor ist aber ein weiteres Gespräch geplant, informierte Karl-Heinz Keßler im Gespräch mit der SZ: Noch vor dem 15. März wollen sich die Fraktionssprecher und die Gemeindeverwaltung mit Römerhaus zusammensetzen und einige Fragen klären. Unter anderem soll es um die Bauweise, die Größte, aber auch um die Finanzierbarkeit der Seniorenappartements gehen.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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