Das Heim bleibt, wo es ist

Verwaltung: Asylanten-Unterkunft im Ort nicht denkbar

goeb Derschen. Verstärkte Kontrollen durch die Polizei soll es jetzt in dem Örtchen Derschen im Daadener Land geben. Das kündigte gestern Daadens hauptamtlicher Bürgermeister Wolfgang Schneider in einem Hintergrund-Gespräch mit der Siegener Zeitung mit Blick auf den Überfall auf das Asylbewerberheim in der Nacht zum Dienstag an (die SZ berichtete). Mit zum Teil schweren Pflastersteinen waren sämtliche Fenster der Unterkunft gegen 4.45 Uhr vermutlich von rechtsradikalen Tätern eingeworfen worden. Die beiden Bewohner, die sich dort aufgehalten hatten, blieben äußerlich unverletzt, erlitten aber einen Schock. Eine heiße Spur, hieß es seitens der Polizei, verfolge man nicht.

»Diskussion bereits geführt«

Die Verbandsgemeindeverwaltung Daaden will an dem Standort des in Fertigbauweise vor zwei Jahren wiedererrichteten Heims am Rande des Gewerbegebiets Derschen indes festhalten. »Die Diskussion darüber haben wir nach dem Brand bereits geführt, als es darum ging zu entscheiden, wo neu gebaut wird«, sagte Schneider gestern. »Sammelunterkünfte liegen in der Regel nicht in bebauter Ortslage. Beiden Insassen ist deutlich gesagt worden, dass sie vorübergehend in der Unterkunft Nisterberg untergebracht werden können. Das haben sie aber abgelehnt.« Beide Männer, so Schneider, hätten die Folgenacht in Derschen verbringen wollen.

Schneider sagte ferner, die Schäden am Gebäude seien beseitigt worden, die Fenster mit Holz bzw. Planen abgedichtet. Alle Scheiben würden neu eingesetzt.

Womöglich bei Verwandten

Für Fachbereichsleiter Ordnungs-, Schul- und Sozialwesen, Wolfgang Märker, ist der »faktische Leerstand« des Hauses trotz der sieben dort gemeldeten Asylbewerber nicht erstaunlich. Alleinstehende Asylbewerber seien insgesamt mobiler, hielten sich womöglich bei Verwandten oder Freunden auf. »Wir kennen das noch aus der Zeit des Kosovo-Krieges«, schilderte Märker. »Da waren hier 35 Leute gemeldet, wir fanden dann an manchen Tagen aber nur fünf vor.«

So gut wie keine Klagen

Das Asylbewerberheim Derschen befinde sich seit 1990 an diesem Standort. »Die Unterkunft mit Einzelzimmern ist nach den gesetzlichen Vorgaben errichtet worden«, schilderte Märker weiter. Wolfgang Schneider gab an, dass es seit dieser Zeit so gut wie keine Klagen gegeben habe. »Hätten wir das Heim im Ort gebaut, wir hätten mit Sicherheit Beschwerden gehabt.«

Ahmad Baker und Sharam B. bleiben vorerst in Derschen. Nisterberg sei für sie nicht sicherer als Derschen, antwortete der Iraner B. auf die Frage nach dem Alternativ-Quartier. Ahmad Baker war bereits wieder im Rahmen seines 1-Euro-Jobs im Dienst. Gegen Morgen hätte ein Anwohner bei ihnen vorbeigeschaut und sich nach ihrem Befinden erkundigt. Er habe Getränke für sie dabei gehabt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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