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Forstamt Altenkirchen plädiert für die Fichte als Brennholz
Der Käfer bestimmt das Angebot

In der Tat: Die heimischen Wälder sind voll von Fichtenholz, die auf ihre regionale Verwertung warten. Diese Aufnahme entstand im Giebelwald oberhalb von Büdenholz.  Foto: thor
  • In der Tat: Die heimischen Wälder sind voll von Fichtenholz, die auf ihre regionale Verwertung warten. Diese Aufnahme entstand im Giebelwald oberhalb von Büdenholz. Foto: thor
  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

damo Kreis Altenkirchen. Allmählich kommt der Borkenkäfer auch in den Wohnzimmern an – zwar nicht auf sechs Beinen und unmittelbar, aber doch auf Umwegen. Denn der Fichten-Killer sorgt dafür, dass sich mancher Ofenbesitzer umstellen muss. Das wurde jetzt im Gemeinderat Emmerzhausen deutlich, als Revierförster Rainer Gerhardus auf das Thema Brennholz zu sprechen kam. Seine Botschaft war eindeutig: „Es wird kaum Laubholz-Einschlag geben, denn wir haben gar nicht die Kapazitäten, um Laubholz aufzuarbeiten.“ Wer also auch künftig beim Förster Brennholz kaufen will, wird mit Fichte vorliebnehmen müssen – wohl oder übel.

Schon diese Formulierung wird Gerhardus nicht schmecken – denn ihm will nicht so ganz in den Kopf, warum sich so viele Brennholzkäufer mit der Fichte schwertun.

damo Kreis Altenkirchen. Allmählich kommt der Borkenkäfer auch in den Wohnzimmern an – zwar nicht auf sechs Beinen und unmittelbar, aber doch auf Umwegen. Denn der Fichten-Killer sorgt dafür, dass sich mancher Ofenbesitzer umstellen muss. Das wurde jetzt im Gemeinderat Emmerzhausen deutlich, als Revierförster Rainer Gerhardus auf das Thema Brennholz zu sprechen kam. Seine Botschaft war eindeutig: „Es wird kaum Laubholz-Einschlag geben, denn wir haben gar nicht die Kapazitäten, um Laubholz aufzuarbeiten.“ Wer also auch künftig beim Förster Brennholz kaufen will, wird mit Fichte vorliebnehmen müssen – wohl oder übel.

Schon diese Formulierung wird Gerhardus nicht schmecken – denn ihm will nicht so ganz in den Kopf, warum sich so viele Brennholzkäufer mit der Fichte schwertun. „Der ganze Alpenraum verbrennt Fichte“, sagte der Förster im Gemeinderat, „und die Menschen dort fahren gut damit. Denn Nadelholz ist ein hervorragendes Brennholz.“ Es trockne schneller als Buche, und laut Gerhardus ist es nur ein Gerücht, dass Fichtenholz beim Verbrennen den Schornstein zusetzt: „Diese Gefahr ist bei Buche sogar größer.“ Und dass der Brennwert geringer sei, stimme zwar – aber das falle kaum ins Gewicht.

Diese Einschätzung bestätigt auch Gerhardus’ Chef: „Es ist keineswegs so, dass man alle paar Minuten nachlegen muss“, erklärt Franz Kick auf Nachfrage der SZ. Und auch er kann keinen plausiblen Grund erkennen, warum manche Ofenbesitzer ihre Probleme mit Nadelholz haben. „Nur wer einen offenen Kamin hat, sollte mit harzhaltigem Holz vorsichtig sein, weil es spritzen kann. Aber wer hat das heute noch?“

Kick berichtete auch, dass die Aussagen von Rainer Gerhardus nicht nur auf Emmerzhausen zutreffen, sondern auf weite Teile des AK-Lands: „Wir werden keine Brennholzhiebe machen“, stellte Kick klar. Nur da, wo einzelne Laubbäume fallen oder aus Gründen der Verkehrssicherheit umgelegt werden müssen, werden sie auch aufgearbeitet – ansonsten gilt laut Kick: „Wir können reichlich Brennholz bieten, aber eben Fichte. Davon haben wir so viel, dass wir nicht nur den Kreis AK warm bekommen, sondern auch noch halb Köln.“

Ein gewichtiges Argument für Fichte als Brennholz ist laut Kick übrigens der Preis: Während bei den Brennholzauktionen des Forstamts für den Festmeter Buche nach wie vor über 40 Euro aufgerufen werden, wechselt die Fichte für deutlich weniger Geld den Besitzer. Im Raum Hachenburg liegt der Kurs aktuell laut Kick bei 25 Euro, aber da ist noch nicht das letzte Wort gesprochen: „Wir würden den Festmeter wohl auch für weniger abgeben.“

Und es werden wohl noch viele, viele Festmeter dazukommen. Denn Gerhardus’ Prognose ist düster: „Aktuell geht die Arbeit von Generationen von Waldbesitzern und Förstern verloren – und die Katastrophe ist noch lange nicht vorbei.“ Die Käferpopulation, die jetzt in den Winter geht, sei schließlich enorm groß. Er gehe davon aus, dass die Fichte mancherorts praktisch komplett verschwinden werde.

Ergo werden auch in Emmerzhausen bevorzugt andere Arten gepflanzt, zum Beispiel Weiß- oder Küstentannen. Aus aktueller Sicht sei das ohne Zweifel die richtige Entscheidung; ob das aber in hundert Jahren noch gilt, vermag Gerhardus nicht einzuschätzen. Denn der Klimawandel sei nicht von der Hand zu weisen: „Und wenn man sieht, wie die Damen und Herren in Madrid verhandeln, dann verliert man die Hoffnung.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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