Grube Füsseberg: Feierschicht zum Jahrestag

Lichtinstallation zur Erinnerung an das Ende des Bergbaus in der Region / Auch ehemalige Bergmänner erschienen

rai Biersdorf. Eine »Feierschicht« und eine künstlerische Installation lockten am Samstag zahlreiche Menschen – darunter einige ehemalige Bergleute – vor den Stollenmund der Grube Füsseberg in Biersdorf, die genau vor 40 Jahren stillgelegt wurde (die SZ berichtete am Samstag ausführlich). Auf außergewöhnliche Art machten die Studenten Marc Theis (Daaden) und Stefan Fenster (Gosenbach) auf den Jahrestag der Stilllegung aufmerksam. Goldfolie hatten die Studenten an den Fensteröffnungen am Gebäude der ehemaligen Aufbereitungsanlage befestigt und mit Leuchtröhren angestrahlt. Und am Stollenmund war die dort aufgebaute Grubenlok mit transparenter Plastikfolie umhüllt.

Vor etwa vier Wochen war von den am Bergbau und dessen Geschichte interessierten Initiatoren die Idee entwickelt worden, mit einer Aktion auf den Jahrestag aufmerksam zu machen (die SZ berichtete). »Die letzte Schicht am Fuss wurde genau vor 40 Jahren gefahren«, sagte Marc Theis zu den über 100 Menschen, die zur Feierschicht erschienen waren. Eine symbolische Bedeutung steckte hinter den Materialien, die für die künstlerische Installation verwendet wurden. Die Goldfolie an der Aufbereitungsanlage stand für den Wert, der mit dem abgebauten Eisenerz aus der Erde geholt wurde. Die verhüllte Lok sollte versinnbildlichen, dass unter Tage nach wie vor Bodenschätze schlummern. Eine Lichtinstallation entlang der Gleise bis zum Stollenmund leuchtete den Weg in den Berg aus.

Dank entrichtete Ortsbürgermeister Günter Knautz an die beiden Initiatoren für ihre Idee anlässlich des Jahrestags der Stilllegung der Grube. »Mit künstlerischen Mitteln weisen sie auf die Schätze in der Erde hin«, meinte Günter Knautz, der auch den Zuschauern für ihr Kommen dankte. Von der Besucherresonanz zeigten sich die Initiatoren überwältigt.

Vor 40 Jahren hatte Waldemar Schüler (Daaden) die letzte Schicht selbst miterlebt. Der heute 74-Jährige und damalige Reparaturschlosser war nun zur Feierschicht gekommen. Von 1950 bis zur Schließung der Grube hatte er dort gearbeitet. Waldemar Schüler hatte vor Ort Gleis- und Gummiladern repariert. »Die Hauerarbeit war schwer, das habe ich unter Tage gesehen«, sagte Waldemar Schüler. Als Hauer hatten auch Erwin Ebert und Artur Reinschmidt, die am Samstag zu der Aktion erschienen waren, am Füsseberg gearbeitet. Beide hatten eine Lehre in der Grube gemacht. »Es war eine Knüppelarbeit«, erinnerte sich Reinschmidt. Die Kameradschaft sei aber hervorragend gewesen.

Für die Teilnehmer bei der Feierschicht gab es zur Erinnerung eine historische Stempelkarte, und es wurden Schwarzbrotschnitten mit Butter und Zucker. Eine Bilderausstellung sowie Dias rundeten die Aktion ab.

Die Lichtbilder wurden an eine Hauswand der heutigen Firma Henrichs projiziert. Das Unternehmen sowie Bernd Mudersbach (Friedewald) hatten die Studenten bei der Aktion unterstützt. Dank entrichteten die Initiatoren auch an Ortsbürgermeister Knautz für dessen Hilfe.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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