SZ

Bis zu 40 Tiere gleichzeitig gesichtet
Großangriff der Wildsäue

Die Wildschweine nehmen in Emmerzhausen offenbar überhand.

damo Emmerzhausen. Reinhold Messner hat dem Nanga Parbat einst ein literarisches Denkmal gesetzt: Er hat den Achttausender als seinen Schicksalsberg bezeichnet, und zwar durchaus exponiert in einem Buchtitel. Der Stegskopf hebt sich ein paar tausend Meter weniger empor – dafür aber hat er das Zeug dazu, Schicksalsberg eines ganzen Dorfs zu sein. Denn für die Emmerzhäuser ist besagter Stegskopf weit mehr als nur eine gut 650 Meter hohe Erhebung: Ständig wird die ohnehin reichlich belastete Beziehung der Gemeinde zu „ihrem“ Hausberg um neue Episoden erweitert. Und als ob das aktuelle Gezerre um die künftige Nutzung nicht ausreicht, kommt noch ein ganz neuer Aspekt hinzu: Der Stegskopf ist offenbar Rückszugsort einer gewaltigen Wildschweinpopulation.

damo Emmerzhausen. Reinhold Messner hat dem Nanga Parbat einst ein literarisches Denkmal gesetzt: Er hat den Achttausender als seinen Schicksalsberg bezeichnet, und zwar durchaus exponiert in einem Buchtitel. Der Stegskopf hebt sich ein paar tausend Meter weniger empor – dafür aber hat er das Zeug dazu, Schicksalsberg eines ganzen Dorfs zu sein. Denn für die Emmerzhäuser ist besagter Stegskopf weit mehr als nur eine gut 650 Meter hohe Erhebung: Ständig wird die ohnehin reichlich belastete Beziehung der Gemeinde zu „ihrem“ Hausberg um neue Episoden erweitert. Und als ob das aktuelle Gezerre um die künftige Nutzung nicht ausreicht, kommt noch ein ganz neuer Aspekt hinzu: Der Stegskopf ist offenbar Rückszugsort einer gewaltigen Wildschweinpopulation.

Die Tiere kommen ungefragt hinunter ins Dorf, drehen die Wiesen auf links und hinterlassen überall Schäden. Und die Rede ist nicht etwa von ein paar Exemplaren, sondern von gewaltigen Rotten: Mitunter werden 30, 40 Exemplare gesichtet. Eine Mitbürgerin hat Ortsbürgermeister Heinz Dücker unlängst von einer Ansammlung berichtet, die „so groß war wie eine Schafherde“.

Nun sind die Emmerzhäuser nicht gewillt, tatenlos zuzusehen, wie die Wildschweinbestände auf dem Stegskopf aus dem Ruder laufen. Dort sind nach Angaben von Heinz Dücker im laufenden Jagdjahr gerade einmal zehn Schwarzkittel erlegt worden – auf einer Fläche, die fünfmal größer ist als der Jagdbezirk Emmerzhausen, in dem aber schon 14 Wildsäue zur Strecke gebracht worden sind.

Kurzum: Dücker hat den Eindruck, dass die Wildschweinjagd auf dem Stegskopf nur auf Sparflamme betrieben wird. Warum? Es gebe zumindest Spekulationen, ließ der Ortschef anklingen: So gehe das Gerücht, dass jeder Schuss das Rotwild vertreibe. Und da, wo in der Vergangenheit höhere Landesbeamte zum Eintritt in den Ruhestand einen „Pensionshirsch“ hätten erlegen dürfen, genießt das Rotwild offenbar ein besonderes Ansehen, ließ sich Dückers Ausführungen entnehmen.

Weil „die Wildschwein-Schäden dramatisch zunehmen“, hat sich Dücker jetzt an die Untere Jagdbehörde der Kreisverwaltung gewandt und dringend appelliert, dass auch auf dem Stegskopf die Abschussvorgaben erfüllt würden. Noch hat er keine Antwort: „Ich bin gespannt, was da kommt.“

Einige Themen hat der Rat aber gestern bearbeiten können:

• Für den Spielplatz am Waldweg wird ein neues multifunktionales Spielgerüst für rund 6300 Euro angeschafft. Dort kann dann die Schaukel demontiert werden, die – wie auch ein neues Fußballtor – künftig den Spielplatz an der Wiesenstraße aufwerten soll. Allerdings werden die Umgestaltungen erst nach dem Winter angepackt, berichtete Dücker. Helfer sind willkommen.

• Fakten geschaffen hat der Rat in Sachen Geschwindigkeits-Anzeigesystem. Rund 2100 Euro nimmt die Gemeinde in die Hand, um eine flexibel einsetzbare Messtafel zu kaufen. Diese wird auch protokollieren, wie viele Autos mit welchem Tempo durch den Ort fahren. Aufgestellt werden soll die Messtafel an der Ortsdurchfahrt – die Verkehrsbelastung dort ist schon lange ein heiß diskutiertes Thema im Rat.

• Dass in den Nebenstraßen künftig Tempo 30 gelten soll, ist nicht neu – aber der Rat arbeitet zielstrebig darauf hin, diese Vorgabe auch umsetzen zu können. So wurde im nichtöffentlichen Teil über die Ausschreibung zum Kauf der Schilder beraten.

• Die Gemeinde nimmt am Telekom-Wettbewerb „Wir jagen Funklöcher“ teil – ohne so recht zu wissen, ob die Telekom eigentlich ihre LTE-Station am alten Funkmast mittlerweile in Betrieb genommen hat. Im Sommer hatte der Konzern mitgeteilt, „in einigen Wochen“ die neue Funkstation freischalten zu wollen.

• Die Kugelahornbäume in der Borngasse bleiben: Ein Nachbar hatte sich beschwert, die Bäume seien mit Mehltau infiziert, und er befürchtet, dass der Pilz auch auf seinen Garten übergreifen könne. Seiner Bitte, die Bäume zu fällen und durch andere zu ersetzen, folgt die Gemeinde aber vorerst nicht: Stattdessen soll im Winter ein umfassender Versuch gestartet werden, die Krankheit einzudämmen.

• Die Kita hat nicht nur eine neue Leitung, sondern auch einen neuen Elternausschuss; außerdem hat ein klärendes Gespräch stattgefunden (die SZ berichtete über einige Unstimmigkeiten).

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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