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Pflegemaßnahmen beim Hohenseelbachskopf
Darum müssen die Quellmoore geschützt werden

In den Quellmooren beim Hohenseelbachskopf sind einige Biotoppflegemaßnahmen erledigt worden. Jetzt machten sich einige Vertreter vom Forstamt, dem NABU, dem Forstzweckverband und der Kreisverwaltung ein Bild von den Arbeiten.
  • In den Quellmooren beim Hohenseelbachskopf sind einige Biotoppflegemaßnahmen erledigt worden. Jetzt machten sich einige Vertreter vom Forstamt, dem NABU, dem Forstzweckverband und der Kreisverwaltung ein Bild von den Arbeiten.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

damo Emmerzhausen. O schaurig ist’s nicht, über Moor zu gehen – zumindest nicht über das im Wald bei Emmerzhausen. Nur wasserfestes Schuhwerk ist empfehlenswert, denn selbst in den drei Dürresommern ist der Boden dort nie trocken gewesen. Und entsprechend matschig ist der Untergrund jetzt im Herbst. Aber wer mit dem Biotopbetreuer des Kreises, Peter Weisenfeld, unterwegs ist, der weiß, dass er nicht mit Sneakern auftauchen sollte.

Auf rund einem Hektar Fläche erstrecken sich im Wald in Richtung Daaden, nicht weit entfernt vom Hohenseelbachskopf, mehrere dauerfeuchte Bereiche im Wald: Es handelt sich um sogenannte Quellmoore, und dieser Biotoptyp verdient höchsten Schutz.
In Deutschland wird Raubbau an den Mooren betrieben
Warum?

damo Emmerzhausen. O schaurig ist’s nicht, über Moor zu gehen – zumindest nicht über das im Wald bei Emmerzhausen. Nur wasserfestes Schuhwerk ist empfehlenswert, denn selbst in den drei Dürresommern ist der Boden dort nie trocken gewesen. Und entsprechend matschig ist der Untergrund jetzt im Herbst. Aber wer mit dem Biotopbetreuer des Kreises, Peter Weisenfeld, unterwegs ist, der weiß, dass er nicht mit Sneakern auftauchen sollte.

Auf rund einem Hektar Fläche erstrecken sich im Wald in Richtung Daaden, nicht weit entfernt vom Hohenseelbachskopf, mehrere dauerfeuchte Bereiche im Wald: Es handelt sich um sogenannte Quellmoore, und dieser Biotoptyp verdient höchsten Schutz.

In Deutschland wird Raubbau an den Mooren betrieben

Warum? Weil deutschlandweit Raubbau an den Mooren betrieben wird, dieser Lebensraum aber zugleich das einzige Refugium für viele seltene Pflanzenarten darstellt. Torfmoose zum Beispiel müssen mit ihren Füßen im Nassen stehen. Und auch Wollgras, Sumpfveilchen oder Rippenfarn sind ziemliche Diven: Sie haben sehr genaue Vorstellungen davon, wo sie gerne wachsen möchten – und diese Rahmenbedingungen bieten eben nur Standorte im Moor.

Um bekannte Tierarten, die ans Moor gebunden sind, anzulocken, sind die Flächen bei Emmerzhausen zu klein – Doppelschnepfen oder Birkhühner wird man nicht antreffen, und bevor hier ein Kranich brütet, wird Fortuna Düsseldorf deutscher Fußballmeister. Aber die Lebensraumgemeinschaft mit all den seltenen Pflanzen verdient trotzdem höchsten Schutz. Zum einen, weil das Gesetz es vorsieht – zum anderen, weil Moore auch eine wichtige Funktion im Klimaschutz haben.

"Abbau von Torf ist ein Klimakiller"

„Der Abbau von Torf ist ein Klimakiller“, warnt der zuständige Revierförster Matthias Grohs. Zugegeben, in den Emmerzhäuser Quellmooren ist die Torfschicht nur wenige Zentimeter dick – hier wird niemand mit dem Spaten anrücken. Aber trotzdem sind diese besonders schützenswerten Areale bedroht.
Das erklärt Peter Weisenfeld sehr anschaulich. Ein Problem besteht darin, dass das Quellwasser in kleinen Rinnsalen talabwärts fließt – und zwar schneller, als das wünschenswert wäre. Das zweite Problem: Die Moore wachsen zu. Insbesondere Fichten haben sich hier breitgemacht. Und wer das Wasser im Moor halten will, der sollte keinen derart durstigen Baum dort dulden.

Viele Fichten müssen weichen

Als Biotopbetreuer ist Weisenfeld dafür zuständig, ein Konzept für den Erhalt schützenswerter Naturräume zu erstellen und dann geeignete Pflegemaßnahmen anzuleiern. Hier, im FFH-Gebiet „Wälder am Hohenseelbachskopf“, kooperiert er mit dem Forstlichen Bildungszentrum Hachenburg: Unter der Regie von Forstwirtschaftsmeisterin Franziska Mahlke haben die Auszubildenden in den vergangenen drei Wochen unzählige Büsche und Sträucher, vor allem aber Fichten entfernt. Und sie haben aus Holzstämmen Dämme gebaut: „So bleibt das Wasser länger dort, wo wir es haben wollen. Und es verteilt sich besser auf der Fläche“, erklärt Weisenfeld.

Bei der Exkursion sind auch Vertreter des Forstamts mit von der Partie – schließlich liegen die Moore mitten im Wald, also im Zuständigkeitsbereich der Forstverwaltung. „Biotopflege geht hier nur mit dem Forst zusammen“, betont Weisenfeld.
Für dieses Jahr sind die Arbeiten abgeschlossen; aber schon jetzt steht fest, dass die angehenden Forstwirte im kommenden Frühling wieder anrücken werden. Dann sollen weitere Freischneidearbeiten erledigt werden.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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