„Beste Kupferbergwerke“

Auf diesem alten Foto von Daaden ist rechts oben noch das Baronshaus zu sehen, das 1886 abbrannte und das in dem Reisebericht von Schmeißer 1749 besonders erwähnt wird, weil es schon ein Schieferdach besaß.  Foto: Archiv mey
  • Auf diesem alten Foto von Daaden ist rechts oben noch das Baronshaus zu sehen, das 1886 abbrannte und das in dem Reisebericht von Schmeißer 1749 besonders erwähnt wird, weil es schon ein Schieferdach besaß. Foto: Archiv mey
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mey Daaden. „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen“: So hat es der Volksmund formuliert. Und so dachte auch Johann Christian Schmeißer, der vor 260 Jahren von seiner Reise durch das Daadener Land einen Bericht verfasste. Acht Punkte enthält der Reisebericht über Daaden – „einen großen Flecken“ – der sich im heutigen Deutsch wie folgt liest:

1. Das oberste Haus ist mit Schiefern gedeckt und gehört dem Bergsekretär Reusch.

2. Das in der Mitte des Fleckens stehende Haus und dessen 2 Pavillons mit blauen Dächern, rechter Hand der Straße bei der Brücke als auch

3. das gegenüber stehende Haus mit dem roten Dach und Turm gehört nebst dem großen Garten mit der Hecke und dem Gartenhäuschen der Frau von Schütz.

4. Die Kirche ist ganz neu erbaut, auch die schönste und hellste im ganzen Land, hat aber einen alten niedrigen Turm. Die reformierte und die evangel. Gemeinde gehen in einem Gottesdienst zusammen, den einen Sonntag predigt der evangel.-lutherische – den anderen Sonntag der reformierte Geistliche.5. Zwischen den Bergen hindurch geht der Weg nach Friedewald, 3/4 Stunde von Daaden, welches man von ferne sehen kann.6. Die Berge bestehen meistens in Haubergen.7. Im Daadenischen sind die reichsten und besten Kupferwerke im ganzen hiesigen Land.8. Eine halbe Stunde von Daaden ist der berühmte Kupferschacht, die Mahlscheid genannt, 90 Klafter tief, sehenswert.Das von Schmeißer erwähnte schiefergedeckte Haus – die meisten Häuser hatten damals noch Strohdächer – wurde später, als es in den Besitz eines Sprosses der Familie von Seigneux überging, auch das Baronshaus genannt; es brannte 1886 vollständig ab. Heute steht an dieser Stelle das Wohnhaus Richter/Weller.Aus der Beschreibung des Schützschen Anwesens, von dem heute nur noch die „Alte Post“ erhalten ist, ist zu schließen, dass damals bereits eine Brücke über die Daade führte und dass diese nicht erst 1846 gebaut wurde, wie in manchen Berichten zu lesen ist. Der große Garten schloss sich an das Wohnhaus (heute steht dort das Geschäftshaus Bräuer) in Richtung heutigem Festplatz an; dieser Bereich trägt in alten Karten die Bezeichnung „Schützengarten“.Interessant ist auch die Beschreibung der Kirche als Neubau mit einem alten Turm. Der Turm wurde einige Jahrzehnte später, 1784, renoviert und erhöht und erhielt erst zu diesem Zeitpunkt seine heutige Form.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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