Handwerk ehrte »alte Meister« und erfolgreichen Nachwuchs

Jahresempfang der Kreishandwerkerschaft in Daaden/Bekenntnis zum Weiterbildungsangebot in der Region

sz Daaden. Der Einladung zum diesjährigen Jahresempfang der Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald ins Bürgerhaus Daaden waren fast 300 Gäste aus Handwerk, Wirtschaft, Politik, Kommunen und Schulen gefolgt. 48 junge Handwerker wurden beim 4. Empfang des Handwerks für Prüfungsbestleistungen ausgezeichnet, darunter sieben Landessieger. Bundesweit erstmals wurden zudem rund 100 Handwerksmeister für »25 Jahre Meisterbrief« mit dem silbernen Meisterbrief geehrt.

»Nur mit qualifizierten und optimal ausgebildeten Fachkräften können wir in Deutschland das Niveau halten, auf dem wir uns bewegen«, betonte der vorsitzende Kreishandwerksmeister Kurt Krautscheid (Kurtscheid) mit Blick auf die 48 Prüfungsbesten. Die Leistungslatte für die Bestenliste liege hoch, so der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Erwin Haubrich – denn nicht jede Innung war diesmal vertreten. Kreishandwerksmeister Friedhelm Adorf (Altenkirchen) zollte den Prüfungsbesten Anerkennung, dankte den Ausbildungsbetrieben für ihre hervorragende Arbeit sowie Eltern und Berufsschulen für deren Unterstützung.

Landrat Michael Lieber lobte die jungen Leute: »Sie haben auf dem Weg zur Prüfung Tugenden gelebt, die auch für die Zukunft der Unternehmen der Region wichtig sind: Verlässlichkeit, Mut, Ausdauer.« Die Handwerksbetriebe übernähmen mit der Ausbildung gesellschaftliche Verantwortung und investierten in die eigene Zukunft – diese Weitsicht sei auch mit Blick auf die demografische Entwicklung wichtig. In unserem rohstoffarmen Land gelte es den Rohstoff »Bildung« zu nutzen. Die Infrastruktur dafür dürfe nicht nur Zentren vorbehalten werden. Darum hält Lieber es für notwendig, dass sich öffentliche Institutionen mit der Wirtschaft noch einmal über die Westerwald-Akademie unterhalten. Lieber: »Es gibt einen Weg.«

Zu dem seit Wochen heiß diskutierten Thema nahm auch Krautscheid Stellung. Auch er sei von der Absage der Handwerkskammer Koblenz völlig überrascht worden. Krautscheid betonte aber: »Wir als Kreishandwerkerschaft und damit als regionale Handwerksorganisation vor Ort werden unser Leistungsangebot im Kreis Altenkirchen aufrechterhalten und nach Möglichkeit weiter ausbauen.« Wenn auch nicht mit einem Neubau, so werde derzeit versucht, in angemieteten Räumen gemeinsam mit der Handwerkskammer das Aus- und Weiterbildungsangebot zu erweitern. »Federführend in diesen Dingen ist aber die Handwerkskammer. Wir als Kreishandwerkerschaft ziehen mit, sobald wir erkennbare Vorteile für uns als Organisation und für unsere Mitglieder erkennen. Wir wollen und dürfen uns durch einen Umzug nach Wissen nicht verschlechtern und müssen mit den Geldern unserer freiwilligen Mitglieder sorgsam umgehen.«

Zuvor hatte Krautscheid das Ziel des Empfangs erläutert: Er soll das regionale Handwerk mit den Entscheidungsträgern vor Ort zusammenzubringen, um immer wieder neue Kontakte und Ideen zu entwickeln. Das Handwerk sei nach wie vor einer der bedeutendsten Arbeitgeber und Ausbilder Nummer 1 der hiesigen Region. Was die wirtschaftliche Lage betrifft, erkennt er wieder einen kleinen Silberstreifen am Horizont. Die Herbstbefragung im rheinland-pfälzischen Handwerk bestätige den Aufwärtstrend vom Frühjahr, lasse auf weitere Konjunkturerholung hoffen und ein insgesamt positives Stimmungsbild schließen.

Den Prüfungsbesten gratulierte Dr. Andreas Reingen, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Altenkirchen, auch im Namen der Sparkassen Neuwied und Westerwald. Bundesweit erstmalig wurden beim Empfang in Daaden auch rund 100 Handwerksmeister, die vor 25 Jahren ihre Meisterprüfung ablegten, mit dem silbernen Meisterbrief geehrt – ein »Dankeschön« an die Kollegen, so Krautscheid, die heute als Betriebsleiter oder selbstständige Unternehmer im »Sturm der wirtschaftlichen Wogen« stehen, sich im harten Konkurrenzkampf durchsetzen müssen und neben fachlicher Verantwortung auch die für Mitarbeiter und Lehrlinge, Arbeits- und Ausbildungsplätze tragen.

Die Auszeichnung solle zudem demonstrieren, wie wichtig der Meisterbrief ist, so Geschäftsführer Udo Runkel (Neuwied): »Er bedeutet Qualitätssicherung, dient dem Verbraucherschutz und muss Voraussetzung für Selbstständige im Handwerk bleiben.« Dem Empfang, der von den »Vocal Heroes« der Musikschule Koblenz umrahmt wurde, schloss sich noch ein reger Meinungsaustausch an.

Die Besten aus dem Kreis Altenkirchen: Landessieger und Prüfungsbeste: Daniel Herrmann aus Emmerzhausen (Metallbauer, Ausbildungsbetrieb Mudersbach GmbH & Co. KG, Friedewald); Marcus Bach aus Steinebach (Informationselektroniker, Günther OHG, Hachenburg); Landessieger: Dennis Schmidt aus Burglahr (Fahrzeuglackierer, Weissenfels GmbH, Asbach), Kerstin Eberlein aus Malberg (Fachverkäuferin im Nahrungsmittelhandwerk, Fachrichtung Bäckerei, Bäckerei Nies GmbH, Alsdorf).

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