Nächste Hiobsbotschaft in Weitefeld
Bau des Dorfgemeinschaftshauses wird noch teurer

Gäbe es Murphys Gesetz nicht schon lange, müsste es angesichts dieser Baustelle erfunden werden.

damo Weitefeld. Mit einer Gedenkminute für die Opfer der Hochwasserkatastrophe hat am Dienstagabend die Sitzung des Ortsgemeinderats Weitefeld begonnen. Zudem hat der Rat beschlossen, die Sitzungsgelder an die Betroffenen an der Ahr zu spenden.
Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler war selbst aktiver Feuerwehrmann, und mit Blick auf einen eigenen Einsatz beim Hochwasser 2002 würdigte er das Engagement der Rettungskräfte. „Die Kollegen der Feuerwehr sind wiedergekommen, und wir werden uns als Ortsgemeinde noch für ihren Einsatz erkenntlich zeigen. Denn auch wenn wir nicht Träger der Feuerwehr sind: Es sind unsere Jungs und Mädels!“
Keßler warnte zugleich davor, sich in der Höhengemeinde in falscher Sicherheit zu wiegen. „So etwas kann überall passieren, selbst hier oben“, sagte er und verwies auf ein paar neuralgische Punkte in der Gemeinde. „Wir sollten das Thema nicht wegschieben“, meinte er mit Verweis auf die Häufung von Extremwetterlagen.

Dorfgemeinschaftshaus: Alles geht schief

Nach diesem emotionalen Auftakt musste sich der Rat einmal mehr mit dem Dorfgemeinschaftshaus beschäftigen. Und hätte ein gewisser Edward A. Murphy nicht längst sein gleichnamiges Gesetz erfunden, dann hätte diese Baumaßnahme der Gemeinde der Aufhänger dafür sein können. Denn hier geht wirklich alles schief, was schiefgehen kann.
Zuerst hatte ein Rechtsstreit die Gemeinde lange Jahre ausgebremst; in seiner Folge mussten weitere Gutachten erstellt und teure Nachbesserungen beim Schallschutz vorgenommen werden. Als dann endlich der Bau beginnen konnte, waren die Kosten wegen der Preissteigerung im Bauhandwerk plötzlich viel höher.
Aber die Weitefelder haben auch diese Kröte geschluckt – und mussten anschließend erkennen, dass ihre Pechsträhne noch nicht abgerissen ist. Denn die Baufirma musste Konkurs anmelden – wieder ruhte die Baustelle, erneut entstanden Zusatzkosten.

Bodengutachten bereitet Sorgen

Als ob all das noch nicht genug wäre, präsentierte Keßler jetzt den Ratsmitgliedern eine neue Hiobsbotschaft: Ein Bodengutachten, das während der Abrissarbeiten erstellt worden ist, hat ergeben, dass sich Lavaschotter und Bauschutt im Untergrund befinden.
Also musste die Bauwerksgründung neu geplant werden. In der Folge steigen die Kosten erneut. „Ich kann das Wort ,Nachtrag’ nicht mehr hören“, sagte Keßler und bilanzierte: „Das ist alles sehr unglücklich, sehr unbefriedigend.“ Da hat er wohl Recht – denn allein die Insolvenz und der schlechte Untergrund verursachen Mehrkosten von rund 75.000 Euro. Einzig tröstlich ist, dass die Gemeinde mutmaßlich nicht allein auf diesen Kosten sitzen bleiben wird: Es gibt offenbar Signale vom Fördergeber, dass die Mehrkosten bezuschusst werden.
Neben diesem Thema hat sich der Rat Weitefeld als erster im Daadener Land mit der Jugendarbeit befasst und beschlossen, diese Aufgabe auf die Verbandsgemeinde zu übertragen. Wie berichtet, soll auf VG-Ebene ein hauptamtlicher Jugendpfleger eingestellt werden. „Das ist eine gute Sache“, kommentierte Keßler – jetzt setzt er darauf, dass auch der Weitefelder Jugendtreff davon profitieren wird.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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