Eine echte Tradition geht zu Ende

Teppichhaus Gontermann schließt Ende Juli seine Pforten

sz Daaden. Gerade mal 20 Quadratmeter groß war der Raum in der Daadener Mittelstraße, in dem der Maler- und Anstreichermeister Otto Gontermann 1945 als Kriegsheimkehrer sein erstes Geschäft errichtete. Farben, Lacke, Tapeten und bald schon Teppiche konnte man »bei Gontermanns« erwerben, aber auch Malereien mit heimatlichen Motiven aus der Meisterhand fanden dankbare Käufer.

Im Wirtschaftsaufschwung der 50er Jahre expandierte Otto Gontermann. Neben ersten räumlichen Ausbauarbeiten wurden Lehrlinge und weitere Mitarbeiter eingestellt. 1963 verstarb der Unternehmensgründer. Sein Sohn Wilhelm, der ebenfalls die Meisterprüfung im Malerhandwerk absolviert hatte, übernahm das Geschäft.

Mit viel Elan und voller Unterstützung seiner Frau Erika baute Wilhelm Gontermann den Betrieb weiter aus. Die damit verbundenen mehrfachen Um- und Neubauten haben nicht nur den Ortskern Daadens mitgeprägt, sondern durch ein großes persönliches Engagement auch die Basis geschaffen für umfangreiche infrastrukturelle Verbesserungen und eine kontinuierliche Verbreiterung des gewerblichen Leistungsangebots, unter anderem zog hier 1978 der erste Lebensmittelmarkt in Daaden ein.

Mehrfache Grundstückszukäufe ermöglichten 1988 bis 1990 den zweiphasigen Neubau des heutigen repräsentativen Wohn- und Geschäftsgebäudes mit entsprechend vergrößertem Parkplatz. Die Ladenfläche bei Gontermanns verdoppelte sich auf über 2000 Quadratmeter. Neben verschiedenen Betrieben aus Einzelhandel und Gastronomie, nutzt auch Tochter Eva mit einem großen Kosmetikstudio die guten Standortbedingungen. Wilhelm Gontermann hat allen Grund, stolz auf das unter vielen Mühen Erreichte zu sein.

In Anbetracht der vielschichtigen Veränderungen der allgemeinen Marktsituation und des spezifischen Verbraucherverhaltens hat sich Wilhelm Gontermann entschlossen, Platz zu machen für neue, zukunftsorientierte Pläne der nächsten Generation. Nach über einem halben Jahrhundert folgt nun mit einem radikalen Räumungsverkauf der fulminante Schlusspunkt des traditionsreichen Familienunternehmens, das durch fachmännische Beratung, Leistung und Qualität weit über die Grenzen des Daadener Landes hinaus bekannt wurde.

Der Rückzug aufs Altenteil ist aber für den rührigen Unternehmer noch lange kein Thema. Im Gegenteil, umfangreiche Vorhaben im Immobilienbereich werden jetzt sein volles Engagement fordern.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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