Betriebswirtschaft im Bauhof

VG-Rat Daaden sprach sich für mehr Transparenz und eine Kosten-/Leistungsrechnung aus

damo Daaden. Transparenz und Wettbewerb: Diese beiden Aspekte werden künftig beim Daadener Bauhof mehr Gewicht als bisher erhalten. Nachdem vor geraumer Zeit ein Gutachten zu dem Ergebnis gekommen ist, dass der Bauhof zwar qualitativ gute Arbeit leiste, aber eine betriebswirtschaftliche Kosten-/Leistungsrechnung fehle, wird das Management jetzt auf andere Füße gestellt. Künftig agiert der Bauhof in vielen Aspekten wie ein privater Anbieter.

Früher wurde der Bauhof über einen Mischsatz finanziert: Personalkosten, Gerätekosten und Investitionsmaßnahmen wurden addiert und durch die Gesamtzahl der Arbeitsstunden geteilt. Das Ergebnis war ein Stundensatz, und diesen mussten die »Kunden«, also vor allem die Ortsgemeinden, pro angefallene Stunde bezahlen.

Ein Beispiel: Wenn die Ortsgemeinde Weitefeld zehn Stunden die Straßen kehren ließ, musste sie die gleiche Summe dafür bezahlen, die Niederdreisbach für zehn Stunden Schneeschieben in Rechnung gestellt wurde – obwohl der Winterdienst deutlich teurer ist. Künftig aber sieht das anders aus.

Ab Januar 2004 werden die Ortsgemeinden offizielle Aufträge an den Bauhof vergeben und nur für diese Leistungen zur Kasse gebeten. Die anschließende Rechnung weist den Einsatz von Maschinen und Personal exakt aus. Wie teuer die Leistungen sind, wird marktwirtschaftlich errechnet – Vorgabe: Der Bauhof soll seine Kosten decken. Und dann kostet Schneeschieben eben mehr als Blumengießen. Das hat der Verbandsgemeinderat Daaden gestern Abend beschlossen. Außerdem wird der Bauhof ab Januar 2004 den Verbandsgemeindewerken angeschlossen.

Diese arbeiten schon seit 1982 nach Kosten-/Leistungsrechnung, informierte Bürgermeister Wolfgang Schneider im Gespräch mit der SZ. »Der Bauhof wird sich künftig noch mehr als Dienstleister verstehen«, sagte er. Aber: Wenn der Bauhof für einzelne Aufträge herangezogen wird, steht er dann nicht viel mehr im Wettbewerb? »Durchaus. Aber ich bin davon überzeugt, dass die Qualität der Mitarbeiter so gut ist, dass der Bauhof diesen vermehrten Wettbewerb standhalten kann.«

In die gleiche Kerbe hatte zuvor SPD-Fraktionssprecher Reiner Rühmann geschlagen: Er stellte klar, dass die gestern in den Weg geleitete Umstrukturierung des Bauhofs vor allem die Funktion habe, die Zukunftsfähigkeit des Bauhofs zu sichern: »Die Umstrukturierung ist kein Ausdruck von Kritik und kein Ausdruck, dass wir den Bauhof auflösen wollen. Sie zeigt vielmehr den Willen, den Bauhof auch für die Zukunft zu sichern.«

Diese Äußerung dürfte den anwesenden Bauhofmitarbeitern gut geschmeckt haben – schließlich wurde in der jüngsten Zeit auch in den Ortsgemeinderäten immer wieder über die Zukunft des Bauhofs diskutiert. »Diese Umstrukturierung ist der einzige Weg, den Bauhof für die Zukunft lebensfähig zu machen«, stellte Rühmann klar. Offenbar sahen das die übrigen Ratsmitglieder ähnlich, denn der Rat sprach sich einstimmig für die Änderungen aus.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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