Anbau des Bürgerhauses in Schutzbach
Großes Projekt für kleines Dorf

Architekt Michael Kerkenberg (r.) und Heimatvereinsvorsitzender Otfried Schneider informierten die Schutzbacher über das nächste Großprojekt im Dorf: die Modernisierung und Erweiterung des Bürgerhauses. Fotos: rai
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rai Schutzbach. Ein Anbau mit Terrasse soll am Bürgerhaus an den Saal angebaut werden – und das mit knapp 310 000 Euro kalkulierte Projekt kostet die Ortsgemeinde keinen Cent: Der Heimatverein greift erneut tief in den Sparstrumpf und übernimmt rund 150 000 Euro. Vom Land kommen 162 000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm.

Bei einer Bürgerversammlung wurde am Mittwoch das „neue Projekt der Ortsgemeinde in Verbindung mit dem Heimatverein“ von Ortsbürgermeister Detlef Faikus vorgestellt. Ursprünglich habe der Verein damit geliebäugelt, ein eigenes Gebäude zu errichten, wo sich die Schutzbacher begegnen und einen Kaffee trinken können. Jedoch sei bei Gesprächen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) klar geworden, dass es dafür keine Zuschüsse geben werde. So sei die Idee entstanden, das Bürgerhaus zu erweitern, zu modernisieren und behindertengerecht zu gestalten.

„Wir haben uns mal wieder Gedanken gemacht, wie der Ort attraktiver werden könnte“, sagte Vorsitzender Otfried Schneider. Dass er solche Gedanken auch umsetzt, hat der Verein u. a. mit dem Mehrgenerationenpark – einem noch größeren Projekt – schon unter Beweis gestellt. Schneider kann sich vorstellen, dass im erweiterten Bürgerhaus künftig z. B. am Wochenende ein kleines Café eingerichtet wird, auch für auswärtige Besucher. Bedarf sieht er aber auch für Schutzbach selbst. Das Bürgerhaus sei bei vielen Veranstaltungen zu klein, eine Erweiterung eine Lösung.

Fast zehn Jahre bestehe nun der Heimatverein, in dieser Zeit habe man einiges geschafft und bewegt: „Wir haben viele Dinge bearbeitet und erneuert, so Schneider. Über den Heimatverein habe es auch viele Begegnungen gegeben, z.B. das Klöncafé und Parkfest. „Aus den Wurzeln der Vergangenheit leben Gegenwart und Zukunft“, das sei das Motto des Vereins. Für den Gemeinderat sei es nahezu unmöglich, etwas Kreatives und Kostspieliges in die Wege zu leiten: „Finanziell sind die Hände gebunden.“ Es gebe keine Kneipe und kein Geschäft, und man habe Einwohner eingebüßt. Kleine Gemeinden würden abgewürgt, wenn nicht vieles in Eigenleistung gemacht würde, erinnerte der Vorsitzende.

Die Planung stellte Architekt Michael Kerkenberg (Betzdorf) vor. Der bestehenden Saal soll zum Mehrgenerationenpark hin erweitert werden, auf einer Dreiecksfläche, die die Zufahrt hinter das Haus vorgibt. Auf dem Niveau des bestehenden Saals wird zusätzlicher Raum geschaffen, davor eine 30 Quadratmeter große Terrasse. Von den fünf gut erhaltenen Fenstern, die entfernt werden müssen, sollen drei in der Wand zur Schulstraße eingebaut werden. Bis zu 70 Sitzplätze mit Tischen sollen so entstehen. Dazu kommt noch ein Nebenraum.

Der Anbau wird zum Park hin fast eine komplette Glasfront erhalten. Neben einem Hauptzugangstür wird die restliche Front als Faltglastür gestaltet. So kann bei gutem Wetter alles geöffnet werden. Von hier aus könnten Kinder beim Spielen im Park beaufsichtigt werden, wenn die Eltern beim Kaffee zusammen säßen, sagte Kerkenberg. Gleichzeitig werde eine Barrierefreiheit erreicht. Neben den Treppenstufen zur Terrasse soll ein Aufzugschacht entstehen. Im Gebäude wird ein behindertengerechtes WC gebaut. Anbau und Terrasse sollen komplett unterkellert werden und Rasenmäher und anderen Gartengeräten Platz bieten.

Wann mit dem Bau begonnen wird, steht noch nicht fest, sagte Kerkenberg, aber: „2019 wollen wir beginnen.“ Für Schneider kann es gar nicht schnell genug losgehen: „Lieber heute als morgen.“ Es müsse auch noch öffentlich ausgeschrieben werden. Spätestens im Sommer 2020 müsse es fertig sein, wenn Schutzbach das 650-jährige Bestehen feiere.

Der Zuschuss des Landes werde über drei Jahre bis 2021 in Raten ausgezahlt, berichtete der Vorsitzende noch. So lange wolle man aber nicht bauen. Und Handwerker könnten auch nicht ewig auf ihr Geld warten. Aber: Auch ohne Darlehen sei die Finanzierung gesichert, sagte Schneider.

Architekt Michael Kerkenberg (r.) und Heimatvereinsvorsitzender Otfried Schneider informierten die Schutzbacher über das nächste Großprojekt im Dorf: die Modernisierung und Erweiterung des Bürgerhauses. Fotos: rai
Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten am Bürgerhaus beginnen.

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