Gibt es ein Wohngebiet im Niederwald?

Gemeinde Schutzbach will unbedingt das Baugebiet »Obere Bühnhardt« durchsetzen

AUR Schutzbach. Der in einem engen Seitental des Daadetals gelegene Ort unternimmt große Anstrengungen, um Bauland für Eigenheime zu schaffen. Die Möglichkeiten hierzu sind wegen der starken Hanglage jedoch begrenzt. Schutzbach plant seit dem Jahr 2000 die Bebauung des oberen Bereichs der »Bühnhardt« im Anschluss an die dort vorhandene Wohnbebauung. Grund und Boden stehen im Eigentum der Ortsgemeinde. Das Areal besteht aus Niederwald.

Weit vorangekommen mit der Planung ist man bislang noch nicht, weil das Gebiet im aktuellen Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde nicht zur Wohnbebauung vorgesehen ist. Parallel mit der 3. Fortschreibung des Flächennutzungsplans, die sich derzeit in der Offenlage befindet und in der die »Obere Bühnhardt« als Wohnbaufläche enthalten ist, soll der Bebauungsplan »Bühnhardt II« vorangetrieben werden.

Die verkehrsmäßige Erschließung des steilen, sich über eine Höhe von 330 bis 365 Metern erstreckenden Gebietes wird über eine Anbindung an die »Untere Bühnhardt« erfolgen. Insgesamt 27 Baugrundstücke sieht der Plan vor. In der jüngsten Ratssitzung hatte sich der Ortsgemeinderat mit Anregungen und Bedenken von Trägern öffentlicher Belange zu befassen. Bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung waren keine Anregungen und Bedenken vorgetragen worden. 21 Träger hatte das mit der Planung befasste Büro aus Boppard um ihre Stellungnahmen gebeten, 13 davon hatten Empfehlungen bzw. Einwände abgegeben.

»Erhebliche Bedenken« kamen von der Unteren Landespflegebehörde wegen des »hochwertigen Waldgebiets« (Niederwald) als Lebensraum für das Haselhuhn, der Funktion als Landschaftspassage im Hinblick auf die Biotopvernetzung und die Erholungsfunktion. Die gleichen Bedenken sind auch im Verfahren der 3. Fortschreibung des Flächennutzungsplans vorgetragen worden, die deshalb im aktuellen Verfahren abgewogen werden. Im Anschluss an die jeweils einstimmig beschlossenen Stellungnahmen entschied der Rat, die Entwürfe des Bauleitplans mit Erläuterungsbericht und Begründung öffentlich auszulegen. Gleichzeitig gab er die Straßenplanung in Auftrag.

Anschließend kam die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans zur Sprache. Die jetzigen Entwürfe sehen vor, dass die 2 Hektar große, in der Talaue gelegene Fläche zwischen der Fa. Roth&Weber und dem ehemaligen Möbelhaus Schneider aus der gewerblichen Nutzung herausgenommen werden soll. Der Rat sieht in dieser Flache die einzig verbleibende Möglichkeit für eine Gewerbeansiedlung in Schutzbach. Er besteht darauf, dass der im aktuellen Plan als gewerbliche Baufläche ausgewiesene Bereich auch künftig im Flächennutzungsplan als solcher bestehen bleiben soll.

Um sich eine Option zur Führung einer eigenen Flagge offen zu halten, bittet der Rat die Kreisverwaltung darum, die bereits erteilte Genehmigung zur Führung eines eigenen Wappens um die Erlaubnis für eine eigene Fahne mit dem Gemeindewappen zu erweitern.

Unter »Mitteilungen« bedankte sich Ortsbürgermeister Günter Niemann bei den Bürgern, die die in Nähe ihrer Anwesen gelegenen gemeindeeigenen Grünflächen und Plätze unentgeltlich mitpflegen. Ein besonderer Dank ging an Egon Schneider, der in diesem Jahr die Pflege der Blumenrabatte in der Ortsmitte und die Parkfläche an der Ortszufahrt übernommen hat.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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