Daadener Kirche erhielt neuen Eingang

Feuchtigkeit machte Renovierung notwendig/Historisches Mauerwerk freigelegt

mey Daaden. Ein völlig neues Bild bietet sich dem Besucher der Daadener Kirche, wenn er diese durch den Turmeingang betritt: Die Halle des alten Kirchturmes wurde vollständig saniert und dabei das alte Mauerwerk freigelegt.

Schon vor mehr als zehn Jahren wurden im Eingangsbereich des Turmes zunehmend Feuchtigkeitsschäden festgestellt. Der Putz im Deckengewölbe wies große Feuchtflecken auf, die an den Wänden angebrachten Platten waren zum Teil lose und drohten herabzufallen und an den Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges zeigten sich Kalkausblütungen.

1998 liefen die notwendigen Sanierungsmaßnahmen an, indem Dachrinnen am Turmdach angebracht und links und rechts des Turmes Drainagen verlegt wurden. Die isolierende Grundierung eines früheren Anstriches ließ sich nicht mehr ohne Gefährdung des gesamten Außenputzes entfernen; deshalb musste innen eine Möglichkeit zum Entweichen der Feuchtigkeit aus den Wänden geschaffen werden.

Nach einer längeren Zeit des Überlegens entschloss sich das Presbyterium, das gesamte Mauerwerk freizulegen und sichtbar zu machen und damit der über 800 Jahre alten Bausubstanz des Turmes wieder Geltung zu verschaffen. Schließlich ist der Kirchturm das älteste Gebäude in Daaden, da er beim Abbruch der alten Kirche 1722 stehen blieb, um fortan die neu errichtete Barockkirche zu zieren.

Als die teilweise sehr dicke Mörtelschicht abgetragen war, kamen keine schön behauenen, sondern sehr unregelmäßige und unterschiedlich große Steine zum Vorschein, die offenbar aus heimischen Steinbrüchen stammen. Jedoch ist jetzt wieder zu erkennen, wie es die Altvorderen vor mehr als 800 Jahre verstanden, mit dem vorhandenen Material ein beachtenswertes und vor allem dauerhaft haltbares Bauwerk zu errichten, wobei die gewölbte Decke mit ihren vielen kleinen Steinen besondere Erwähnung verdient.

Im Bodenbereich der Turmhalle wurde der Beton entfernt; stattdessen wurden Natursteinplatten – aus dem gleichen Material wie der Steinfußboden im Kirchenschiff – und Pflastersteine aus Basalt verlegt, die zum Einen optisch hervorragend zu dem alten Mauerwerk passen und zum Anderen auftretende Feuchtigkeit abziehen lassen. Außerdem wird auf diese Weise eine Verbindung zu dem Kircheninneren und damit zum Baustil des 18. Jahrhunderts hergestellt. Aber auch zur Neuzeit wird der Bogen gespannt: Bodenstrahler und Edelstahl am Treppengeländer vertreten die heute gebräuchlichen baulichen Elemente.

Doch damit sind der Neuerungen noch nicht genug: Die Türe im Turmeingang wurde ebenfalls verändert und zeigt sich jetzt als schlichte Pforte aus Holz ohne farblichen Anstrich – so wie ihre Vorgängerin einst auch ausgesehen haben mag. Die Treppe von der Turmhalle zum Kircheninneren wurde ebenfalls erneuert und zur besseren Begehbarkeit um eine Stufe erweitert. Und schließlich wurde die hier befindliche Innentüre durch eine neue, etwas größere und stilgerechte Tür ersetzt.

Zuletzt war die Turmhalle 1962 umfassend im modernen Stil renoviert worden. An den Seitenwänden wurden die Gedenktafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege, die sich zum Teil bis dahin im Chorraum der Kirche befunden hatten, angebracht. Diese sollen nun im Zusammenhang mit dem von der Ortsgemeinde geplanten neuen Ehrenmal eine Verwendung finden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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