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Im Hüllwald auf den Wegen bleiben
Die Gefahr lauert oben

Dass der Hüllwald viele Besucher anlockt, ist kein Wunder – aber die alten Laubbäume drohen allmählich zur Gefahr zu werden. Im Frühjahr muss eine Inventur zeigen, von welchen Baumriesen Gefahr ausgeht.
  • Dass der Hüllwald viele Besucher anlockt, ist kein Wunder – aber die alten Laubbäume drohen allmählich zur Gefahr zu werden. Im Frühjahr muss eine Inventur zeigen, von welchen Baumriesen Gefahr ausgeht.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

damo Daaden.  Hätte Daaden einen Stadtpark, wäre es der Hüllwald. Es ist kein Zufall, das praktisch jeder Daadener den alten Laubholzbestand mit seinem Namen kennt (und wer kennt sonst schon Flurbezeichnungen?), und dass dort oben etliche Wanderparkplätze angelegt worden sind. „Da geht wohl jeder Daadener schon mal hin“, meint auch Rainer Gerhardus. Aber: Vielleicht sollten die Besucher des Hüllwalds künftig ein bisschen vorsichtiger sein.
Denn Rainer Gerhardus blickt mit einer gewissen Sorge hinauf in die Kronen der stattlichen Bäume. Und sein Urteil hat Gewicht: Kaum einer kennt den Hüllwald so gut wie Gerhardus. Fast 37 Jahre lang hat er als Revierförster den Daadener Wald betreut, und zum Hüllwald hat er eine besondere Beziehung aufgebaut.

damo Daaden.  Hätte Daaden einen Stadtpark, wäre es der Hüllwald. Es ist kein Zufall, das praktisch jeder Daadener den alten Laubholzbestand mit seinem Namen kennt (und wer kennt sonst schon Flurbezeichnungen?), und dass dort oben etliche Wanderparkplätze angelegt worden sind. „Da geht wohl jeder Daadener schon mal hin“, meint auch Rainer Gerhardus. Aber: Vielleicht sollten die Besucher des Hüllwalds künftig ein bisschen vorsichtiger sein.
Denn Rainer Gerhardus blickt mit einer gewissen Sorge hinauf in die Kronen der stattlichen Bäume. Und sein Urteil hat Gewicht: Kaum einer kennt den Hüllwald so gut wie Gerhardus. Fast 37 Jahre lang hat er als Revierförster den Daadener Wald betreut, und zum Hüllwald hat er eine besondere Beziehung aufgebaut.

Schon früh die Blätter abgeworfen

Und so ist ihm nicht verborgen geblieben, dass vor allem die Buchen unter den drei trockenen Sommern in Folge geächzt haben. Sie haben schon früh im Sommer ihre Blätter abgeworfen, weil ihnen, wie Gerhardus es formuliert, „der Saft ausgegangen ist“. Dauerhaften Trockenstress stecken die Baumriesen eben nicht mehr weg, und so kommt Gerhardus zu einem traurigen Urteil: „Viele der alten Buchen sind nicht mehr sehr vital.“
Das an sich ist kein Alleinstellungsmerkmal – was die Lage im Hüllwald aber besonders herausfordernd macht, ist die hohe Besucherfrequenz. Es ist nicht nur der Wald an sich, der viele Menschen anlockt: Auch der Naturlehrpfad und die Nähe zu überregional bedeutsamen Wanderwegen zieht viele Gäste an. Und das wirft natürlich die Frage nach der Verkehrssicherung auf.
Nun ist es noch zu früh zum Abgesang auf die Buchen – aber Gerhardus schwant Böses. „Im Frühjahr muss genau geschaut werden, ob die Kronen wieder grün werden oder nicht.“ Wenn ja, wird nicht nur Rainer Gerhardus entspannt durchatmen. Aber was, wenn nicht?

"Besser auf den Wegen bleiben"

Sollten die Kronen kahl bleiben, wird es nach Einschätzung des Försters schnell Zeit zum Handeln. „Die Erfahrung zeigt, dass austrocknende Kronen bei Buchen sehr labil sind“, sagte Gerhardus jetzt bei seiner Verabschiedung als Förster im Stadtrat. Und im Gespräch mit der SZ ergänzt er: „Es dauert bei Buchen meist nicht allzu lang, bis von einer abgestorbenen Krone Gefahr ausgeht, weil Äste herunterfallen.“
Also rät er dringend dazu, im kommenden Frühjahr mögliche Schäden gründlich zu erfassen und schnell einzugreifen: „Dann müssen Kronenteile herausgeschnitten werden, und wenn von ganzen Bäumen Gefahr ausgeht, müssen sie gefällt werden.“ Allerdings: Die Verkehrssicherungspflicht der Kommune erstreckt sich keineswegs auf jeden Winkel des Hüllwalds, sondern nur auf die Wege.
Und so appelliert Gerhardus schon jetzt an die Vernunft der Waldbesucher: „Man sollte im Hüllwald besser auf den Wegen bleiben und nicht querfeldein laufen.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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