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Jetzt sollen zwei Dächer belegt werden
FDP pocht auf mehr Tempo bei der Photovoltaik

Das Feuerwehrhaus in Herdorf soll mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet werden.
  • Das Feuerwehrhaus in Herdorf soll mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet werden.
  • Foto: Rainer Schmitt
  • hochgeladen von Michael Sauer

dach Daaden. Jörg Fries hat deutliche Worte gewählt. Ihm dauert es mit der Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Verbandsgemeinde viel zu lange. Fries, für die FDP im Verbandsgemeinderat, moniert dabei die Arbeit der Verwaltung, über deren Vorgehensweise er sich doch „sehr gewundert“ habe.

Was war passiert? Im Herbst hatte der Rat die Verwaltung mit dem Auftrag losgeschickt, die Gebäude der Verbandsgemeinde daraufhin zu untersuchen, ob hier PV-Anlagen installiert werden können. Hierbei stand zunächst die Wirtschaftlichkeit im Fokus. Dann aber wollten die Fraktionen mehr Tempo. Es sollten im Sinne des Klimaschutzes möglichst schnell Anlagen in Betrieb genommen werden.

dach Daaden. Jörg Fries hat deutliche Worte gewählt. Ihm dauert es mit der Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Verbandsgemeinde viel zu lange. Fries, für die FDP im Verbandsgemeinderat, moniert dabei die Arbeit der Verwaltung, über deren Vorgehensweise er sich doch „sehr gewundert“ habe.

Was war passiert? Im Herbst hatte der Rat die Verwaltung mit dem Auftrag losgeschickt, die Gebäude der Verbandsgemeinde daraufhin zu untersuchen, ob hier PV-Anlagen installiert werden können. Hierbei stand zunächst die Wirtschaftlichkeit im Fokus. Dann aber wollten die Fraktionen mehr Tempo. Es sollten im Sinne des Klimaschutzes möglichst schnell Anlagen in Betrieb genommen werden. Also hatte die Verwaltung nun für alle Dächer Anlagen kalkuliert, die den jeweiligen Eigenstrombedarf decken würden. Weil diese Anlagen von der Größe her recht überschaubar wären, würde eine umfangreiche statische Prüfung vermieden, die einige Zeit in Anspruch nehmen würde. 

Statiker soll erst im Herbst zur Verfügung stehen

Im Bauausschuss Mitte März erging dann ein neuer Auftrag: Die Verwaltung möge prüfen, welche Dächer voll mit PV-Panele belegt werden können. Schließlich war inzwischen Putins Krieg in der Ukraine im Gange, Energiegewinnung auf deutschem Boden bzw. Dächern bekam eine völlig neue Bedeutung. Aber: Dieser Auftrag dürfte sich ziehen. Aus der Vorlage des Bauamts für die jüngste Sitzung des Verbandsgemeinderats geht hervor, dass ein Statiker, dessen Dienste nun ob der Größenordnungen benötigt würden, wohl erst für nächsten Herbst zu bekommen sei.

Jörg Fries konnte da nicht mehr an sich halten. „Das, was man als erstes macht, machen wir jetzt zuletzt: die Statik prüfen“, so der Bauunternehmer. Es sei bereits ein halbes Jahr vergangen. „Ich hätte eine Beschlussvorlage erwartet und nicht ein Gutachten nach dem anderen.“ Bürgermeister Wolfgang Schneider verwies darauf, dass es sich jeweils um völlig unterschiedliche Dacheindeckungen handele, die Sache deshalb etwas komplizierter sei. Das reichte Fries aber nicht. „Das sind 10-kV-Anlagen“, raunte er mit Blick auf die bisherige Aufstellung über mögliche Anlagen auf den Gebäuden. „Das ist so ein Kabel“, sagte er und hielt seinen Daumen in die Luft. Sollte heißen: Solch kleine Projekte müssten doch etwas zügiger umzusetzen sein. Und: „Mittlerweile sind die Anlagen um 30 Prozent teurer geworden.“

Daaden startet Photovoltaik-Offensive

Uwe Erner verwies außerdem auf einen Referentenentwurf eines Gesetzes, das die Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien vorsieht. Laut dem Herdorfer Stadtbürgermeister ist darin auch ein finanzieller Anreiz für eine Volleinspeisung von PV-Strom ins Netz vorgesehen. Das wiederum könnte gravierende Auswirkungen auf die Rentabilität haben, auch wenn der Rat die gar nicht mal mehr als wichtigsten Faktor ansieht.

Den Entwurf will man sich nun genauer ansehen. Und das wurde genauso in den Beschluss des Rates integriert wie die kurzfristige Prüfung der Installation einer Anlage auf dem Dach der Grundschule Biersdorf, Option auf eine sofortige Ausschreibung des Auftrags inklusive. Genau das gilt auch für das Feuerwehrhaus in Herdorf. Man wolle die Sache jetzt „mit Drive nach vorne bringen“, so Bürgermeister Schneider. Und Uwe Geisinger (CDU) meinte angesichts des Runs auf PV-Anlagen: „Wir können froh sein, wenn wir überhaupt einen Anbieter finden.“

Autor:

Achim Dörner (Redakteur) aus Betzdorf

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