Ein Baugebiet voller Baulücken

Kaum Bewegung im Daadener »Kalkstück« / Erst drei Häuser gebaut, noch 23 Plätze frei

damo Daaden. Daaden braucht Bauland – und so sind im Entwurf des neuen Flächennutzungsplans rund 35 Hektar neues Baugebiet ausgewiesen. Haken dabei: Das neu erschlossene Baugebiet »Kalkstück« ist derzeit eine große Ansammlung von Baulücken – und der Ortsgemeinde fehlt jede Handhabe, daran etwas zu ändern.

»Natürlich ist es bei der Erschließung eines neuen Baugebiets immer das Anliegen der Ortsgemeinde, dass dort schnell gebaut wird«, erklärt Ortsbürgermeister Günter Knautz. Aber der springende Punkt ist: Die Gemeinde besitzt von den 26 Bauplätzen selbst lediglich acht – und nur auf diese Bauplätze kann die Kommune Einfluss nehmen. In die Verkaufsverträge hat die Ortsgemeinde einen üblichen Passus aufgenommen, der die Bauherren dazu verpflichtet, zeitnah mit dem Hausbau zu beginnen. Was die Besitzer der übrigen 18 Bauplätze mit ihren Grundstücken machen, bleibt aber allein ihnen überlassen.

So können freilich Baulücken entstehen statt neuer Häuser. Obwohl das Gebiet laut Daadener Bauabteilung ab August 2000 hätte bebaut werden können, stehen dort erst drei Häuser. Ansonsten: Wiesenland, umrahmt von neugebauten Straßen.

Die Planung des rund drei Hektar großen »Kalkstücks« hat schon Mitte der 90er Jahre begonnen. Im Mai 1994 hat der Ortsgemeinderat beschlossen, einen Bebauungsplan aufzustellen; ein Jahr später wurden die Aufträge für die Planung vergeben.

Später rollten die Bagger an, und als das Gelände im August 2000 offiziell freigegeben wurde, waren 235000 DM für die Roherschließung, 621000 DM für Ver- und Entsorgungsarbeiten sowie 70000 DM für die Vermessung angefallen.

Plätze im Losverfahren vergeben

Damals sah die Zukunft für das »Kalkstück« noch rosig aus: Für die acht Grundstücke im Gemeindebesitz gab es 15 Bewerber. Zuerst wurde im Rat darüber diskutiert, die Bauplätze nach sozialen Kriterien abzugeben; dann aber fiel die Entscheidung, ein Losverfahren auszuwählen. Das hat – wenn man in Daaden die Ohren spitzt – nicht dazu beigetragen, die Bebauung voranzutreiben: Weil einige Bauplätze an Bauherren türkischer Nationalität verkauft wurden, rankten sich absurde Gerüchte um den Bau einer Moschee um das »Kalkstück«. »Völliger Unsinn«, befindet Ortsbürgermeister Knautz.

Viel eher dürfte nach Einschätzung der Daadener Verwaltung eine Rolle spielen, dass viele Besitzer ihre Grundstücke erst einmal unbebaut lassen wollen, um ihren Kindern später einen Bauplatz anbieten zu können.

Darauf hätte die Ortsgemeinde schon in der Planung Einfluss nehmen können: Der frühere Ortsbürgermeister Günter Wolfram, in dessen Amtszeit die Planungen für das »Kalkstück« fallen, machte im Gespräch mit der SZ auf einen Paragraph im Baugesetzbuch aufmerksam. »Man kann Grundstücksbesitzer verpflichten, entweder zu bauen oder zu verkaufen. Dieser Paragraph wird in Städten auch schon mal angewendet, hier in unserer Region allerdings noch nicht.«

Prinzip Hoffnung

Dafür ist es heute allerdings zu spät, berichtet Wolframs Nachfolger. Günter Knautz erklärt: »Das hätte schon bei den Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern geregelt werden müssen; heute ist es zu spät.« So bleibt der Gemeinde nur das Prinzip Hoffnung: »Wir müssen jetzt mit den Lücken im Baugebiet leben und hoffen, dass möglichst schnell Bewegung reinkommt.« In der Tat: Derzeit sind zwei neue Baustellen abgesteckt. Und noch eine »Hoffnung« bleibt: Dass mit dem neuen Flächennutzungsplan neue Baugebiete ausgewiesen werden, deren Bauplätze dann auch tatsächlich bebaut werden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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