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Langhäuser sollen erhalten werden
Eine neue Variante für den Stegskopf

So wie hier  stellen sich die Planer die Zukunft des Lagers auf dem Stegskopf vor: Im Mittelpunkt steht der Erhalt der denkmalgeschützten Langhäuser. Auf solch eine Atmosphäre mussten die Soldaten einst definitiv verzichten.
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  • So wie hier stellen sich die Planer die Zukunft des Lagers auf dem Stegskopf vor: Im Mittelpunkt steht der Erhalt der denkmalgeschützten Langhäuser. Auf solch eine Atmosphäre mussten die Soldaten einst definitiv verzichten.
  • Foto: Fa. Atna (Grafik)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

thor Emmerzhausen. Für ein Gelände, auf dem sich seit ein halber Ewigkeit nichts tut, liefert der Stegskopf erstaunliche viele Geschichten und Nachrichten: Nachdem in dieser Woche im Kreisausschuss bereits über eine Mediation beraten wurde und der Revierförster vor der großen Gefahr durch Munitionsreste gewarnt hat, kommen nun auch Neuigkeiten aus Friedewald. Etwas überraschend präsentiert die Firma „Patna – gesundes Wohnen“ ein eigenes Konzept für die künftige Nutzung des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Das Ziel: Möglichst vielen Interessen gerecht zu werden und gleichzeitig den typischen Charakter des Lagers zu erhalten, so Geschäftsführer Karl-Hermann Becker im Gespräch mit der SZ.

thor Emmerzhausen. Für ein Gelände, auf dem sich seit ein halber Ewigkeit nichts tut, liefert der Stegskopf erstaunliche viele Geschichten und Nachrichten: Nachdem in dieser Woche im Kreisausschuss bereits über eine Mediation beraten wurde und der Revierförster vor der großen Gefahr durch Munitionsreste gewarnt hat, kommen nun auch Neuigkeiten aus Friedewald. Etwas überraschend präsentiert die Firma „Patna – gesundes Wohnen“ ein eigenes Konzept für die künftige Nutzung des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Das Ziel: Möglichst vielen Interessen gerecht zu werden und gleichzeitig den typischen Charakter des Lagers zu erhalten, so Geschäftsführer Karl-Hermann Becker im Gespräch mit der SZ.

Langhäuser auf dem Stegskopf sollen erhalten werden

„Wir können uns eine Konversion über den Weg des ,Plattmachens’ einfach nicht vorstellen“, heißt es in einem kurzen Anschreiben, in dem das Projekt vorgestellt wird. Vielmehr habe man auch aus Sicht der Anrainer nach Lösungen gesucht, die der großartigen Landschaft gerecht würden, den städtebaulichen Charakter der Anlage mit ihrer historischen Entwicklung konservierten und die nicht zuletzt dem Gemeinwohl dienten. Viel zu oft erlebe er bei Altbauten, dass ohne jede Phantasie vorgegangen und immer der Abriss vorgezogen werde, so Becker.
Der Unternehmer möchte die Langhäuser erhalten, gerade auch wegen der hervorragenden Bausubstanz: „Die Häuser sind gesund und stabil.“ Es wäre ein Jammer, hier mit einem Bulldozer anzurücken. Zudem sei die gesamte Infrastruktur vorhanden. Für eine Planung wurden 16 der geschützten Häuser ausgesucht.

Abstimmung mit dem Denkmalschutz bereits erfolgt

Becker kann sich hier verschiedene Wohnformen vorstellen: Eigentums- oder Ferienwohnungen, betreutes Wohnen, Alt und Jung unter einem Dach, Erholungsheime, medizinisch-therapeutische Einrichtungen, Geschäfte für die Nahversorgung, Gastronomie, Büros etc. – und nicht zuletzt eine Heimstatt für eine Dokumentation der Historie des Lagers sowie für Aktivitäten der Umweltschutzverbände. „Also eine in sich abgeschlossene Wohn- und Lebensgemeinschaft; ein lebendiges Dorf sozusagen.“ In der Tat sieht es in der Visualisierung wie ein moderner Ferienpark aus.
Becker will nicht verschweigen, dass der Anstoß für diese Ideen „von außen“ kam. Und er kennt natürlich auch die Pläne der Ortsgemeinde Emmerzhausen, durch die Firma Revikon auf dem Stegskopf ein großes Logistikzentrum errichten zu lassen. Es gebe aber nun mal etliche Leute, die diesem Projekt keine Chance einräumten, sagt Becker. Er selbst wolle das nicht weiter bewerten, sehe aber auch Risiken, u. a. in Bezug auf die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen. Deshalb sein Plan B. „Mir ging es um eine Lösung, mit der mehrere betroffene Parteien zufrieden wären“, sagte der Friedewälder. Diese Form der Nachnutzung werde z. B. von der Naturschutzinitiative „ausdrücklich befürwortet“ (Vorsitzender Harry Neumann hat im Fall der Revikon-Variante eine Klage angekündigt). Auch mit dem Denkmalschutz sei bereits eine Abstimmung erfolgt.

"Warten wir mal ab"

Becker jedenfalls hält die Planung für durchaus charmant, „aber nicht, weil wir sie gemacht haben“. Ihm gehe es letztlich nur darum, eine Alternative anzubieten: „Wir sind keine Leute, die andere zu ihrem Glück zwingen wollen.“ Er freue sich aber erst einmal, dass in der nächsten Woche die Ortsgemeinde Emmerzhausen zu einem Gespräch eingeladen habe, wo man die Details vorstellen könne.
Im Vorfeld dieses Treffens zeigte sich Beigeordneter und Stegskopf-Beauftragter Heinz Dücker aber betont zurückhaltend. Der Beschluss der Ortsgemeinde sei eindeutig. „Und wir sind guter Dinge, dass wir mit der Firma Revikon zurecht kommen“, sagte Dücker. Diese habe sich auch bereit erklärt, rund 5 km an Zufahrtsstraßen zu übernehmen, Kreis und Land hätten hier dankend wegen der Unterhaltung abgelehnt. Mitten im Verfahren sollte man nach Dückers Meinung nach auch nicht die Pferde wechseln. Er wundere sich schon ein bisschen, dass die Firma erst jetzt auf den Plan trete, habe man doch jahrelang händeringend nach Konzepten gesucht. Aber: „Warten wir mal ab, was bei der Bauleitplanung herauskommt.“

So wie hier  stellen sich die Planer die Zukunft des Lagers auf dem Stegskopf vor: Im Mittelpunkt steht der Erhalt der denkmalgeschützten Langhäuser. Auf solch eine Atmosphäre mussten die Soldaten einst definitiv verzichten.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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