Gut 50 Mitarbeiter sind versorgt, knapp 20 noch nicht
Firma Schäfer gibt Werk Weitefeld auf

Die Luftaufnahme verdeutlicht, warum Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler darauf hofft, dass eine Nachnutzung für das Schäfer-Werk in Weitefeld gefunden werden kann: Die Hallen sind durchaus großzügig dimensioniert, sodass eine Brache der Gemeinde wehtun würde.  Archivfoto: ruth
  • Die Luftaufnahme verdeutlicht, warum Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler darauf hofft, dass eine Nachnutzung für das Schäfer-Werk in Weitefeld gefunden werden kann: Die Hallen sind durchaus großzügig dimensioniert, sodass eine Brache der Gemeinde wehtun würde. Archivfoto: ruth
  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

Weitefeld/Neunkirchen. Die Belegschaft hatte es seit geraumer Zeit befürchtet – jetzt ist es amtlich: Die Schäfer-Gruppe gibt ihren Standort in Weitefeld auf. Zum Ende des Jahres soll die Produktion von Büromöbeln an den Standort in Betzdorf-Bruche übergehen. „Die Verlagerung der Produktion ist eine innerbetriebliche Organisationsentscheidung“, erklärt die Schäfer Werke Gruppe auf Anfrage der SZ. Die Entscheidung diene auch dazu, „langfristig für eine stabile Arbeitsplatzsituation innerhalb der gesamten Gruppe zu sorgen“.

Seit dem Eigentümerwechsel zum Jahresbeginn hatten die 70 Beschäftigten mit einer Unbekannten leben müssen: Was würde sich dadurch ändern, dass das Weitefelder Werk nicht mehr als SSI Schäfer firmiert, sondern nunmehr Teil der Schäfer Werke Gruppe ist? Seit einer Betriebsversammlung in der vergangenen Woche haben die Mitarbeiter Klarheit – auch wenn sie sich sicher eine andere Entscheidung gewünscht hätten.

Denn das Ende der Produktion in Weitefeld wird für einige bedeuten, dass sie ihren Job verlieren. Nach Angaben der IG Metall kann zwar etwa die Hälfte der Belegschaft eine neue Stelle innerhalb der Neunkirchener Firmengruppe antreten, und einige Mitarbeiter werden in den Vorruhestand gehen – aber damit sind eben nicht alle versorgt.

Diese knapp 20 Mitarbeiter in adäquate Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln, ist nach Angaben der IG Metall derzeit das vordringliche Ziel. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber werde nicht nur an einem Sozialplan gefeilt, sondern eben auch an der Weitervermittlung der betroffenen Mitarbeiter gearbeitet. Das bestätigt auch die Schäfer Werke Gruppe: „Unser erklärtes Ziel ist es, für alle eine sozialverträgliche Lösung zu finden“, heißt es aus Neunkirchen.

Und da Gewerkschaft und Arbeitgeber diesen Prozess offenbar im Schulterschluss vorantreiben, ist die IG Metall auch nicht nicht auf Krawall gebürstet: „Es geht hier um eine rein wirtschaftliche Entscheidung, und die ist logisch und nachvollziehbar. Da gibt es keine Argumente gegen.“ Daher ist die geplante Aufgabe des Standorts auch bisher sehr geräuschlos verlaufen: Warnstreiks oder öffentliche Kundgebungen hat es nicht gegeben – wohl auch, weil die Gewerkschaft die Zusammenarbeit mit der Geschäfts- und Personalleitung als gut und offen bezeichnet. Auch Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler ließ im Gespräch mit der SZ anklingen, dass er sich von der Firma gut informiert fühle.

Trotzdem sind natürlich weder die Belegschaft noch die Gewerkschaft oder der sozialdemokratische Ortsbürgermeister glücklich über die Entscheidung. Schließlich habe das Ende des Standorts auch einen sozialen Aspekt, betont die IG Metall. Und: „Die Region verliert Arbeitsplätze.“ Keßler hofft darauf, dass das für die Beschäftigten möglichst gut abgefedert wird: „Es ist wichtig, dass das alles jetzt sozialverträglich abläuft.“

Als Ortsbürgermeister hat er neben den Mitarbeitern aber auch die Zukunft der Immobilie im Blick – schließlich verfügt Schäfer über eine große Halle, und ein Leerstand in diesen Dimensionen wäre für Weitefeld alles andere als erfreulich. Das weiß auch die Firma Schäfer – und macht Hoffnung: „Es gibt bereits einige Interessenten für die Immobilie, sodass wir davon ausgehen, dass es auch in Zukunft wieder Arbeitsplätze für den Standort Weitefeld geben wird.“ Keßler hört das gerne: „Ich bin da optimistisch. Bleibt zu hoffen, dass diesem Optimismus auch Taten folgen werden.“

Am anderen Ende des Ortes, im neuen Gewerbegebiet „Auf der Schinning“, läuft’s übrigens deutlich besser: Dort sind die ersten Betriebe bereits angekommen, und die Vermarktung hat Fahrt aufgenommen. Keßler berichtet von drei weiteren Reservierungen und etwa einem Dutzend Anfragen von Betrieben. Da dürfte es der Gemeinde ins Blatt spielen, dass sie bald wohl auch mit einem zeitgemäßen Breitband-Anschluss werben kann: „Das Thema macht Fortschritte“, sagte Keßler.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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