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Trotz voller Auftragsbücher Liquiditätsschwierigkeiten
Firma Bartolosch musste Insolvenz anmelden

Die Fa. Bartolosch gehört zu den „Großen“ im Daadener Land.  Foto: Archiv

thor Friedewald. Wenn es je eine Insolvenz aus heiterem Himmel gegeben hat, dann diese: Völlig überraschend hat die Firma Bartolosch aus Friedewald am Mittwoch den Gang zum Amtsgericht Betzdorf angetreten. Diese Nachricht dürfte zunächst nicht nur im Daadener Land für Erschütterung sorgen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Betzdorfer Rechtsanwalt Dr. Klaus Ortmüller bestellt. Und der zeigte sich im Gespräch mit der SZ vorsichtig optimistisch.

Zunächst aber bleibt festzuhalten, dass von dieser Insolvenz knapp 200 Mitarbeiter plus 20 Auszubildende betroffen sind. Ortmüller verneinte, dass Bartolosch in der Region das erste große Opfer der Konjunkturflaute im Maschinenbau geworden ist: „Die Auftragslage ist gut, daran liegt es nicht.

thor Friedewald. Wenn es je eine Insolvenz aus heiterem Himmel gegeben hat, dann diese: Völlig überraschend hat die Firma Bartolosch aus Friedewald am Mittwoch den Gang zum Amtsgericht Betzdorf angetreten. Diese Nachricht dürfte zunächst nicht nur im Daadener Land für Erschütterung sorgen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Betzdorfer Rechtsanwalt Dr. Klaus Ortmüller bestellt. Und der zeigte sich im Gespräch mit der SZ vorsichtig optimistisch.

Zunächst aber bleibt festzuhalten, dass von dieser Insolvenz knapp 200 Mitarbeiter plus 20 Auszubildende betroffen sind. Ortmüller verneinte, dass Bartolosch in der Region das erste große Opfer der Konjunkturflaute im Maschinenbau geworden ist: „Die Auftragslage ist gut, daran liegt es nicht.“ Bei seiner „Ursachenforschung“ hat der erfahrene Insolvenzverwalter allerdings festgestellt, dass es häufig zu Auftragsverschiebungen gekommen ist. „Bartolosch hängt da an der Leine von mächtigen Bestellern, die den Betrieb schon mal als verlängerte Werkbank oder als Lager nutzen“, erläuterte Ortmüller. Dann fehlten irgendwann die liquiden Mitteln, zumal es auch innerbetrieblich bei der Produktion einer neuen Serie gehakt habe. „Die Kapitaldecke war zu gering, um das über einen längeren Zeitraum auszugleichen.“ Bemerkenswert sei dabei aber, dass bis zuletzt alle Fälligkeiten der Lieferanten bedient worden seien.

Die Geschäftsführung habe rechtzeitig reagiert und den Insolvenzantrag gestellt, lobte der Rechtsanwalt. Sein Ziel ist es, die Produktion in vollem Umfang aufrecht zu erhalten – das auch als Signal an die Lieferanten, dass das vorhandene Material auch zu Geld gemacht werden soll. Grundsätzlich stimmte Ortmüller der Einschätzung zu, dass es sich um einen zukunftsfähigen Betrieb mit Perspektive handele. Es gebe auch schon erste Gespräche mit einem Investor. Von der Insolvenz nicht betroffen ist die ebenfalls im Familienbesitz befindliche Fa. Schlebach. „Die steht sehr gut da“, so Ortmüller.

Das Unternehmen war 1931 von Fritz Bartolosch gegründet worden. Dieser hatte bei der Fa. Jung in Kirchen Dreher gelernt und sich dann mit der Reparatur von Werkzeugen und anderen Gebrauchsgegenständen selbstständig gemacht. Seitdem wurden kontinuierlich neue Geschäftsfelder erschlossen, das Unternehmen war immer in Familienhand und machte sich weltweit einen Namen als Zulieferer von montagefertigen Maschinenbauteilen und Baugruppen im Bereich der Dreh-, Fräs- und Schleiftechnik.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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