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Druck auf ADD beim Thema Stegskopf nimmt zu
Ein Weg ist das Ziel

So könnte ein Rundweg auf dem Stegskopf aussehen – und es dürfte realistische Chancen geben, die Freigabe zu bekommen.
  • So könnte ein Rundweg auf dem Stegskopf aussehen – und es dürfte realistische Chancen geben, die Freigabe zu bekommen.
  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

damo Daaden. Volle Rückendeckung für die Bürgerinitiative„Freie Wege für alle“: Der Zusammenschluss von Menschen aus den Dörfern rund um den Stegskopf darf sich über Unterstützung aus dem Daadener Rathaus freuen. Denn von dort wird allmählich der Druck auf die ADD als zuständige Behörde erhöht, doch bitteschön endlich Wege freizugeben. Denn exakt dieses Ansinnen hatte die ADD Mitte Januar erneut abgelehnt – mit dem immergleichen Hinweis auf die Gefahr, die von Kampfmitteln ausgehe.

Die Einschätzung, dass auf dem Stegskopf jeder Fehltritt das Leben kosten könnte, hat die ADD aber weitgehend exklusiv.

damo Daaden. Volle Rückendeckung für die Bürgerinitiative„Freie Wege für alle“: Der Zusammenschluss von Menschen aus den Dörfern rund um den Stegskopf darf sich über Unterstützung aus dem Daadener Rathaus freuen. Denn von dort wird allmählich der Druck auf die ADD als zuständige Behörde erhöht, doch bitteschön endlich Wege freizugeben. Denn exakt dieses Ansinnen hatte die ADD Mitte Januar erneut abgelehnt – mit dem immergleichen Hinweis auf die Gefahr, die von Kampfmitteln ausgehe.

Die Einschätzung, dass auf dem Stegskopf jeder Fehltritt das Leben kosten könnte, hat die ADD aber weitgehend exklusiv. Und deshalb verfolgt das Rathaus zwei konkrete Ziele: Zum einen soll mittelfristig eine Info-Veranstaltung zur Freigabe der Wege organisiert werden, zum anderen ist im Rathaus eine Rundwanderstrecke geplant worden, die trotz aller Bedenken der ADD vergleichsweise einfach umzusetzen sein dürfte. Am Donnerstagabend hat der Zweckverband Stegskopf zu dieser Thematik getagt – im Beisein etlicher Mitglieder der BI.

Zum ersten Punkt, zur Info-Veranstaltung: Geplant ist, alle, die etwas zum Stegskopf zu sagen haben, auf ein Podium zu holen – also Vertreter der DBU, der ADD, Bundesforsten und der Bürgerinitiative. Und einem Mann soll dabei besondere Bedeutung zukommen: dem früherenden Kommandanten des Platzes, Hauptmann a. D. Gerhard Schmidt. Und dann soll gemeinsam über die Freigabe von Wegen gesprochen werden. Was die Zeitschiene angeht, trat die Versammlung etwas auf die Bremse. Zunächst soll noch einmal versucht werden, ob nicht die Landräte etwas Konkretes bei der ADD erreichen können, um bei der Veranstaltung auch eine Perspektive aufzeigen zu können.

Dabei dürfte außer Frage stehen, dass die Veranstaltung einen durchaus kritischen Zungenschlag bekommen soll. So „muss auf die Widersprüchlichkeit der Vorgehensweise ADD im Zusammenwirken mit dem Bundesforst der BImA eingegangen werden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Zweckverband Stegskopf. Und weiter: „Diese Widersprüchlichkeit ergibt sich daraus, dass es angesichts der vorgeblich hohen Gefährlichkeit, die aus der Fläche resultiert, an sich überhaupt kein Betreten geben dürfte.“ Das aber stehe im krassen Kontrast zur Realität: „Tatsächlich gibt es jedoch für jagdliche, naturkundliche, geschichtswissenschaftliche u. a. Zwecke eine Vielzahl von Führungen mit einer hohen Anzahl von Betretungsfällen – sogar im freien Gelände und im Wald unter Verlassen der befestigten Wege“, heißt es aus dem Rathaus.

Und das werfe zwangsläufig die Frage auf, wieso die ADD diese Ausnahmen vom Betretungsverbot billige. Die Daadener Verwaltung beantwortet sich ihre Frage selbst: „Es bestehen in Wahrheit keine Gefahren, die über das allgemeine Lebensrisiko hinausgehen, das aufgrund des Kriegsgeschehens hinsichtlich des Kampfmittelrisikos in Deutschland insgesamt besteht.“ Und dass hier mit zweierlei Maß gemessen werde, trage eben auch zu einer gewissen Unzufriedenheit in der Bevölkerung bei.

Auch deshalb geht der Beschlussvorschlag aus dem Rathaus noch ein Stück weiter: „Die Verbandsversammlung beschließt, dass der Zweckverband das Ansinnen der Bürgerinitiative vollinhaltlich unterstützt und grundsätzlich auch eine Förderung einzelner Aktionen in Betracht zieht.“

Ob das die ADD aber zum Einlenken bringt? Die Behörde, von deren Zustimmung letztlich die Freigabe der Wege abhängt, hat nämlich Mitte Januar erneut ihre Position sehr deutlich gemacht. So hat sie einmal mehr eine weitere Wegefreigabe abgelehnt. Erneut wird behauptet, die Naturerbefläche sei stark kampfmittelbelastet. Zentraler Punkt der Argumentation ist – neben der Angabe der Räumergebnisse der Vorjahre – der Fund von 60 Panzergranaten und zehn Panzergranatpatronen in 5 cm Tiefe in einem Weg im Jahr 2018.

Daraus leitet die Behörde die Forderung nach einer Kampfmittelräumung in zwei Schritten ab. So soll zunächst eine Sondenuntersuchung stattfinden; anschließend soll an allen Punkten, an denen die Sonde angeschlagen hat, gegraben und geräumt werden. Außerdem müssen die übrigen Flächen beschildert und besondere Gefahrbereiche abgesichert werden, verlangt die ADD.

Das klingt rigoros – und doch gibt es einen Lichtblick: In ihrer Stellungnahme lässt die ADD erkennen, dass sie bei asphaltierten Wegen gesprächsbereit sei. „Die asphaltierten Teilstücke des Wegenetzes auf dem Stegskopf können nach Einschätzung der Fachlichen Leitstelle ohne weitere Untersuchung der Fahrbahnfläche freigegeben werden, wenn zuvor die Wegeränder geräumt und eine entsprechende Warnbeschilderung für die umliegenden Freiflächen aufgestellt wurde.“

Diese Aussage haben die Planer im Daadener Rathaus genutzt, um darauf ein Konzept für den dringend geforderten Rundweg aufzubauen. So wäre es denkbar, einen Rundweg von insgesamt über 10 Kilometer Strecke zugänglich zu machen, wenn ca. 1 Kilometer wassergebunden befestigte Strecke nach den Vorgaben der ADD intensiver untersucht würde.

Kernstück der Überlegungen sind die Platzrandstraße Nord, die ja bekanntlich schon freigegeben ist, und ein asphaltierter Weg weiter südlich, der am Derscher Geschwämm, der Friedewälder Höhe, dem Arndtskopf zum Wirtschaftsweg zwischen Langenbach und Lautzenbrücken führt. Diese beiden Trassen müssten lediglich mit zwei deutlich kürzeren Wegen in Nord-Süd-Richtung verbunden werden. Und genau dieses Ansinnen soll jetzt verfolgt werden.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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