Großer Gesangswettstreit vor 100 Jahren

Eine eigene Postkarte wurde aus Anlass des Gesangswettstreits in Daaden aufgelegt. Sie zeigt neben einer Ortsansicht ein Bild des Kaisers mit den Preisen des ausrichtenden Vereins. Reproduktion: Verein
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sz Daaden. Wenn die Zahl der Besucher die Anzahl der Einwohner einer Gemeinde übersteigt, muss es sich um einen ganz besonderen Anlass handeln. Einen solchen lieferte der MGV Germania in Daaden, als er zum Pfingstfest 1910 zu einem „Nationalen Gesang-Wettstreit“ einlud.

Es war die Blütezeit des Chorgesangs, und der 1854 gegründete MGV Germania nutzte sie, um dieses Wettsingen zu organisieren. Die Regeln waren, wie es sich gehört, in 23 Paragraphen festgelegt. Die 35 beteiligten Männerchöre sangen in sechs verschiedenen Klassen. Alle Vereine, die im Klassensingen einen Preis errungen hatten, konnten sich anschließend im Ehrensingen miteinander messen. Als Preise winkten 56 wertvolle Kunstgegenstände wie Pokale, Becher, Standuhren oder auch Gemälde mit vaterländischen Motiven, die von den Daadener Honoratioren gestiftet worden waren. Der Höhepunkt des Festes war das Wettsingen um die silberne Königsmedaille, die „von Seiner Majestät, dem deutschen Kaiser und König von Preußen, allergnädigst verliehen worden war“. Diese Medaille erhielt der MGV Opsen.

Im Ehrenausschuss mit dem Landrat als Vorsitzendem saßen alle, die in Daaden und darüber hinaus Rang und Namen hatten: Adlige, Behördenvorsteher, Unternehmer, Ärzte, Lehrer und Pfarrer waren vertreten. Bei F. Meyer aus Altenseelbach findet sich der Zusatz: „einziger überlebender Mitbegründer“.

Das Fest begann damals am Pfingstsonntag, 15. Mai, mit einem Festkommers im Kaisersaal des Hotels Kaiserhof „unter Mitwirkung der Kapelle des Fuß-Artillerie-Regiments Nr. 8 in Metz und zweier namhafter Solisten.“ Am Pfingstmontag setzte sich um halb eins der Festzug mit 45 Gruppierungen von der Betzdorfer Straße über die Ortsmitte bis zur „neuen Schule“ (Bahnhofsschule) in Bewegung. Dort löste sich der Zug nach Musikvorträgen, einer Begrüßungsrede und einem Kaisertoast auf. Nachmittags begann dann das Wettsingen im Gasthof Koch und im Kaisersaal. Den Abschluss des dreitägigen Festes bildete die Preisverleihung.

Wie aus der Amtschronik zu erfahren ist, kamen zu dem Fest 1000 Sänger und 2000 auswärtige Besucher. Es wurde sogar ein Sonderzug von Betzdorf nach Daaden eingesetzt, um den großen Besucherandrang bewältigen zu können.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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