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Pflegemaßnahmen
DBU sieht keine Gefahr für Offenflächen am Stegskopf

71 Flächen mit rund 70 000 Hektar in zehn Bundesländern hat die DBU von der Bundesrepublik als Teil des Nationalen Naturerbes übernommen, darunter auch den Stegskopf. Beim Thema Entwicklungsplan bittet man um etwas Geduld.
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  • 71 Flächen mit rund 70 000 Hektar in zehn Bundesländern hat die DBU von der Bundesrepublik als Teil des Nationalen Naturerbes übernommen, darunter auch den Stegskopf. Beim Thema Entwicklungsplan bittet man um etwas Geduld.
  • Foto: goeb (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

goeb Emmerzhausen. Die Kreisgruppen Altenkirchen und Siegen-Wittgenstein des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten sich Anfang September zu einer Fachkonferenz im Bürgerhaus Friedewald getroffen. Vorstandsmitglieder sowie Biologen, Ehrenamtliche und Gäste (darunter auch Bio-Landwirte) debattierten zur Zukunft des ehemaligen Truppenübungsplatzes, heute in Händen der DBU Naturerbe GmbH. Besonders der BUND-Vorstand äußerte Kritik an der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Umstritten war an dem Abend beispielsweise die Frage, ob die Maßnahmen zur Offenhaltung des Geländes ausreichten.
Stellungnahme der DBU zum Stegskopf
Laut BUND werde nicht genug getan, um die ökologisch wertvollen Offenlandbereiche vor dem Zuwachsen und Verfilzen zu bewahren.

goeb Emmerzhausen. Die Kreisgruppen Altenkirchen und Siegen-Wittgenstein des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten sich Anfang September zu einer Fachkonferenz im Bürgerhaus Friedewald getroffen. Vorstandsmitglieder sowie Biologen, Ehrenamtliche und Gäste (darunter auch Bio-Landwirte) debattierten zur Zukunft des ehemaligen Truppenübungsplatzes, heute in Händen der DBU Naturerbe GmbH. Besonders der BUND-Vorstand äußerte Kritik an der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Umstritten war an dem Abend beispielsweise die Frage, ob die Maßnahmen zur Offenhaltung des Geländes ausreichten.

Stellungnahme der DBU zum Stegskopf

Laut BUND werde nicht genug getan, um die ökologisch wertvollen Offenlandbereiche vor dem Zuwachsen und Verfilzen zu bewahren. Die Siegener Zeitung bat die DBU Naturerbe mit Sitz in Osnabrück um eine Stellungnahme zu den Kritikpunkten. Zum Thema Offenland-Bewahrung schreibt die DBU:

  • „Seit dem 1. Oktober 2017 gehört der Stegskopf zu unseren DBU-Naturerbeflächen. Vor allem die artenreichen Wiesen (mit Trollblumen und Arnika) hatte die damalige Offenlandmanagerin und heutige Fachliche Leiterin, Susanne Belting, von Anfang an im Blick und kümmerte sich schon 2018 um die Mahd mit geschützter Technik. 2018 wurden so rund 30 Hektar bearbeitet, 2019 bearbeitete Landwirt Buhl im Auftrag 80 Hektar Offenland. In diesem Jahr sind bereits 180 Hektar Offenland gemäht und ca. 70 Hektar von Herrn Buhl mit geschützter, ferngesteuerter Technik gemulcht worden. Das ist ein Riesen-Erfolg, zumal es nach der Übernahme nicht einfach war, jemanden so schnell für die mechanische Pflege zu finden, der die wichtige Arbeit der Schäferei ergänzen kann. Schließlich wurden auch noch ca. 350 Hektar Offenland seit dem Frühjahr mit rund 1400 Schafen beweidet. Wir sind durch das Mulchen von aufgewachsenen Ginsterflächen unter den schwierigen Bedingungen der Kampfmittelbelastung dem Ziel der Freihaltung der Hutelandschaften am Stegskopf entscheidend näher gekommen. Die nun mögliche landwirtschaftliche Nutzung wird die Pflege der mageren Wiesen dauerhaft ermöglichen. Dabei sind wir sehr zuversichtlich, dass sich die Artvorkommen seltener Vögel und Schmetterlinge stabilisieren werden. In den vergangenen Wochen waren sowohl der zuständige Offenlandmanager, Tobias Bufler, als auch unser Leiter Betriebsmanagement, Michael Diekamp, vor Ort und haben sich die Erfolge in der Offenlandpflege angeschaut. Laut Aussage des langjährigen Revierleiters Christof Hast vom Bundesforstbetrieb Rhein-Mosel seien solche umfangreichen „Mahdleistungen“ unter der Ägide der Bundeswehr nicht einmal annähernd so erbracht worden. 2019 hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Rheinland-Pfalz wieder geführte Exkursionen zugelassen. In diesem Zuge haben wir unsererseits direkt zwei Führungen organsiert – eine für die Öffentlichkeit und eine für den Naturschutzbeirat des Landkreise Altenkirchen (auch mit Vertretern des Westerwaldkreises). Bei der Expertenführung waren auch Vertreter des BUND und anderer Naturschutzverbände anwesend. Alle Beteiligten waren sich einig, dass es keinen Pflegenotstand auf der Fläche gebe. Wir möchten alle Interessierten bitten, Vertrauen in den begonnenen Prozess zu setzen. Wer möchte, kann sich bei einer der geführten Exkursionen selbst vom Fortschritt überzeugen.“ 

Die SZ bat die DBU auch um eine Stellungnahme zur Einbeziehung des Verbandsnaturschutzes in etwaige Pflegekonzepte. Der BUND hatte moniert, dass ihr Sach- und Fachverstand sowie der anderer Naturschutzverbände offenbar die DBU nicht interessiere. So interpretierten die Veranstalter das Fernbleiben der DBU, die auch nicht auf die Einladung reagiert habe. Darauf die DBU:

  • „Wir haben auf die Einladung reagiert und abgesagt. Es gab in den vergangenen Wochen verschiedene Kontakte per Telefon oder E-Mail sowohl mit der 1. Vorsitzenden, Sonja Schütz, als auch mit dem 2. Vorsitzenden, Hans-Jürgen Lichte. Dabei hat Herr Bufler auch auf die Arnika-Thematik Bezug genommen und erläutert, dass wir biotopverbessernde Maßnahmen, die auch den Arnika-Pflanzen zugutekommen können, in unserem Offenlandpflegekonzept vorsehen. Wir haben 71 Flächen mit rund 70 000 Hektar in zehn Bundesländern vom Bund als Teil des Nationalen Naturerbes übernommen. Wir bitten um Verständnis, dass wir leider nicht alle Termine, die jeweils vor Ort organisiert werden, wahrnehmen können. Am Stegskopf freuen wir uns über die Möglichkeit, die Entwicklungen auf der Fläche sowohl Vertretern der Behörden als auch den der Naturschutzverbände bei den Treffen des Naturschutzbeirats des Landkreises Altenkirchen vorzustellen.“ 

Die Frage nach einem Pflegekonzept wurde im Rahmen der Zusammenkunft ebenfalls aufgeworfen. Dafür wäre auch eine konkrete Erfassung des Artenspektrums auf dem Gelände Voraussetzung. Dazu die DBU Naturerbe:

  • „Wir haben bei der Flächenübernahme vom Bund gemeinsam ein Leitbild für den Naturschutz am Stegskopf abgestimmt, an dem sich alle Maßnahmen vor Ort orientieren. Aufgrund der besonderen Situation am Stegskopf haben wir ein Pflegekonzept für das Offenland erarbeitet, das jetzt im Entwurf vorliegt und in die Abstimmung geht. Wann die Abstimmung abgeschlossen ist, ist immer schwer vorherzusagen. Normalerweise lassen wir unsere Flächen erst kartieren, um einen Ist-Zustand über die Lebensräume zu erheben. Aufbauend auf diesen Daten, erarbeiten wir in Abstimmung mit den Behörden einen sogenannten Naturerbe-Entwicklungsplan, der die Naturschutzmaßnahmen sowie die Besucherlenkung für die kommenden zehn Jahre festlegt. Wir haben die ersten Flächen vom Natinalen Naturerbe 2008 vom Bund übernommen und arbeiten zurzeit auf über 40 Flächen an diesen Plänen. Da wir erst 2017 die Verantwortung über den Stegskopf übernommen haben und die Fläche auch noch nicht notariell übertragen wurde, haben andere Managementpläne zurzeit noch Priorität. Mit dem nun angefertigten Offenland-Pflegekonzept für den Stegskopf möchten wir die Zeit bis zur Fertigstellung des gesamten Naturerbe-Entwicklungsplans überbrücken. Selbstverständlich werden wir, wenn gewünscht, unsere Vorhaben beim nächsten Treffen im Beirat des Landkreises vorstellen. Sowohl für die Naturerbe-Entwicklungsplanung als auch für das Offenlandpflegekonzept haben wir freundlicherweise einige Daten von Ehrenamtlichen erhalten, die wir einarbeiten.“
71 Flächen mit rund 70 000 Hektar in zehn Bundesländern hat die DBU von der Bundesrepublik als Teil des Nationalen Naturerbes übernommen, darunter auch den Stegskopf. Beim Thema Entwicklungsplan bittet man um etwas Geduld.
Landwirt Michael Buhl setzt für die Offenlandpflege auf der größtenteils gesperrten DBU-Naturerbefläche Stegskopf seine geschützte Technik ein.
Autor:

Dr. Andreas Goebel (Redakteur) aus Betzdorf

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