Ein beschwingter Abend

Die Big Band der Deutschen Oper Berlin konzertierte am Freitagabend im Daadener Bürgerhaus unter Leitung von Rolf von Nordenskjöld. Foto: suk
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suk Daaden. „Jazz we can“ lautete das Motto am Freitag im Daadener Bürgerhaus, und der etwas veränderte Kult-Satz des amerikanischen Präsidenten traf auch hier den Nagel auf den Kopf, ging mitten ins Herz oder besser: gleich in die Beine. Denn die konnten einfach nicht anders, als bei den groovigen Klängen unaufhörlich mitzuwippen. Schließlich sorgten gleich zwei Big Bands für einen be-„swingten“ Abend, der allerdings ein größeres Publikum verdient hätte. So genossen nicht einmal hundert Besucher das Konzert der Big Band Bad Marienberg und der Big Band der Deutschen Oper Berlin.

Jene, die den Weg ins Bürgerhaus gefunden hatten, bekamen allerdings Jazzmusik geboten, die man auf diesem Niveau in der Region nur selten zu hören bekommt. Schon die Formation aus Bad Marienberg füllte ihre Rolle als „Einheizer“ erstklassig aus. Unter der Leitung von Friedhelm Schneider begeisterten die 20 Musiker mit Klassikern wie „Route 66“, Swing-Titeln wie „Fly Me To The Moon“ oder lateinamerikanischen Rhythmen wie bei „Smooth Operator“ von Sade. Immer wieder begeisterte dabei Sängerin Martina Donath mit ihrer facettenreichen Stimme, und auch die junge Flötistin Sarah Schneider stellte zwischenzeitlich ihr Instrument zur Seite und beeindruckte beim temporeichen Titel „Respect“ von Aretha Franklin mit ihrer kraftvollen Singstimme. Respekt!

Als nach der Pause dann mit „Groove Shop“ von John Clayton die ersten Takte der Cracks aus Berlin erklangen, war zu erahnen, was die Musikfreunde in Daaden zu erwarten hatten. Ein unglaublich satter Sound erfüllte das Bürgerhaus; das Können der Profi-Musiker ging unter die Haut. Mit groovigen Melodien und atemberaubenden Soli begeistern die Musiker um Jazz-Größe Rolf von Nordenskjöld das Publikum.

Nach einem Konzert vor einigen Jahren in Bad Marienberg war die Big Band aus Berlin zum zweiten Mal im Westerwald zu Gast. Die Kontakte haben einen familiären Hintergrund. Der Veranstalter des Konzerts war der Physiotherapeut Hans Ruppert aus Bad Marienberg. Dessen Bruder Rüdiger ist Schlagzeuger an der Deutschen Oper in Berlin und auch Gründungsmitglied der Big Band. Die Idee zur Gründung einer Big Band entstand nach einem Benefizkonzert 2006, bei dem die Blechbläser und ein Schlagzeuger aus dem Orchester der Deutschen Oper Berlin die Musik einer weltberühmten Popgruppe gespielt hatten. Auch „Klassiker“ anderer Berliner Orchester waren fasziniert und kamen hinzu. Was fehlte, waren Saxofonisten, die aus der freien Jazzszene dazustießen. Die musikalische Leitung der Band übernahm ein Profi, der Baritonsaxophonist Rolf von Nordenskjöld, selbst Komponist, Arrangeur und Hochschullehrer.

Dass die „Klassiker“ aus dem Orchester der Deutschen Oper in Berlin allesamt Meister auf ihren Instrumenten sind, ist keine Frage, aber zu einem guten Big-Band-Sound gehört auch das richtige „Feeling“. Auch das haben die Berliner im Blut. Mit unglaublicher Spielfreude waren sie bei der Sache und intonierten, locker moderiert von Posaunist Sebastian Krol, Stücke wie „The Maids Of Cadiz“mit einem gefühlvollen Trompetensolso, „Us“ von Ted Jones mit einem atemberaubenden Saxophonpart und „Can’t Stop My Leg“ von Rob McCowell. Großartig war auch die Jazz-Bearbeitung des Volkslieds „Komm lieber Mai“. Solistische Einlagen sorgten dabei immer wieder für große Begeisterung beim Publikum, das den tollen Auftritt mit lang anhaltenden Ovationen belohnte.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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