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Ortstermin in 140 Metern Höhe
Fantastischer Blick von der Windrad-Spitze

Der Ausblick ist fantastisch – und von oben lässt sich erahnen, warum die Wäller Energiegenossen ihr Windrad an diesem Standort errichtet haben: Weit und breit ist nichts im Weg, was den Wind bremsen könnte.
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  • Der Ausblick ist fantastisch – und von oben lässt sich erahnen, warum die Wäller Energiegenossen ihr Windrad an diesem Standort errichtet haben: Weit und breit ist nichts im Weg, was den Wind bremsen könnte.
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

damo Weitefeld. Der höchste Aufzug des AK-Lands ist zugleich auch einer der langsamsten: Für 135 Meter Höhendifferenz braucht er knapp sieben Minuten. Und wenn wir schon beim Meckern sind: In seiner Kabine ist’s reichlich beengt, zudem ruckelt und rumort es gewaltig. Aber: Für die etwas beschwerliche Fahrt gibt’s eine wunderschöne Entschädigung, nämlich die Chance, das Plateau rund um Oberdreisbach, Friedewald und Langenbach aus der Perspektive eines Vogels zu sehen. Einziger Halt des Aufzugs ist nämlich die Gondel des Windrads der Wäller Energiegenossenschaft.
Besser schwindelfrei seinFür einen Besuch dort oben muss man definitiv schwindelfrei sein: Die äußere Hülle des Maschinenhauses ist von überschaubarer Größe und noch dazu abschüssig – und natürlich gibt’s kein Geländer.

damo Weitefeld. Der höchste Aufzug des AK-Lands ist zugleich auch einer der langsamsten: Für 135 Meter Höhendifferenz braucht er knapp sieben Minuten. Und wenn wir schon beim Meckern sind: In seiner Kabine ist’s reichlich beengt, zudem ruckelt und rumort es gewaltig. Aber: Für die etwas beschwerliche Fahrt gibt’s eine wunderschöne Entschädigung, nämlich die Chance, das Plateau rund um Oberdreisbach, Friedewald und Langenbach aus der Perspektive eines Vogels zu sehen. Einziger Halt des Aufzugs ist nämlich die Gondel des Windrads der Wäller Energiegenossenschaft.

Besser schwindelfrei sein

Für einen Besuch dort oben muss man definitiv schwindelfrei sein: Die äußere Hülle des Maschinenhauses ist von überschaubarer Größe und noch dazu abschüssig – und natürlich gibt’s kein Geländer. Kein Wunder also, dass volle Klettermontur Pflicht ist: Wer einen Fuß auf die Gondel setzen will, muss sich mit einem soliden Karabiner sichern. Und im Inneren des Windrads benötigt man einen Helm: Viel Platz gibt es nicht, dafür aber tausend Gelegenheiten, sich den Kopf zu stoßen.

In 140 Meter Höhe befindet sich das Maschinenhaus des Windrads – und selbst Daniel Rahn von den Wäller Energiegenossen unterschätzt bisweilen die Auswirkungen dieser 140 Meter auf die Windgeschwindigkeit. „Als ich zu Hause losgefahren bin, hab ich noch gedacht: Klasse, ist ja windstill.“ Aber weit gefehlt. Während unten nur ein laues Lüftchen zu spüren ist, läuft die Windenergieanlage beinahe unter Volllast. Mit 10 Metern pro Sekunde pfeift oben der Wäller Wind.

Grund genug, für die Stippvisite in die Gondel den Rotor abzuschalten. „Das dürften etwa 2000 Kilowattstunden sein, die uns dadurch verloren gehen“, schätzt Daniel Rahn die Windausbeute, die wegen des halbstündigen Stopps ungenutzt bleibt. „Also etwa der Jahresverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts.“

Schallschutzfrage geklärt

Aber dieser Stillstand ist nichts gegen die Zwangspausen, die das Windrad in seinem ersten Jahr einlegen musste. Denn erst seit dem Frühling 2020 läuft die Windenergieanlage der Energiegenossenschaft rund um die Uhr – zuvor ging wegen des Schallschutzes nachts nichts. Nicht etwa, weil das Windrad zu laut gewesen wäre: Es fehlten lediglich belastbare Daten aus der Praxis. Denn es handelt sich um eine Anlage neueren Typs, deren Schallemmission zuvor nur berechnet werden konnte.

„Jetzt kann die Anlage das machen, wofür sie gebaut worden ist: Strom produzieren. Und jede Kilowattstunde, die wir dort herstellen, spart CO2 und tut dem Klima gut“, hatte sich Markus Mann gefreut, als vor einem Jahr endlich ein Gutachten mit echten Messwerten vorlag. Und die Zahlen des letzten Jahres geben dem geschäftsführenden Gesellschafter der Energiegenossenschaft recht: Der Ertrag des Windrads beläuft sich nach Angaben der Genossenschaft mittlerweile auf 8 Millionen Kilowattstunden.

Jetzt steht der Rotor nur noch in Ausnahmesituationen still, zum Beispiel dann, wenn Fledermäuse im Jagdflug unterwegs sind, wenn Rotmilane über frisch gemähte Weiden gleiten oder Kranichketten über den Westerwald ziehen. Oder eben dann, wenn ein Techniker in die Gondel muss.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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