Defizitärer Doppelhaushalt verabschiedet
Derschen will in Infrastruktur investieren

Für die Generalsanierung des Sportlerheims wurden 100 000 Euro eingestellt.

rai Derschen. Idyllisch ist der Blick auf das Dorf mit Kühen und Kälbchen, Landschaft und blauem Himmel. Das pittoreske Motiv allein reicht nicht aus, um einen Ort attraktiv zu machen. Bedeutend ist nicht zuletzt die Infrastruktur – und darin will die Kommune weiterhin investieren. „Es widerstrebt mir, uns kaputt zu sparen, dann können wir gleich dicht machen“, sagte Ortsbürgermeister Volker Wisser bei der Beratung des defizitären und einstimmig angenommenen Doppeletats 2021/22.

Dass die rheinland pfälzischen Kommunen unterfinanziert seien, das bezeichnete er als ein Dilemma. Er hofft, dass die Landesregierung kleinere Orte mehr in den Blick nimmt. Das Thema Verschuldung werde Derschen künftig auch mehr beschäftigen. Vor einigen Jahren sei ein Unternehmen nach Weitefeld abgewandert. Derschen habe die Hälfte der Gewerbesteuereinnahme verloren.

Auswirkung der Pandemie spürbar

Im Etat 2021 reduziert sich die Gewerbesteuer um 35 000 auf 140 000 Euro. Hier sei die Auswirkung der Pandemie deutlich zu spüren, ist im Etat vermerkt. Für 2022 erhöht sich der Ansatz auf 170 000 Euro. Im Ergebnisetat 2021 führen Erträge von 1,44 Millionen Euro und Aufwendungen von 1,66 Millionen zu einem Minus von 213 000. Im Finanzetat klafft bei den Investitionstätigkeiten ein Loch von 241 000 Euro.

In den Vorjahren habe man viel bewegt und investiert, z.B. in Kita, Spielplätze und die sukzessive Sanierung der Straßen. Das sei ein Signal an die Bevölkerung, und das will man auch künftig geben: „Wenn wir es nicht schaffen, den Ort lebenswert zu erhalten, dann werden die Menschen sich auch nicht engagieren.“

"Wir bieten Perspektiven"

Als größter Brocken bei den Investitionen ist die Erweiterung des Gewerbegebietes (die SZ berichtete) geplant. „Wir bieten Perspektiven“, so Wisser. Für diese Maßnahme werde man eine große Summe in die Hand nehmen. Vorgesehen ist auch die Generalsanierung des Sportlerheims, wo es u.a. Probleme mit Feuchtigkeit gibt.

Pascal Weyand von der Verwaltung Daaden stellte das Zahlenwerk vor. 2020 habe man eine „Delle“ erlebt. Dennoch steckten schließlich 93 000 Euro im Sparstrumpf. Das war die gute Nachricht. Das Geld musste aufgebracht werden, um einen Teil des Finanzetats auszugleichen. Weil die Kommune nicht mehr über eigene Mittel verfügt, sind Investitionskredite vorgesehen.

Bei der Gewerbesteuer verzeichne man erneut eine Delle, die man voraussichtlich 2022 wieder verlassen werde, so Weyand. Vorsichtig seien stabile Einnahmen eingeplant. Die Steuerbeteiligung mindert sich um 46 000 auf rund 400 000 Euro. Ein großer Posten sind bedingt durch die Kita die Personalaufwendungen mit knapp einer halben Million Euro. Weil viel geplant ist, steigen die Sach- und Dienstleistungen um fast 170 000 Euro auf 313 000. Für das Sportlerheim sind in diesem Jahr 7500 Euro für neue Fenster eingeplant, und 2022 für die Generalsanierung 100 000.

Gemeindestraßen auch ein Kostenfaktor

Erhebliche Mittel sind auch für Gemeindestraßen eingestellt, z.B. 70 000 Euro für „In der Trift“. Für 30 000 Euro soll die Restfläche des Parkplatzes am Dorfgemeinschaftshaus hergerichtet werden. Was im Etat heraussticht, ist das Gewerbegebiet. Für die Fertigerschließung im unteren Abschnitt sind 2021 für die Planung 50 000 und 2022 für die Ausführung 450 000 Euro angedacht. Für die Erweiterung mit Erschließung 2021 sind 200 000 eingestellt.

Über Einnahmen, z.B. den Verkauf von Grundstücken, habe man eine Refinanzierung, so Weyand, und in einigen Jahren dann hoffentlich auch sprudelnde Steuereinnahmen. Die Umlage an die Verbandsgemeinde sinkt leicht auf 187 000 Euro, die an den Kreis steigt auf 397 000. Steuerhebesätze und Hundesteuer bleiben unverändert. „Es ist viel geplant, um das Dorf attraktiv zu machen und zu halten“, sagte Weyand – und dafür müsse man in Infrastruktur investieren.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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