Einstimmung ins Klagelied der Kommunen

Auch Derschen ist mit seinem finanziellen Handlungsspielraum nicht zufrieden

sz Derschen. Wie viele andere Gemeinden kann auch Derschen in diesem Jahr etliche wünschenswerte, aber auch notwendige Projekte nicht umsetzen. Der Grund ist die »Ebbe« in der öffentlichen Kasse. Trotz des positiven Abschlusses im Vorjahr kann Derschen anno 2003 keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Mit dieser Crux musste sich jetzt auch der Gemeinderat auseinandersetzen.

Einen Strich durch die Rechnung macht den Derschenern insbesondere die unvorhergesehene, gleichwohl nicht aufschiebbare Sanierung der Friedhofshalle. Nachgelassen haben darüber hinaus die Einnahmen bei der Gewerbesteuer. Nur eine kleine Investition erlaubt daher der Vermögenshaushalt, der unter fehlenden Rücklagen leidet.

Düster sieht es auch in den kommenden Jahren aus. An größere Investitionen, hieß es jetzt in der Ratsversammlung unter Leitung von Ortsbürgermeister Hartmut Tielmann, sei nicht zu denken. Tielmann: »Es stellt sich vielmehr heraus, dass wir in das Klagelied der meisten Kommunen einstimmen können.«

Während der Sitzung war man sich darüber einig, dass die Ortsgemeinde aufgrund der jüngsten Haushaltsentwicklung auch mit dem »Abbau von Standards« leben müsse. Den »Sparphantasien« der Kommunen seien allerdings Grenzen gesetzt. »Es kann nicht angehen, dass wir gezwungen werden, die ohnehin eingeschränkten Unterhaltungen der öffentlichen Einrichtungen faktisch auf Null zu reduzieren«, hieß es weiter. Man könne sich auch »kaputt sparen«, zumal sich mit einem solchen Schritt der Aufwand für den Unterhalt häufe. Der Fehlbedarf wurde mit 83000 e angegeben. Gegenüber dem Vorjahr sackt das Volumen um ca. 170000 e auf rund 832000 e ab. Das entspricht einem Minus von 16,9 Prozent.

Trostlos auch das Zahlenwerk im Vermögenshaushalt: Einnahmen und Ausgaben sehen einen Umfang von 8290 e vor. Der Vergleich zum Vorjahr ist niederschmetternd: Er lag damals um 91,1 Prozent über dem aktuellen Wert. Der Ansatz für die Roherschließung des Baugebietes »Erbesbilz II« wurde nicht vollständig verbraucht. Ein Ausgaberest in Höhe von rund 69000 e wurde zur Restfinanzierung der Maßnahme in das Jahr 2003 übertragen.

Nach dem abschließenden Rechnungsergebnis konnte das Defizit im Verwaltungshaushalt nur durch Zuführung aus dem Vermögenshaushalt (rund 68000 e) ausgeglichen werden.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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